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Sa, 08:28 Uhr
22.08.2009

Apotheker als Dolmetscher

Eigentlich sollen sie Patienten und Verbrauchern helfen, sich über ihre Medikamente zu informieren. Doch wer versteht schon die Bedeutung von Episkleritis, Dysphagie oder Claudicatio intermittens? Auch unter CYP3A4 können sich wohl die wenigsten Verbraucher etwas vorstellen...


Thüringens Apothekerinnen und Apotheker stehen Verbrauchern bei Verständnisproblemen zur Seite und übersetzen das "Fach-chinesisch" der Packungsbeilage. Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge lesen zwei Drittel der Deutschen den Beipackzettel ihrer Medikamente. "Dieses Interesse an der eigenen Gesundheit ist sehr erfreulich. Häufig werden Patienten allerdings durch die aufgelisteten Risiken, Nebenwirkungen und Interaktionen ihrer Medikamente verunsichert", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Nordhäuser Region.

"Es gibt genaue gesetzliche Vorschriften, welche Informationen in der Packungsbeilage aufgelistet werden müssen. Selbst die Reihenfolge ist festgelegt", erklärt Garke. Beispielsweise steht unter "Gegenanzeigen", bei welchen Krankheiten das Arzneimittel nicht eingenommen werden kann. Ob das Mittel für die Schwangerschaft oder die Stillzeit geeignet ist, ist ebenfalls dort zu finden. Die "Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise" beschreiben den Einfluss des Arzneimittels auf den Körper. "Manche Medikamente können das Reaktionsvermögen stark beeinträchtigen oder machen müde", so Garke.

Verschiedene Arzneimittel können sich auch gegenseitig beeinflussen. Die Wirksamkeit der Mittel kann dadurch verstärkt, vermindert oder gar ganz aufgehoben werden. Auch Lebensmittel können die Arzneimittelwirkung beeinträchtigen. "Nehmen Patienten verschiedene Arzneimittel ein, sollten sie auf die so genannten Interaktionen oder Wechselwirkungen achten", rät Garke.

Oft beunruhigt vor allem die lange Liste der Nebenwirkungen: "Aus haftungsrechtlichen Gründen zählen Hersteller alle bekannten Nebenwirkungen auf – egal wie häufig oder selten diese aufgetreten sind", erklärt Garke. Für die unerwünschten Effekte werden Wahrscheinlichkeiten angegeben, mit der sie auftreten können. "Diese Werte sind rein statistisch und sollten niemanden verunsichern", so Garke.

So genannte "sehr häufige" Nebenwirkungen treten bei mehr als zehn Personen unter 100 Anwendern auf. "Häufig" bedeutet, dass bis zu zehn Personen die aufgeführten Beschwerden haben. Der Begriff "sehr selten" beschreibt dagegen Einzelfälle, unter 10.000 Behandelten hat maximal eine Person die beschriebenen Nebenwirkungen.

"Keinesfalls dürfen Patienten aus Angst vor Nebenwirkungen ihre Medikation eigenmächtig absetzen oder gar nicht erst einnehmen", warnt Garke. "Wer Fragen zu seinem Medikament und dessen Anwendung hat, sollte sich unbedingt Rat suchen. Apotheker und Ärzte helfen, die Informationen zu verstehen."
Autor: nnz/kn

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