Di, 07:46 Uhr
25.08.2009
Zeit für Lyrik
Der Sommermonat August neigt sich. Das kommende Wochenende steht wie jedes letzte Wochenende des Monats in Limlingerode ganz im Zeichen der Dichtung Stefan Georges. Dazu eine Einführung von Karin Kisker in Ihrer nnz...
Ins offne fenster nicken die hollunder . Und selbstverständlich stehen jedem Liebhaber der erlesenen Sprachkunst auch die Türen der Dichterstätte weit offen. Stefan George wurde am 1868 in Rüdesheim am Rhein geboren.
Schon früh machte er Bekanntschaft mit der literarischen Szene in Paris, als er mit dem Symbolistenkreis um Mallarmé in Kontakt kam. In der Folge widmete er sich in seiner eigenen literarischen Tätigkeit verstärkt dem programmatischen Gedanken des Symbolismus, Kunst um der Kunst willen zu schaffen. Dazu diente auch seine Zeitschrift Blätter für die Kunst, die er 1892 – 1919 herausgab. Ab 1892 bildete sich der George-Kreis heraus, eine Gruppe von am Symbolismus orientierten Künstlern und Wissenschaftlern, die George als geistige Führergestalt anerkannten.
Der Dichter fungiert als Kultfigur, der sich der Banalität des Alltages mit gehobener Sprache entzieht. So fungiert Sprache als geheimes Zeichen, als verkörpertes Sinnbild einer geistigen Aristokratie, die einzig imstande ist, einen Kreis von Auserwählten zu einen. Unter dem Einfluss der Kulturkritik Nietzsches entwirft George die Vision einer Zukunft, in der Kunst und Lebenswirklichkeit versöhnt sind.
Es geht ihm um die Schöpfung einer Welt der Schönheit und des elitären Geistes im literarischen Text durch die schöpferische Gestalt des berufenen Dichters in Ablehnung der Flachheiten und Hässlichkeiten der Alltagswirklichkeit. Die ausgesucht kunstvolle Sprache seiner Gedichte korrespondiert mit Ihrer Präsentation. George ließ den Druck seiner Werke nur in einem speziellen, seiner Handschrift nachgebildeten Schrifttyp, durchgehender Kleinschreibung und einer erlesenen Buchausstattung zu.
Er steigerte gewissermaßen die Eleganz des französischen Dandys in Leben und Werk zur hoheitsvollen Erscheinung. Nie wird restlos aufzuklären sein, in welchem Umfang der 1933 bereits elf Jahre zuvor gestorbene Dichter die Schritte des Grafen Stauffenberg lenkte; doch dass er die Kraft für die Tat auch aus dem Dasein Georges bezogen, ist unstrittig. Unklar war nur, wie weit sich das eifersüchtig von George gehütete Geheimnis, die innerste Botschaft seiner Lehre, je würde entschlüsseln lassen. Hören Sie selbst, indem Sie sich im Gedicht der geheimen Botschaft des Meisters vergewissern:
Samstag, 29. August, 14: 30 Uhr in der Dichterstätte Sarah Kirsch, Limlingerode, Lange Reihe 11.
Autor: nnzIns offne fenster nicken die hollunder . Und selbstverständlich stehen jedem Liebhaber der erlesenen Sprachkunst auch die Türen der Dichterstätte weit offen. Stefan George wurde am 1868 in Rüdesheim am Rhein geboren.
Schon früh machte er Bekanntschaft mit der literarischen Szene in Paris, als er mit dem Symbolistenkreis um Mallarmé in Kontakt kam. In der Folge widmete er sich in seiner eigenen literarischen Tätigkeit verstärkt dem programmatischen Gedanken des Symbolismus, Kunst um der Kunst willen zu schaffen. Dazu diente auch seine Zeitschrift Blätter für die Kunst, die er 1892 – 1919 herausgab. Ab 1892 bildete sich der George-Kreis heraus, eine Gruppe von am Symbolismus orientierten Künstlern und Wissenschaftlern, die George als geistige Führergestalt anerkannten.
Der Dichter fungiert als Kultfigur, der sich der Banalität des Alltages mit gehobener Sprache entzieht. So fungiert Sprache als geheimes Zeichen, als verkörpertes Sinnbild einer geistigen Aristokratie, die einzig imstande ist, einen Kreis von Auserwählten zu einen. Unter dem Einfluss der Kulturkritik Nietzsches entwirft George die Vision einer Zukunft, in der Kunst und Lebenswirklichkeit versöhnt sind.
Es geht ihm um die Schöpfung einer Welt der Schönheit und des elitären Geistes im literarischen Text durch die schöpferische Gestalt des berufenen Dichters in Ablehnung der Flachheiten und Hässlichkeiten der Alltagswirklichkeit. Die ausgesucht kunstvolle Sprache seiner Gedichte korrespondiert mit Ihrer Präsentation. George ließ den Druck seiner Werke nur in einem speziellen, seiner Handschrift nachgebildeten Schrifttyp, durchgehender Kleinschreibung und einer erlesenen Buchausstattung zu.
Er steigerte gewissermaßen die Eleganz des französischen Dandys in Leben und Werk zur hoheitsvollen Erscheinung. Nie wird restlos aufzuklären sein, in welchem Umfang der 1933 bereits elf Jahre zuvor gestorbene Dichter die Schritte des Grafen Stauffenberg lenkte; doch dass er die Kraft für die Tat auch aus dem Dasein Georges bezogen, ist unstrittig. Unklar war nur, wie weit sich das eifersüchtig von George gehütete Geheimnis, die innerste Botschaft seiner Lehre, je würde entschlüsseln lassen. Hören Sie selbst, indem Sie sich im Gedicht der geheimen Botschaft des Meisters vergewissern:
Samstag, 29. August, 14: 30 Uhr in der Dichterstätte Sarah Kirsch, Limlingerode, Lange Reihe 11.


