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Di, 07:01 Uhr
31.03.2009

Bewährter Mann nimmt Abschied

Eigentlich wollte er schon Ende letzten Jahres gehen, aber jetzt ist es doch soweit. Hier ein Gespräch mit Hans-Joachim Hartwig zu seiner Verabschiedung...


Verabschiedung Hans-Joachim Hartwig (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Verabschiedung Hans-Joachim Hartwig (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Es ist Freitag und der Mercedes von Hans-Joachim Hartwig wird in seine Heimat nach Düsseldorf gesteuert.. Auf der A 44 ist "jeder Pflasterstein und jede Blitzeinrichtung" bekannt, denn seit 1993 ist das sein Weg, um mit Freude auf eine Wochendehe zu blicken. Auf der Fahrt schweifen die Gedanken zurück und die Arbeit in der Gesellschaft für Verwahrung und Verwertung - kurz GVV- gehen Revue durch den Kopf. Er hätte es sich nicht träumen lassen als er im Jahre 1968 sein Studium zum Dipl. Bergingenieur in Clausthal-Zellerfeld abgeschlossen hattte, dass er eines Tages als Geschäftsführer der GVV in Sondershausen Verantwortung übernehmen würde.

Begünstigt wurde diese Tätigkeit durch einen Erfahrungsschatz, den er sich als Ministerialrat im Wirtschaftsministerium in Nordhein- Westfalen erworben hatte, denn manche Prüfung auf dem Gebiet des Rechts und des Umweltschutzes musste noch absolviert werden. Hier wurde er auch in den Beamtenstatus versetzt. 1992 war er für ein knappes Jahr als Berater der MIBRAG AG in Bitterfeld tätig, die sich mit dem Braunkohlenbergbau beschäftigte. Hier ist er Dr. Schucht, den Verantwortlichen der Treuhand positiv aufgefallen, so dass er zum Geschäftsführer der GVV bestellt wurde.

Von der Treuhand mit dem Gesellschaftsauftrag die Bergwerk nach den einschlägigen bergrechtlichen und umweltrechtlichen Vorschriften stillzulegen, nahm die GVV ihre operative Arbeit im Jahre 1993 in Erfurt auf. Die Mitarbeiterzahl betrug 1994 1700 und reduzierte sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf 150. Im Jahre 1998 gab es einen Umzug nach Sondershausen, Das Ambiente des Gebäudes der ehemaligen Gewerkschaft Glückauf - Bebra aus dem Jahr 1910, das im Jugendstil erbaut wurden und des denkmalgeschützten Petersenschachtes empfand Hartwig sehr wohltuend. Zu DDR-Zeiten war hier die Forschung des Kombinates Kali tätig. Die GVV trug jetzt Verantwortung für den Kali- und Salzbergbau der ehemaligen DDR, außer Zielitz und Merkers (gehören zu K+S Kassel), dem Erzbergbau und dem Steinkohlenbergbau.

Standorte der GVV (Foto: GVV - Hans-Joachim Hartwig) Standorte der GVV (Foto: GVV - Hans-Joachim Hartwig)

Die Standorte verteilen sich in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, also von Altenberg, Zwickau Gehren, Staßfurt bis zum Südharzrevier, um einige Orte zu nennen. Auf die Frage, warum nicht wie 1922 verfahren wurde, wo die Schächte nach fördernden, stillgelegten und in Reserve gehaltenen Schächten eingeteilt wurden, antwortete Hartwig: "Für die Schächte wären im Jahr 1,5 Millionen € notwendig gewesen, um die Wetterführung aufrecht zu erhalten und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Das Geld aufzubringen war unter den Weltmarktpreisen für Kali zum damaligen Zeitpunkt nicht sinnvoll". Immerhin ist die GVV institutioneller Zuwendungsempfänger des Bundesfinanzministeriums. Zieht man Bilanz der GVV, so kann festgehalten werden, dass etwa 65 % des Flächenbestandes privatisiert und 10 % kommunalisiert wurden. Es wurden fast 5.800 neue Arbeitsplätze geschaffen und Investitionen von 360 Millionen Euro wurden ausgelöst. Die Privatisierungserlöse beliefen sich auf 95 Millionen Euro, so war es bei den Feierlichkeiten zum 15 jährigen Bestehens der GVV im Jahre 2008 zu vernehmen.

Am heutigen Tage gilt es nun von Sondershausen Abschied zu nehmen. Sonderhausen hat Hartwig sehr gut gefallen. Das kulturelle Angebot ist gut und in der Stadt wurde viel geschaffen. Besonders die fertiggestellte Umgehungsstraße wurde von ihm positiv erwähnt.

Ungern trennt er sich von seinen Mitarbeitern. "Er verlässt nicht nur berufliche Kollegen, sondern auch Freunde und Kameraden", ist sein Credo. Diese Gedanken werden eine Rolle spielen, wenn Hans-Joachim Hartwig heute im Festsaal Untertage des Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen verabschiedet wird. Viele Gäste sind geladen, so Dr. Mahmut Kuyumcu, der Aufsichtratsvorsitzende der Gesellschaft, der Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann (CDU), der Bürgermeister der Stadt Sondershausen, Joachim Kreyer (CDU), Vertreter der GSES und des Erlebnisbergwerkes, der KUTEC, ERCOS-Plan Erfurt und der Landesbergämter von Thüringen und Sachsen, um einige zu nennen.

Die Federführung der GVV wird jetzt Wolfgang Kirchner mit seinem Stellvertreter Klaus Zschiedrich, einem Bergmann aus dem Braunkohlenbergbau übernehmen, die geschätzt in den nächsten 10 Jahren die Nachsorge, wie die Haldenbewirtschaftung, die Wasseraufbereitung im Erzbergbau und sicherlich den Aufbau eines neuen Kaliwerkes mit den Mitarbeitern bearbeiten müssen. Wolfgang Kirchner ist von Haus aus ein Ökonom und war Hauptabteilungsleiter für die Verwahrung. In dieser Funktion hat er sich ein bergmännisches Wissen angeeignet, die ihn für weitere Aufgaben befähigt.


Das Bild wurde H.-J. Hartwig anlässlich des Gespräches von H.-J. Schmidt übergeben.

Wünschen wir dem Bergmann Hans-Joachim Hartwig eine gesunde Zeit, damit er sein Pensionsdasein genießen kann. Wie sagt er zum Abschluss des Gespräches: "Selbstverständlich stehe ich auch weiterhin als Berater zur Verfügung. Auch ohne Honorar".
Das Gespräch führte Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
  • Gebäude der GVV
  • Von links: Hans-Joachim Hartwig, Wolfgang Kirchner, der zukünftige Geschäftsführer der GVV, Landrat Peter Hengstermann (CDU)
  • H.-J. Hartwig mit dem Förderturm des Petersenschachtes

Bilder: HansJürgen Schmidt
Verabschiedung Hans-Joachim Hartwig (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Verabschiedung Hans-Joachim Hartwig (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Verabschiedung Hans-Joachim Hartwig (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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