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Di, 08:25 Uhr
24.02.2009

Kaschnitz-Gedichte in der Langen Reihe 11

Mit ihrem Werk hat sich Marie Luise Kaschnitz für immer ins Gedächtnis der deutschsprachigen Literatur eingeschrieben. Im Oktober jährt sich ihr 35. Todestag. Die Mitglieder des Fördervereins „Dichterstätte Sarah Kirsch“ nehmen dies zum Anlass, sich am kommenden Samstag dem lyrischen Erbe der Kaschnitz zu widmen.


Ihr Werk ist darüber hinaus sehr vielgestaltig, es umfasst Romane, Essays, Erzählungen, Kurzgeschichten, Hörspiele und natürlich Gedichte. Zahlreiche Ehrungen wurden ihr zuteil, darunter 1955 der Georg-Büchner-Preis.

Die Sprache der Lyrik Marie Luise Kaschnitz ist unverwechselbar. Sie zeichnet sich durch schnörkellose Klarheit aus, ist knapp, präzise und komprimiert. „Dein Schweigen / Meine Stimme / Deine Ruhe / Mein Gehen / Dein Allesvorüber / Mein Immernochda.“ Diese 1960 verfassten Verszeilen sind Ausdruck ihrer Trauer infolge des Todes von Guido Freiherr von Kaschnitz-Weinberg, ihrem Ehemann. Es sind einerseits sehr persönliche Worte, dennoch spürt man, dass sie über die bloße Bewältigung eines Einzelschicksals weit hinaus reichen.

Und genau dieser Umstand ist es, der den Menschen die Dichtung der Künstlerin nahe zu bringen vermag. Wie Else Lasker-Schüler meinte sie, „es dichte in ihr“. Dichten ist also für die Kaschnitz ein magischer Vorgang, eine metaphysische Erkenntnisform von Welt. Die Person der Dichterin tritt dabei weitestgehend in den Hintergrund. Selbstdarstellung ist nicht Ziel ihres Schreibens. „ Du mein kleingeschriebenes Ich / Das immer noch fähig / Mit allen Sinnen / Welt aufzunehmen.“ Dabei verliert sich die Kaschnitz jedoch keinesfalls in undefinierten Beliebigkeiten, im Gegenteil, sie bezieht immer wieder Stellung, zeigt, dass das, was in der Welt geschieht, durch sie mit Herz und Hirn zur Sprache kommt.

Das Kindheitsmuster, in dem die tiefe Gewissheit der Existenz des Guten verwoben ist, regt ihre schöpferische Sprachphantasie besonders in Krisensituationen an. Die Dichterin schreibt vom „letzten kleinen Freiraum“, von einer Rettung durch Phantasie im Interesse des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit.

Marie Luise Freifrau von Kaschnitz-Weinberg, geboren am 31. Januar 1901, starb am 10. Oktober 1974 während eines Besuches bei ihrer Tochter Iris Constanza in Rom. Alle zwei Jahre verleiht die Evangelische Akademie Tutzing seit 1984 Marie Luise Kaschnitz zu Ehren einen nach ihr benannten Preis, mit dem jeweils das Lebenswerk eines deutschsprachigen Schriftstellers gewürdigt wird. Im Jahr 2000 ging der Preis beispielsweise an den in Weimar lebenden Dichter Wulf Kirsten.
Karin Kisker

Februar-Lesung in der Dichterstätte Sarah Kirsch am Samstag, dem 28.02., um 14.30 Uhr in der Langen Reihe 11
Autor: nnz/kn

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