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Di, 07:51 Uhr
29.09.2009

Zehnter Platz im Bundesfinale

Die Fußballerinnen des Nordhäuser Humboldt-Gymnasiums haben beim diesjährigen Bundesfinale in Berlin den 10. Platz belegt und damit das schon erfreuliche Ergebnis von 2008 sogar noch um einen Platz verbessern können. Das Finaltagebuch von Erik Onnen...


In Berlin dabei (Foto: privat) In Berlin dabei (Foto: privat)
Hinten: Maxi Krug, Josefine Bäßler, Nadja Henning, Charlyn Rieger / vorn: Sarah Striegnitz, Theresa Apitius, Saskia Freiberg, Sarah Klement, Lisa Werfling

Mittwoch, 23. September 2009

In der Vorrunde warteten bereits drei harte Brocken auf unsere Mädchen. Zum Auftakt trafen sie auf das Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium aus dem bayerischen Vilsbiburg. Es entwickelte sich ein typisches Eröffnungsspiel mit wenigen Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Zudem hatten beide Mannschaften große Schwierigkeiten mit dem ungewohnten Kunstrasen – unabhängig von den Ergebnissen darf man schon fragen, welcher Stellenwert dem Mädchenfußball beigemessen wird, wenn alle übrigen Wettkampfklassen (Jungen und Mädchen) auf Naturrasen spielen dürfen! Als alles schon mit einem 0:0 rechnete, das dem Spielverlauf auch weitgehend entsprochen hätte, gingen die Gegnerinnen nach einem indirekten Freistoß im Strafraum drei Minuten vor Schluss doch noch in Führung. Unsere Mannschaft warf nun alles nach vorn, kassierte aber in der Schlussminute durch einen Konter auch noch das 0:2.

Die nächste Hürde war noch etwas sperriger: Der Titelverteidiger, die Sportschule Potsdam (Brandenburg), übernahm folgerichtig auch sogleich die Initiative. Wider Erwarten hielten unsere Mädchen eine Halbzeit lang das 0:0, doch dann setzten sich im zweiten Abschnitt die größere Routine und die spielerische Überlegenheit der Favoritinnen durch. Trotz großen Kampfes mussten unsere Mädchen sich mit 0:5 geschlagen geben.

Gegen die IGS Alter Teichweg aus Hamburg, eine Eliteschule des Sports, hätte unsere Mannschaft gewinnen müssen, um wenigstens noch Gruppenplatz 3 und damit eine günstigere Ausgangsposition für die Qualifikationsrunde zu erreichen. Doch auch in diesem Spiel waren sie vom Glück wahrlich nicht verfolgt: Nach schnellem Rückstand folgten ein unglückliches Eigentor und das 0:3 aus stark abseitsverdächtiger Position. Maxi Krug bei ihrem letzten Auftritt für unsere Schule – sie wechselte an das Sportgymnasium Jena – erzielte noch vor der Pause das erste Turniertor. Nach der Pause bemühte sich die Mannschaft, das Ruder noch einmal herumzureißen, lief jedoch in zwei weitere Konter. Das 1:5 war fraglos viel zu hoch ausgefallen.

Damit stand die Mannschaft nach der Vorrunde trotz ansprechender Leistungen und unter Wert geschlagen punktlos auf dem vierten Platz. Erst das Endergebnis zeigt, wie stark diese Gruppe war: Die Sportschule Potsdam wurde am Ende Zweiter, unterlag im Endspiel dem Sportgymnasium Leipzig. Die Hamburgerinnen belegten am Ende Platz 6, die Mädchen aus Bayern Platz 11.

Donnerstag, 24. September

Im ersten Qualifikationsspiel gegen das Sportgymnasium Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) zeigten sich unsere Mädchen von den drei Niederlagen unbeeindruckt und drängten mit Macht auf den Sieg. Und auch den 0:1-Rückstand nach 7 Minuten steckten sie weg. Nach einem Hattrick von Maxi Krug hieß es zur Pause 3:1 für uns. Doch der Gegner nutzte unmittelbar nach der Pause eine Unaufmerksamkeit zum Anschlusstreffer. In der Folgezeit machte die Schweriner Torfrau mehrere gute Gelegenheiten zunichte, auch der Torpfosten hatte sich auf die Seite der Gegnerinnen geschlagen. Das 4:2 war nur eine Frage der Zeit – doch aus heiterem Himmel kamen die Schwerinerinnen eine Minute vor dem Ende noch zum etwas glücklichen Ausgleich. So musste die Entscheidung im Neunmeterschießen fallen. Maxi Krug, Nadja Henning und Lisa Werfling trafen für uns, und außerdem schlug nun die große Stunde von Torfrau Saskia Freiberg: Einen Neunmeter hielt sie, und nachdem eine Gegnerin über das Tor geschossen hatte, traf sie zum entscheidenden 4:2. Das bedeutete die Qualifikation für die Plätze 9 bis 12, und unser Ziel, wieder in die Nähe von Platz 11 zu gelangen, war erreicht. Und plötzlich konnten sie auch alle wieder lachen, nachdem sie an den gestrigen Ergebnissen doch zu knabbern hatten!

Damit war der Knoten geplatzt. Im zweiten Qualifikationsspiel gegen die Gesamtschule Bockmühle aus Essen (NRW) lieferten unsere Mädchen ein weiteres großes Spiel. In der ersten Halbzeit gerieten sie gegen die zunächst leicht überlegenen Gegnerinnen mit 0:2 in Rückstand, doch dann drehten Maxi Krug und Josefine Bäßler mit zwei Treffern das Spiel. Die Gegnerinnen hatten nun nichts mehr zuzusetzen, unsere Mannschaft war nun deutlich überlegen. Aber wieder ging es ins Neunmeterschießen, und wieder hatten wir das bessere Ende für uns. Maxi, Nadja und Lisa trafen erneut, Saskia hielt diesmal gleich zwei Neunmeter, machte es dann noch einmal spannend, schoss neben das Tor, aber Josefine behielt die Nerven und schoss unsere Mannschaft ins Spiel um Platz 9.

Freitag, 25. September

Dort wartete die Mannschaft der IGS Bad Oldesloe aus Schleswig-Holstein. Es wurde ein typisches 0:0-Spiel. Die Gegnerinnen kombinierten etwas besser, ohne aber Zwingendes herauszuspielen. Der feuchte Kunstrasen behinderte zweifellos beide Mannschaften sehr. Richtige Torchancen gab es auf beiden Seiten nicht. Folgerichtig fiel das einzige Tor nach einer Ecke, als unsere Abwehr einen Moment nicht im Bilde war. Dass dies 15 Sekunden vor Schluss passierte und damit der Rückstand nicht mehr zu parieren war, war für den Moment unglücklich. Aber ein drittes Neunmeterschießen wäre des Guten auch zu viel gewesen. Und dafür hatte die Mannschaft am Vortag das Quäntchen Glück, als sie es nötiger brauchte.

Unsere Mädchen haben unter Beweis gestellt, dass der 11. Platz im Vorjahr kein Zufall war. In der starken Konkurrenz – sechs der neun Mannschaften vor ihnen kommen von Sportschulen – haben sie ein optimales Ergebnis erzielt und dürfen sehr stolz auf ihre erfolgreiche Saison 2009 sein.

Am Nachmittag besichtigten die Mädchen noch das Berliner Olympiastadion, wo bekanntlich jährlich das DFB-Pokalfinale auch der Frauen ausgetragen wird. Auf den Rasen durften sie allerdings (noch?) nicht.

Die Mannschaft und ihr Betreuer bedanken sich nochmals herzlich beim Landkreis Nordhausen für die finanzielle Unterstützung der Fahrt, die für alle ein schönes Erlebnis war.
Erik Onnen
Autor: nnz

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