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Di, 08:28 Uhr
26.05.2009

Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

Vereine haben es derzeit gut. Sie können sich vor lauter politischer Zuwendung kaum in Sicherheit bringen und ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen. Irgendwie ist in diesem Jahr vermutlich noch alles eine Spur schärfer...


Hier ein Lottomittelbescheid, dort einer. Es scheint in diesen Tagen kaum noch einen Verein zu geben, der nicht durch den Griff in den Topf der Lottoüberschüsse glücklich gemacht werden könnte. Und dabei ist das vermutlich erst einmal das Vorspiel, noch befindet man sich „nur“ im kommunalen Wahlkampf. Aber auch da wird schon mal ausgeholfen, bei den richtigen Abgeordneten und den richtigen kommunalen Regierungen. Richtig heißt in diesem Fall – das Parteibuch der CDU in der Tasche zu haben.

Und wenn die Minister durch den Landkreis reisen, dann werden sie von einem Tross begleitet: Der passende Bürgermeister, die passenden Kandidaten, die passenden Ortsparteichefs, die passenden Landtagsabgeordneten. So eine Übergabe eines Stück Papiers, die wird inszeniert. Am besten, man lässt den Chor des örtlichen Kindergartens sein komplettes Repertoire rauf und runter singen und alle haben die glücklichen Gesichter aufgesetzt.

Als Beobachter muss man dann schon hin und wieder schmunzeln, mit welcher Ernsthaftigkeit oder Inbrunst da etwas zelebriert wird, zu dem eine Regierung verpflichtet ist – die Verteilung der Gelder, die die Lottospieler einst eingesetzt hatten. Aber es wird nicht irgendwie verteilt. In diesen Tagen vorzugsweise auf dem Lande – dort wo die politische Landschaft für die Thüringer Regierungspartei noch in Ordnung ist – und auch bleiben soll.

Wenn jetzt schon der Landespolitikerauflauf fast nicht mehr zu toppen ist, was soll dann erst im August sein? Die Zeit zwischen dem Ende der Schulferien und dem Termin der Landtagswahl ist ziemlich eng und vermutlich wird dann noch mehr verteilt. Bei den Damen und Herren Ministern, bei den Staatssekretären und den Landtagskandidaten (meist in Personalunion) geht es dann ans Eingemachte.

Und so kann ich jedem Verein nur empfehlen, sich noch einmal für die Ausschüttung der Lottogelder zu bewerben. Hilfreich wäre da zum Beispiel das schriftliche Bekenntnis aller Vereinsmitglieder zur Wahl der CDU-Kandidaten, zur Unterstützung ihre Wahlkampfes oder etwa ähnlich Geartetes. Dieses Bekenntniss muss auch nur von kurzer Dauer sein, nach dem 30. August normalisiert sich alles. Und sicher werden auch die vielen Vereine im Landkreis Nordhausen dann in Ruhe gelassen.

Dann wollen die, die jetzt noch fleißig verteilen, einfach nur eines: In Ruhe regieren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
schnuff
26.05.2009, 13:55 Uhr
Irgendwie ein bisschen einseitig
Es ist eine gute Sitte, die Vergabe von Lottomitteln ja auch zu hinterfragen. Das hat es in Zeiten eines SPD-geführten Innenministeriums schon gegeben und das ist auch jetzt o.k..

Nur die Tendenz des Beitrages ist unpassend. In Wahlkampfzeiten wird nunmal jede Chance genutzt, Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das macht Frau Rinke mit dem Zuschuss für die Tafel oder Herr Jendricke mit Zuschüssen an Sportvereine und Übergaben von Baumassnahmen ebenso.

Und das machen Herr Dr. Zeh und Herr Reinholz.

Es sollte also schon mit gleichem Maß gemessen werden.

Den Vereinen ist jeder Cent zu gönnen. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag im Sozial-, Jugend-, Kultur- und Sportbereich. Einen Beitrag, den sonst die öffentliche Hand leisten müsste.

Im Übrigen habe ich noch zu keinem Zeitpunkt erlebt, dass man versucht hat, mit der Übergabe von Lottomitteln Stimmen zu "kaufen".

Bleibt das Fazit : Chance gehabt- Chance vertan!!
Nordhäuserin
26.05.2009, 14:57 Uhr
Nicht so überempfindlich
Hallo Schnuff, entweder bist Du/sind Sie selbst Politiker. Auf jeden Fall einfach ein Anhänger der CDU. In dem Beitrag steht nichts, dass es andere nicht genauso machen würden. Aber in diesem Jahr verteilt eben nur die "scharzer Politi-Abteilung" das Geld.

Und da wird eine Auswahl getroffen, von wem auch immer. Sinnvoller wäre es doch, wenn das zur Verfügung stehende Geld gleichmäßig auf die Vereine verteilt wird. So hat das immer den Anschein, dass der "Nase" nach ausgewählt wird.

Wie war das doch mit der Unterstützung des Ehrenamtes. Die einen werden mehr, die anderen weniger unterstützt.

In Richtung Redaktion die Empfehlung: Recherchiert mal genau, wer welchem beschenkten Verein vorsteht?
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