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Fr, 11:35 Uhr
17.04.2009

Neue Fachschaft gegründet

An der Nordhäuser Fachhochschule ist gestern eine weitere Fachschaft gegründet worden. Was es damit auf sich hat, verrät unser nachfolgender Beitrag.
An der Nordhäuser Fachhochschule ist gestern eine weitere Fachschaft gegründet worden. Was es damit auf sich hat, verrät unser nachfolgender Beitrag.

Am 16. April besiegelten Studierende des Masterstudiengangs „Innovations- und Change-Management“ sowie der Präsident der Fachhochschule Nordhausen, Prof. Wagner, mit ihrer Unterschrift die Einrichtung einer Fachschaft.

fhn (Foto: fhn) fhn (Foto: fhn)


Präsident und Studiendekan mit Vertretern der Fachschaft nach Unterzeichnung

Die Fachschaft vertritt die Interessen der Studierenden gegenüber der Hochschule. Schon vor der Gründung der Fachschaft haben zahlreiche Studierende engagiert an der Entwicklung des Studiengangs mitgearbeitet, dessen Gründungsphase nun abgeschlossen ist.

Seit einigen Semestern zieht der bundesweit einmalige Studiengang nicht nur Interessenten aus Nordhausen und Umgebung, sondern auch Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor- und Diplomstudiengänge aus dem ganzen Bundesgebiet an. Zum Wintersemester, wenn erstmals Bachelor-Absolventen der Fachhochschule Nordhausen zugelassen werden, ist mit einer weiteren Steigerung der Studierendenzahl zu rechnen. Bewerbungen sind bis zum 15. Juli an die Fachhochschule zu richten.

Nähere Informationen zum Studiengang unter http://www.fh-nordhausen.de/innovations-und-changemanagement.0.html
Autor: nnz

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Kommentare
Beate
17.04.2009, 12:37 Uhr
Der Name ist ein schlechter Witz!
Wer sich den Namen für den Studiengang ausgedacht hat gehört noch mal in die Grundschule!

Innovations- und Change-Management – ist das nun was englisches oder was deutsches? Sicher beides und dadurch besonders hipp, aber für den normalen Studienanfänger nicht besser verständlich.

Normale Studiengangbezeichnungen wie »Mathematik« sind halt nicht mehr Zeitgerecht.

Der auf der FH-Seite hinterlegte Flyer enthält außer Marketinggeblubber wenig konkretes zu den Studieninhalten. Am Ende wieder so eine BWL-Studiengang-Blase mit der versucht wird einfachsten betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen, durch komplizierte Formulierungen, einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen.

Ich wünsche den Absolventen des Studienganges trotzdem viel Glück für Ihre berufliche Zukunft.
Real Human
17.04.2009, 20:19 Uhr
Anglizismus ...
...wird laut Wikipedia als der Einfluss der englischen Sprache auf andere Sprachen bezeichnet. In Deutschland ist er seit der totalen Niederlage im Zweiten Weltkrieg von einer Modeerscheinung der Zwanziger Jahre zu einer krankhaften Anglomanie geworden. Allerdings gilt dies z.B. nicht für Frankreich, die „Grande Nation“. „Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen“, so wird Churchill gern zitiert. Die Deutsche Nation scheint irgendwie von einer extremen kollektiven manisch-depressiven Gemütskrankheit befallen zu sein. Entweder fällt man als „Großdeutschland“ in die umgebenden Länder ein oder man wirft sich vor jeder Großmacht servil wie ein geschlagener Hund, deren Sprache jaulend, in den Staub. Wann werden wir Deutschen endlich ein normales europäisches Volk mit einem GESUNDEN (maßvollen) Nationalbewusstsein? Ein Ausdruck unserer manisch-depressiven Gemütsverwirrung (Vielleicht findet ein Psychologe eine treffendere Beschreibung?) ist unsere Sucht, immer mehr deutsche durch englische Wörter zu ersetzen.

Wussten Sie, dass ein „Facility Manager“ ein Gebäudereiniger ist? Wenn sie auf großen Bahnhöfen nach dem Klo fragen, müssen sie sich am „Counter“ (Schalter) oder am „Service Point“ (Auskunft) danach erkundigen. Das hat dem sagenumwobenem Hartmut Mehdorn schon den Titel „Sprachpanscher des Jahres 2007“ eingebracht.

Wer sich auf Anzeigen bewirbt, sollte unbedingt ein englisches Fachwörterbuch dabei haben oder vorher im Internet nachsehen, denn da werden etwa „Jobs“ angeboten als "Customer Advisor" (Kundenberater), "Sales Representative" (Verkäufer), "Junior Clerk" (Bürogehilfe), "Account Executive" (so etwas ähnliches wie ein führender Verkäufer – begriffliches Wirrwarr) "Human Ressource Developer" (Personalleiter).
Die Anglomanie treibt zuweilen kuriose Blüten. So wird das deutsche „Handy“, was im Englischen als Substantiv ursprünglich nicht verwendet wurde, mittlerweile dort immer mehr als Ersatz für „mobile phone“ akzeptiert.

Auch das deutsche Schulwesen musste mit „Bachelor“, „Master“ usw. beim großen Niederwerfen vor dem anglo-amerikanischen Kultur- und Sprachimperialismus fleißig mitmachen. Herr Professor Wagner, was ist bitteschön ein Studiengang „Innovations- und Change-Management“? Meine Tochter, die schon in den USA studiert hat, konnte es auf Anhieb auch nicht herausfinden. Erst eine Internetrecherche brachte es hervor: Es könnte sich um so etwas Ähnliches wie betriebswirtschaftliches Neuererwesen handeln. Oder ist es das wissenschaftlich verbrämte „Management by helicopter“?

Fazit: Wenn man es mit dem Kotau machen übertreibt und weite Teile der Bevölkerung vor den Kopf stößt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn das politische Pendel irgendwann plötzlich extrem nach rechts ausschlägt. Ganz gefährlich wird es allerdings, wenn sich manche im eigenen Land nicht mehr zuhause fühlen. Dann nämlich haben die Leute leichtes Spiel, deren geistige Vorfahren Deutschland schon einmal in tiefstes Unglück gestürzt haben.
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