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Mi, 18:18 Uhr
01.04.2009

Ministerielle Scherze

Wer da denkt, die Menschen in den Thüringer Ministerien, die können nur trockene Behördentexte verfassen, die irren. Zumindest am 1. April. Wochenlang wird in den Pressestellen über den Aprilscherz gebrütet. Hier einige der Scherz-Eier...


Glühwürmchenkolonie vor Sozialministerium ausgesetzt
„Die in letzter Zeit stark angestiegenen Strompreise lassen uns keine andere Wahl. In Anbetracht der angespannten finanziellen Situation des Freistaates und gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es erforderlich, dass wir nach alternativen Lichtquellen suchen, die auch denjenigen Mitarbeitern des Ministeriums, die noch bis in die Nacht hinein arbeiten, den sicheren Nachhauseweg ermöglichen.“ Dies erklärte die Ministerin für Soziales, Gesundheit und Familie, Christine Lieberknecht, letzte Woche auf einer Pressekonferenz in Erfurt.

Im Zuge der Wirtschaftskrise sieht sich auch die Landesregierung Thüringens vor der Aufgabe, durch weitere Einsparungen die finanziell angespannte Lage auszubalancieren. Diese mitunter drastische Sparmaßnahmen machten schließlich auch keinen Halt vor der Beleuchtung der Ministerien und ihrer Gehwege mehr, sodass diese seit geraumer Zeit nur noch bis 18.00 Uhr beleuchtet werden können. Einem Sprecher des Ministeriums zufolge sei es in den vergangenen Wochen bereits vermehrt zu kleineren und größeren Unfällen von Mitarbeitern beim späten Verlassen des Ministeriengebäudes gekommen.

Ministerin Christine Lieberknecht begegnet dem Sparkurs mit besonders umweltfreundlichen Maßnahmen. So wird in der nächsten Zeit eine Glühwürmchenkolonie die Gehwege vor dem Ministerium erleuchtet. Die Insekten werden extra von einem Biologen der Universität Jena ausgewählt und für den Einsatz vorbereitet. Auch wird getestet, ob die Würmchen den natürlichen Bedingungen in Erfurt gewachsen sind. An die 1200 Tiere zählt die aus den Höhenlagen des Thüringer Waldes stammende Kolonie, die künftig für die Illumination des Sozialministeriums und seiner Mitarbeiter sorgen soll.

„Wir verfolgen mit dieser Neuanschaffung ganz konkrete Ziele“, so die Ministerin. „Die Glühwürmchen vor dem Ministeriumsgebäude sollen dafür sorgen, dass sich niemand mehr nach einem langen Arbeitstag beim Nachhausegehen einen Fuß vertreten oder Knöchel verstauchen muss. Zudem setzen wir mit der Glühwürmchenkolonie deutliche Signale in Richtung Tier- und Umweltschutz und tragen zudem etwas zur positiven Entwicklung unseres Haushalts bei.“

Das Projekt der Thüringer Sozialministerin stößt durchweg auf positive Resonanz. Daher wird nun bereits in der Landesregierung überlegt, das Beleuchten von Gehwegen durch Glühwürmchen per Gesetzesbeschluss in ganz Thüringen verbindlich zu machen.


Unbekannte Randalierer in Tierzuchtstation Gotha
In der Nacht zu heute haben Unbekannte die Borkenkäferaufzuchtstation der Thüringer Landesanstalt für Wald. Jagd und Fischerei in Gotha heimgesucht. Die vermutlich jugendlichen und vermummten Täter haben dabei mehrere Generationen Borkenkäfer (in Stück: mehrere Millionen) aus den eigens für die Zucht angeschafften frischen Fichtenholzstämmen befreit. Nur wenige Exemplare konnten nach dem schnellen Eintreffen von Polizei, Feuerwehr und Tierschutzverein in Sicherheit gebracht werden.

„Die Ergebnisse von mindestens sechs Jahren erfolgreicher Zucht wurden innerhalb von nur wenigen Minuten zerstört“, beklagte der zuständige Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar. Er rief gleichzeitig die Bevölkerung dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da der Borkenkäfer im Schwarm auch Zimmerpflanzen, Obstschalen oder unverschlossene Schokoladentafeln befällt. Außerdem sollten Garten- und Grundstücksbesitzer in der nächsten Zeit regelmäßig ihre Fichten kontrollieren, ob sich dort möglicherweise in Gotha entflohene Borkenkäfer angesiedelt haben.

Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt hat eine Belohnung auf Borkenkäfer, die aus der Landesanstalt in Gotha befreit wurden, ausgesetzt: Für 10 gefundene bzw. eingefangene Borkenkäfer zahlt der Freistaat einen Euro.


Kultusministerium plant Alles-Institut für Thüringen
Das Thüringer Kultusministerium plant ein „Institut für Alles“, kurz „Alles-Institut“ genannt. „Mit diesem Institut betritt der Freistaat weltweit Neuland. Die Menschen haben immer mehr das Bedürfnis, über alles und jedes Bescheid zu wissen. Auch verlangt die Wirtschaft nicht nur nach Spezialisten, sondern auch zunehmend nach Alleskönnern, die sich mit allem und in allem auskennen. Der Erforschung dieses Phänomens soll sich das geplante ‚Alles-Institut’ annehmen“, so Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU).

Ab dem 1. April 2009 können sich alle Interessenten um die Trägerschaft für das „Alles-Institut“ bewerben. Da es sich bei der Alles-Forschung um ein neues Wissenschaftsgebiet handele, so Minister Müller weiter, seien Referenzen und allumfassende Grundkenntnisse nicht nötig. Allerdings seien Spezialisierungen wie die Erforschung von Allesfressern oder Grundlagenforschung zu Allesschneidern und Alleskleber möglich. Der Antrag könne formlos erfolgen und sei unter Nennung des Stichwortes „Alles-Institut“ an das Thüringer Kultusministerium, Werner-Seelenbinder-Straße 7, 99096 Erfurt zu richten. Als Gründungsbeauftragter konnte der allseits bekannte amerikanische Forscher Prof. Dr. h.c. mult. James D. Allesberger gewonnen werden. Allesbergers Credo: „Wer alles weiß, ist klar im Vorteil.“

„Alles in allem sehen wir große Potenziale in der Gründung eines ‚Alles-Instituts’ in Thüringen, das nach Bratwurst und Thüringer Wald ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Freistaat sein wird“, zeigt sich Minister Müller zum Abschluss überzeugt.


Klein-U-Boot für die Wasserschutzpolizei
Das Thüringer Innenministerium hat für die Wasserschutzpolizei ein Klein-U-Boot des Typs U-NsIN 104 beschafft. Das Spezialfahrzeug bietet Platz für zwei Beamte und einen Diensthund. An Bord befindet sich zudem eine Mini-Arrestzelle. Das Ministerium begründet die Anschaffung mit der steigenden Zahl von Umweltstraftaten durch Entsorgung von Hausmüll bis hin zu Altfahrzeugen in den Thüringer Talsperren. Da Taucher nicht ohne weiteres in die bis zu 60 Meter tiefen Thüringer Stauseen abtauchen können, sei das Wasserfahrzeug eine sinnvolle Erweiterung des polizeilichen Einsatzspektrums.

Das U-Boot verfügt über einen stabilen Greifarm mit Kamera. Damit könne man schwere Lasten heben oder bei Bedarf den Spürhund in einer speziellen Trageeinrichtung dicht an der Wasseroberfläche zum Einsatz bringen. Für den Antrieb des bis zu 66 Knoten schnellen Fahrzeugs sorgt ein wartungsfreier brennstoffloser Antrieb, der mehrstündige Tauchgänge ermögliche. Das U-Boot erfülle damit selbst die strengsten EU-Umweltvorschriften, betonte das Ministerium.

Das Wasserfahrzeug konnte im Rahmen eines Pilotprojekts mit der in Kiel ansässigen Herstellerfirma günstig geleast werden. "Wenn wir beim Tauchgang das Bernsteinzimmer oder den Schatz der Nibelungen finden, habe sich die Anschaffung sehr schnell rentiert, betonte einer der beiden bereits ausgebildeten Bootsführer bei einer Projektbesprechung.

Die öffentliche Vorstellung des U-Boots mit Abtauchen von Medienvertretern und Politikern werde sich allerdings noch einige Tage verzögern, da die Betriebsanleitung, die in einem Aktenschrank des Ministeriums verwahrt wurde, derzeit nicht auffindbar sei. Man habe sich zwecks Beschaffung einer Kopie allerdings bereits mit dem Abgeordneten Gentzel in Verbindung gesetzt, verlautete aus dem Ministerium.
Autor: nnz/kn

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