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Fr, 08:34 Uhr
08.05.2009

nnz-Betrachtung: Peinlich und albern

In Wahlkampfzeiten sind Journalisten schon so allerhand gewöhnt. Doch es gibt immer wieder was Neues zu entdecken. Mitunter kommt man aus dem Kopfschütteln nicht heraus...


Montags haben die Minister dieses Freistaates vermutlich immer ihren Wandertag. Zumindest ist das bei Thüringens Staatskanzleichef Dr. Klaus Zeh (CDU) so. Ob nun als Sozialminister oder in der jetzigen Funktion – Klaus Zeh hatte montags seine häufigsten Vor-Ort-Termine. Am kommenden Montag ist das wieder soweit. Der Minister hat sich in den Verwaltungen der Stadt und des Landkreises angesagt. Er hat sich eingeladen und bringt Geld mit. Symbolisch natürlich. Und zu diesem Geld muss man etwas erklären:

Schulinvestpauschale nennt sich das Teil. Mit diesem Geld muss das Land Thüringen die Schulträger ausstatten, damit kleinere und manchmal auch mittlere Reparaturen an den Schulen vorgenommen werden können. Das ist keine Möchte-Gern-Vergabe, sondern gesetzlich fixiert. Im Landkreis Nordhausen sind der Landkreis und die Rolandstadt Träger von Schulen und damit für deren Beschaffenheit zuständig.

Jahr für Jahr wird also diese Schulinvestpauschale – bei der Stadt Nordhausen sind es rund 200.000 Euro – auf die entsprechenden Konten überwiesen. Es ist ein Buchungsvorgang, nicht mehr. Im Wahljahr ist das anders. Da kommt ein Minister, der gleichzeitig noch Landtagskandidat in der Region ist, und überreicht ein Blatt Papier. Im Landratsamt müssen deshalb auch alle antreten, die irgendwie mit Schule zu tun haben: Landrat, Beigeordnete, Fachbereichsleiter. Die Hausmeister wurden nicht eingeladen. All denen wird Dr. Klaus Zeh dann den Zettel übergeben und vermutlich indirekt bekunden wie gut es wäre, wenn er im kommenden Jahr noch Minister wäre und die CDU weiter allein regieren könne.

Eine halbe Stunde später – so sieht es das Protokoll vor – das gleiche Prozedere im Rathaus. Vermutlich werden auch da die Schulverantwortlichen zur Parade Aufstellung nehmen, allen voran Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).

Alles, was mir dazu einfällt, kann ich in zwei Worte zusammenfassen: Peinlich und albern.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
08.05.2009, 17:26 Uhr
In "China" hinter der Mauer!
Das erinnert einen doch mächtig an die „GUTE ALTE DDR.“Je nachdem von welcher Instanz der Besucher kam, sei es Kreis, Bezirk oder gar Berlin, wurden die Amtsräume und die Betriebe rausgeputzt.

Das dementsprechende Personal musste antreten, um den hohen Funktionär zu ehren. Ich dachte, die CDU hat sich von den Gepflogenheiten der DDR losgesagt. Aber wie man hier lesen kann, ist das nicht der Fall. Die hohen Damen und Herren frönen immer noch ihrem Narzissmus. Ja, was sollen sie sonst auch tun?

Die Frage ist nur, warum die Angestellten der besuchten Institutionen so einen Kotau machen? Hört mal wieder Biermann, wenn ihr ihn überhaupt kennt! Aber ihr verehrt ja nur Konrad Adenauer – den Spalter Deutschlands.
eccehomo
08.05.2009, 20:11 Uhr
Wie in der DDR? - der kleine aber feine Unterschied
Wie in der DDR? - wohl nicht so ganz ...

Was wäre wohl mit Herrn Greiner zu DDR-Zeiten passiert, wenn er diese, sicher in Teilen kritikwürdige, Praxis damals öffentlich (geschweige denn in der Presse) beklagt hätte, wie er es heute tun kann? Was wäre los gewesen, wenn er gar sein Missfallen an einem Minister bzw. zuständigen Sekretär geäußert hätte?

Und eben genau in der Antwort auf diese Frage liegt der kleine aber feine, allerdings fundamentale und entscheidende Unterschied zur DDR!
Bürger der Stadt
08.05.2009, 21:53 Uhr
Lesen sollte man können
In diesem Bericht geht es weder um DDR noch um Herrn Greiner! Besser zweimal lesen, dann versteht man auch den Inhalt! Weiter so Herr Greiner.
eccehomo
09.05.2009, 08:49 Uhr
"werner" war gemeint, nicht Herr Greiner
Nein, nicht auf Hr. Greiners Bericht hat sich mein Kommentar bezogen, sondern auf die Meinungsabgabe von "werner". Das hätte ich sicher dazu schreiben müssen.
Mister X
09.05.2009, 13:03 Uhr
Nicht wie in der DDR?
Wo steht in den Kommentar von Werner, dass man sich heute nicht äußern darf. Ich lese da nur , das sich die Angestellten und Politiker ob Groß oder Klein genauso verhalten, wie es in der DDR üblich war. Man gibt sich Unterwürfig, wenn hoher Besuch kommt. Wie sagt Werner sie machen einen „Kotau.“ Wie mein Vorgänger schon geschrieben hat, erst richtig lesen.
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