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So, 11:19 Uhr
19.04.2009

Lohn der Mühe

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ heißt es bei Brecht und „Erst kommt das Proben, dann kommt die Premiere“ im Jungen Theater des Theaterjugendclubs an der Nordhäuser Bühne. Gestern Abend war sie dann, die bejubelte Premiere. Für die nnz saß Olaf Schulze im Publikum.

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)

Als Brecht vor über 80 Jahren seine „Dreigroschenoper“ in Berlin aufführte, war die Welt noch relativ einfach: Die Bösen waren böse und die Guten waren gut. Manchmal sah man die Guten aber nicht, weil sie auch ein bisschen böse und deshalb gar nicht zu erkennen waren. Um das zu verdeutlichen und den ausschweifenden Kapitalismus der goldenen Zwanziger zu geißeln, führt uns der Moralist Brecht ins Milieu der Gauner und Huren in ein märchenhaftes London-Soho, in dem der Bettlerkönig seine Untertanen ausschickt und der Gangsterboss und Bi- oder Ti- oder Multigamist Macheath vom Polizeichef persönlich gedeckt wird. Seht her, die Welt ist verdorben und schlecht, ruft uns der Autor zu und damit hatte er damals genau so recht wie heute.

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Im Jungen Theater Nordhausen stellte sich Bianca Sue Henne der großen Herausforderung, die einstige Erfolgsrevue mit ganz jungen Laiendarstellern auf die von Ronald Winter erdachte Bühne zu bringen, die – eine sehr schöne Idee – ein Monopolyspielfeld ist. Die anspruchsvolle und doch so publikumswirksame Musik von Kurt Weill wird unter der Leitung von Kai Tietje mit Musikschülern der Nordhäuser und Sondershäuser Musikschulen live gespielt.

theater (Foto: theater) theater (Foto: theater)

So versammelte sich ein erwartungsvolles Publikum im sehr gut gefüllten Theater Nordhausen gestern Abend zur Premiere, um am Ende der Aufführung verdientermaßen den aufopferungsvoll und engagiert agierenden Musikern und Akteuren dankbaren Applaus zu spenden und die große Leistung zu honorieren, die von den jungen singenden und tanzenden Darstellern erbracht wurde. Das harte Training und die vielen Proben in den letzten Wochen haben sich gelohnt und für alle Mitwirkenden wird dieser 18. April 2009 sicher ein ganz besonderer Tag in ihrer Biografie bleiben. (Fotos: Ilka Kühn)
Olaf Schulze
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Autor: nnz

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