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Mo, 16:30 Uhr
02.02.2009

Freiheit für Bäume

Erfolgsmeldung aus dem Nordhäuser Rathaus: 105 Bäume wurden gefällt. Warum Naturschützer dennoch nicht ausrasten sollten, das hat die nnz erfahren...


Die Fällung der 105 Bäume im Zuge der Neugestaltung der Pappelallee in Nordhausen-Ost ist abgeschlossen. Das sagte jetzt Nordhausens Umweltsamtsleiter Steffen Meyer. „Die Wurzeln allerdings bleiben so lange im Erdreich, bis die Tiefbauarbeiten am Weg beginnen, dann werden sie entfernt.“

Mit den Fällungen sei deutlich geworden, dass die Pappeln mit zirka 50 Jahren ihr natürliches Lebensende erreicht hätten. „Der Blick in die Schnittstellen macht es jetzt offensichtlich: Viele der Bäume waren stark geschädigt durch Fäulnis und Pilzbefall, sowohl im unteren Stammbereich als auch am mittleren und oberen Stammbereich. Die Folge waren extreme Hohlräume im Inneren, die zum Teil auch außen sichtbar waren. Und ebenfalls bereits von außen haben wir den extrem hohen Totholz-Anteil schon länger mit Sorge betrachtet. Die Standsicherheit wäre nicht mehr lang gegeben“, so Meyer.

Sind die Arbeiten nur baulichen Neugestaltung des Weges abgeschlossen, werden wir mit Hochwertigen Nachpflanzungen mit einheimischen Laubbäumen wird die Allee neu gestaltet sein und in einem attraktiven Gewand ihre Rolle gerecht“, so Meyer. Die neue Allee werde durch die Bäume so gestaltet, dass der räumliche Zusammenhang beider Alleeseiten besser empfunden werden könne.

Diese baulichen Neugestaltungsarbeiten würden voraussichtlich im April beginnen, sagte Dr. Sabine Riebel, Leiterin des Stadtplanungsamtes. „Aktuell laufen die Beantragung der Fördermittel und die Planungsarbeiten zur Neugestaltung der Allee. Diese wird einen kombinierten Geh- und Radweg einschließen, der breiter sein wird als der bestehende. Entlang des Weges wird es kleine Plätze geben zum Ausruhen. Der Weg, der auch eine neue Beleuchtung bekommt, ist am Ende eine schmucke Verbindungsachse zwischen Innenstadt und Nordhausen-Ost.

Darüber hinaus verbessert sich auch das Umfeld im Stadtteil insgesamt. Die Anwohner können sich über ein attraktives Kleinod freuen“, so die Amtsleiterin. Für den neuen Weg werde es umfangreiche Tiefbauarbeiten geben, „zum einen, um den Bitumen durch entsprechende Unterbauten frostsicher zu machen, zum anderen kann es sein, dass Leitungen verlegt werden müssen“, so Frau Dr. Riebel.
Autor: nnz

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Kommentare
Freidenker 1304
03.02.2009, 09:30 Uhr
Plattenbau Nordhausen Ost -- Getto oder wohnliche Zukunft
Es ist bedauerlich aber gut, das die Pappeln gefällt wurden. Bei jedem starken Wind oder Sturm hatte man Angst, darunter zu laufen. Oft brachen Äste und Aststücke ab. Und wer möchte schon so etwas auf den Kopf bekommen. Und das zum Eingang der Schule in Ost. Das neu geplanzt wird, muss schon sein. Es hat sich in Nordhausen Ost schon viel getan. Aber es ist noch etliches wichtiges unerledigt. So z.B. gleich wie in Nordhausen Nord hat Nordhausen Ost (der westliche Teil) nur eine Zufahrt, die sich auch noch mit der Strassenbahn kreuzt. Wenn da mal etwas passiert, kommt keiner mehr mit dem Fahrzeug rein oder raus. Auch keine Rettungskräfte. Nun exestiert ja ein Umbauplan mit mehreren Varianten. Mit einigen umstrittenen Komponenten. Die sinnvoll und bezahlbar sein müssen. Wollen wir hoffen, das die Bürger und Anwohner an der Gestaltung mit beteiligt werden. Sonst gibt es eventuell wieder im nachhinein böses Gerede. So etwas kann man vorher klären. Demokratisch. Zum Beispiel mit einer Umfrage an die betroffenen Haushalte. Trotzdem finde ich die Initative, Nordhausen Ost attraktiver zu machen und dem Image eines "Gettos" entgegenzuwirken, sehr begrüßenswert. Das Fällen der maroden Pappeln und eine frische Anpflanzung sind ein Anfang.
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