Fr, 12:51 Uhr
21.08.2009
Pseudo-Beginn für Bauarbeiten
Die B 243n, die neue B 243, sie ist seit einigen Tagen von der Planung in die Umsetzung gelangt. Heute besuchte die nnz eine Jubelfeier an der Baustelle, die merkwürdiger nicht hätte sein können. Und das im mehrfachen Sinne...
Von links: Minister Dr. Klaus Zeh, Minister Gerold Wucherpfennig, Staatssekretärin Karin Roth, Landrat Joachim Claus, Kandidat Joachim Schwiderke
Mit den Fakten können wir es kurz machen. Der erste Teilabschnitt über 3,5 Kilometer Länge soll fünf Brücken und drei Regenrückhaltebecken beinhalten. Ansonsten kostet das Teil rund 19 Millionen Euro. Bis 2012 soll fleißig gebaut werden.
Parkplatz für die Promis
Fleißig gebaut wurde bereits in der Nähe von Kleinwechsungen. Und zwar neben den Brückenfundamenten eine Flaniermeile für die Promis. Man muss sich das so vorstellen: Es gab – mitten in der Pampa – zwei Parkplätze. Einen für das Volk, das vor der Bühne zu stehen hatte und einen für diejenigen, die oben stehen durften.
Parkplatz für die anderen
Und von diesem Auf-der-Bühne-Steher-Parkplatz wurden ein Weg aus blauschwarzem Granulat angelegt, der direkt zur Bühne führte. Und das alles, damit sich die Dame und die Herren nicht die Schuhe dreckig machen. Ein Baufachmann schätzte die zusätzlichen Kosten auf 600 bis 1.000 Euro. Prima!
Da begrüßte dann Franz Rohmund, der Chef des Straßenbauamtes Nordthüringen, Menschen, deren Namen zwar auf dem Zettel standen, aber überhaupt nicht anwesend waren. Die nnz sah keinen Landtagsabgeordneten (Dr. Zeh kam später), keinen Bundestagsabgeordneten und keinen Nordhäuser Bürgermeister (kam später). Macht nichts, je mehr Promis begrüßt werden können, desto länger dauern die gehaltenen Reden, in denen eine Staatssekretärin, ein Thüringer Minister und ein Nordhäuser Landrat ihr Lob über die Landes- und Bundesregierung ausschütteten, sich also quasi selbst lobten.
Dann standen da auch noch vier Spaten. Bevor die Dame aus Bonn und die beiden Minister (aus Nordhausen und dem Eichsfeld) und ein Landrat die Spaten in die Erde stechen konnten, wurde ein fünftes Arbeitsgerät herbeigeholt und dem Bundestagskandidaten der SPD in die Hand gedrückt. Und so konnte dann dieses Quintett endlich den Baustart vollziehen, der keiner war, weil die Brückenfundamente schon längst gegossen waren.
Aber irgendwie passte der heutige Termin ja bestens in den Wahlkampfkalender der beiden Minister. Und wer da heute meinte (einige der Zaungäste taten das), es ist nicht nur so wie früher, sondern schlimmer, der hatte wohl so Unrecht nicht. Übrigens: Das anschließende Catering ließ die nnz sausen. Der Appetit war mir vergangen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzVon links: Minister Dr. Klaus Zeh, Minister Gerold Wucherpfennig, Staatssekretärin Karin Roth, Landrat Joachim Claus, Kandidat Joachim Schwiderke
Mit den Fakten können wir es kurz machen. Der erste Teilabschnitt über 3,5 Kilometer Länge soll fünf Brücken und drei Regenrückhaltebecken beinhalten. Ansonsten kostet das Teil rund 19 Millionen Euro. Bis 2012 soll fleißig gebaut werden.
Parkplatz für die Promis
Fleißig gebaut wurde bereits in der Nähe von Kleinwechsungen. Und zwar neben den Brückenfundamenten eine Flaniermeile für die Promis. Man muss sich das so vorstellen: Es gab – mitten in der Pampa – zwei Parkplätze. Einen für das Volk, das vor der Bühne zu stehen hatte und einen für diejenigen, die oben stehen durften.
Parkplatz für die anderen
Und von diesem Auf-der-Bühne-Steher-Parkplatz wurden ein Weg aus blauschwarzem Granulat angelegt, der direkt zur Bühne führte. Und das alles, damit sich die Dame und die Herren nicht die Schuhe dreckig machen. Ein Baufachmann schätzte die zusätzlichen Kosten auf 600 bis 1.000 Euro. Prima!
Da begrüßte dann Franz Rohmund, der Chef des Straßenbauamtes Nordthüringen, Menschen, deren Namen zwar auf dem Zettel standen, aber überhaupt nicht anwesend waren. Die nnz sah keinen Landtagsabgeordneten (Dr. Zeh kam später), keinen Bundestagsabgeordneten und keinen Nordhäuser Bürgermeister (kam später). Macht nichts, je mehr Promis begrüßt werden können, desto länger dauern die gehaltenen Reden, in denen eine Staatssekretärin, ein Thüringer Minister und ein Nordhäuser Landrat ihr Lob über die Landes- und Bundesregierung ausschütteten, sich also quasi selbst lobten.
Dann standen da auch noch vier Spaten. Bevor die Dame aus Bonn und die beiden Minister (aus Nordhausen und dem Eichsfeld) und ein Landrat die Spaten in die Erde stechen konnten, wurde ein fünftes Arbeitsgerät herbeigeholt und dem Bundestagskandidaten der SPD in die Hand gedrückt. Und so konnte dann dieses Quintett endlich den Baustart vollziehen, der keiner war, weil die Brückenfundamente schon längst gegossen waren.
Aber irgendwie passte der heutige Termin ja bestens in den Wahlkampfkalender der beiden Minister. Und wer da heute meinte (einige der Zaungäste taten das), es ist nicht nur so wie früher, sondern schlimmer, der hatte wohl so Unrecht nicht. Übrigens: Das anschließende Catering ließ die nnz sausen. Der Appetit war mir vergangen.
Peter-Stefan Greiner







