Mi, 09:37 Uhr
11.03.2009
Die meisten Kröten
Rund drei Kilometer: So lang sind die Zäune, die die Untere Naturschutzbehörde mit der Hilfe vieler ehrenamtlicher Mitstreiter in diesen Wochen im Landkreis aufbaut, um Kröten und andere Amphibien bei ihrer Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer zu schützen.
Tierschutz (Foto: pln/Piper)
Die grünen Plastikplanen werden unter anderem in Hainrode, Petersdorf, Urbach, Niedergebra, Bleicherode, Neustadt, Ilfeld, Sophienhof und Schiedungen aufgestellt. Die Amphibien kommen an den Zaun, laufen daran entlang und fallen dann in die Eimer, die in regelmäßigen Abständen aufgestellt sind, erklärt Matthias Piontek von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.
Dort sammeln sie vor allem ehrenamtliche Helfer ein und tragen sie über die Straße zu den Gewässern, in denen sie sich paaren und ablaichen. Mindestens zweimal am Tag werden die Zäune abgelaufen und die Tiere eingesammelt – einmal früh am Morgen etwa zwischen sechs und sieben Uhr und dann noch einmal abends, je nach Witterung auch mal spät um 22 Uhr, denn die Wanderung geschieht hauptsächlich in der Dämmerung in den Morgen- und Abendstunden. So begegnen wir der Gefahr, dass die Tiere austrocknen oder der Nachkälte ausgesetzt sind, sagt Rolf Schiffler, der sich in der Unteren Naturschutzbehörde seit Jahren mit dem Amphibienschutz beschäftigt. Die Saison der Wanderung ist relativ lang, wobei die Zeit sehr witterungsabhängig ist. Sie beginnt in der Regel im März und zieht sich bis Mitte Mai hin. In dieser Zeit werden alle eingesammelten Tiere statistisch erfasst, so dass sich die Populationsentwicklung überblicken lässt.
Der längste Zaun im Landkreis steht in Hainrode, aufgebaut von Volkmar Sauerbier, der seit Anfang der 90er Jahre den Schutzzaun hier betreut und engagierten Helfern des LIFT-Vereins, ohne die der Zaun nicht binnen zwei Tagen aufgebaut werden könnte. Der LIFT e.V. unterstützt bereits jahrelang den Aufbau der Amphibienschutzzäune im Landkreis. Der Zaun hier in Hainrode ist fast ein Kilometer lang. Hier haben wir auch das größte Vorkommen und Artenspektrum. Hier finden wir regelmäßig Geburtshelfer- und Erdkröten sowie Kamm-, Berg- und Teichmolche, berichtet Rolf Schiffler.
In Hainrode sind die Bedingungen sehr gut. Wir haben eine Teichkette und ringsherum einen relativ naturnahen Waldbereich, in dem sich die Tiere im Winter verstecken können. Wir haben hier erfreulicherweise eine stabile Population, die sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat. Wir haben hier mit 7.000, 8.000 Tieren angefangen und jetzt haben wir im Schnitt 15.000 in einer Wandersaison. Im vergangenen Jahr wurde diese Zahl sogar noch übertroffen - im Gegensatz zu den anderen Schutzzaungebieten, in denen die Helfer weniger Tiere als in Vorjahren gezählt haben. Letztes Jahr hatte ich hier fast 37.000 Tiere. An einem Morgen habe ich rund 3.000 Tiere gezählt, erinnert sich Volkmar Sauerbier. In seinem Eimer hat er schon wieder zehn Berg- und Teichmolche gesammelt, der er nun zu den Teichen bringt.
Trotz der umfangreichen Schutzmaßnahmen sterben jedes Jahr mehrere Tausend Kröten, Molche und Lurche auf ihrer Wanderung im Landkreis. Und das nicht nur, weil sie überfahren werden. Wenn beispielsweise eine Kröte unter einem Auto sitzt, dass 50 Kilometer in der Stunde oder schneller fährt, ist der Druck unter dem Auto schon so groß, dass dies innere Verletzungen verursachen kann.
Deshalb sollten Autofahrer freiwillig nicht schneller als mit 30 Kilometern in der Stunde an einem Krötenschutzzaun vorbeifahren. Amphibien sind die Wirbeltiergruppe, die weltweit am stärksten vom Aussterben bedroht ist, sagt Rolf Schiffler. Von den 6.000 Amphibienarten auf der Welt sind 2.000 akut vom Aussterben bedroht, ergänzt Matthias Piontek.
Jessica Piper
Autor: nnz
Tierschutz (Foto: pln/Piper)
Die grünen Plastikplanen werden unter anderem in Hainrode, Petersdorf, Urbach, Niedergebra, Bleicherode, Neustadt, Ilfeld, Sophienhof und Schiedungen aufgestellt. Die Amphibien kommen an den Zaun, laufen daran entlang und fallen dann in die Eimer, die in regelmäßigen Abständen aufgestellt sind, erklärt Matthias Piontek von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Dort sammeln sie vor allem ehrenamtliche Helfer ein und tragen sie über die Straße zu den Gewässern, in denen sie sich paaren und ablaichen. Mindestens zweimal am Tag werden die Zäune abgelaufen und die Tiere eingesammelt – einmal früh am Morgen etwa zwischen sechs und sieben Uhr und dann noch einmal abends, je nach Witterung auch mal spät um 22 Uhr, denn die Wanderung geschieht hauptsächlich in der Dämmerung in den Morgen- und Abendstunden. So begegnen wir der Gefahr, dass die Tiere austrocknen oder der Nachkälte ausgesetzt sind, sagt Rolf Schiffler, der sich in der Unteren Naturschutzbehörde seit Jahren mit dem Amphibienschutz beschäftigt. Die Saison der Wanderung ist relativ lang, wobei die Zeit sehr witterungsabhängig ist. Sie beginnt in der Regel im März und zieht sich bis Mitte Mai hin. In dieser Zeit werden alle eingesammelten Tiere statistisch erfasst, so dass sich die Populationsentwicklung überblicken lässt.
Der längste Zaun im Landkreis steht in Hainrode, aufgebaut von Volkmar Sauerbier, der seit Anfang der 90er Jahre den Schutzzaun hier betreut und engagierten Helfern des LIFT-Vereins, ohne die der Zaun nicht binnen zwei Tagen aufgebaut werden könnte. Der LIFT e.V. unterstützt bereits jahrelang den Aufbau der Amphibienschutzzäune im Landkreis. Der Zaun hier in Hainrode ist fast ein Kilometer lang. Hier haben wir auch das größte Vorkommen und Artenspektrum. Hier finden wir regelmäßig Geburtshelfer- und Erdkröten sowie Kamm-, Berg- und Teichmolche, berichtet Rolf Schiffler.
In Hainrode sind die Bedingungen sehr gut. Wir haben eine Teichkette und ringsherum einen relativ naturnahen Waldbereich, in dem sich die Tiere im Winter verstecken können. Wir haben hier erfreulicherweise eine stabile Population, die sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat. Wir haben hier mit 7.000, 8.000 Tieren angefangen und jetzt haben wir im Schnitt 15.000 in einer Wandersaison. Im vergangenen Jahr wurde diese Zahl sogar noch übertroffen - im Gegensatz zu den anderen Schutzzaungebieten, in denen die Helfer weniger Tiere als in Vorjahren gezählt haben. Letztes Jahr hatte ich hier fast 37.000 Tiere. An einem Morgen habe ich rund 3.000 Tiere gezählt, erinnert sich Volkmar Sauerbier. In seinem Eimer hat er schon wieder zehn Berg- und Teichmolche gesammelt, der er nun zu den Teichen bringt.
Trotz der umfangreichen Schutzmaßnahmen sterben jedes Jahr mehrere Tausend Kröten, Molche und Lurche auf ihrer Wanderung im Landkreis. Und das nicht nur, weil sie überfahren werden. Wenn beispielsweise eine Kröte unter einem Auto sitzt, dass 50 Kilometer in der Stunde oder schneller fährt, ist der Druck unter dem Auto schon so groß, dass dies innere Verletzungen verursachen kann.
Deshalb sollten Autofahrer freiwillig nicht schneller als mit 30 Kilometern in der Stunde an einem Krötenschutzzaun vorbeifahren. Amphibien sind die Wirbeltiergruppe, die weltweit am stärksten vom Aussterben bedroht ist, sagt Rolf Schiffler. Von den 6.000 Amphibienarten auf der Welt sind 2.000 akut vom Aussterben bedroht, ergänzt Matthias Piontek.
Jessica Piper

