Do, 13:16 Uhr
15.10.2009
Gute Prognosen für Thüringen
Im Herbstgutachten für die Bundesregierung sagen die führenden Forschungsinstitute ein Wirtschaftswachstum für 2010 von 1,2 Prozent voraus. Für das laufende Jahr rechnen die Experten jedoch mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent. Trotzdem bescheinigt die IHK in Erfurt der hiesigen Wirtschaft gute Prognosen...
Der Weg zu einem nachhaltigen Aufschwung ist noch lang und wird nicht ohne Rückschläge bleiben, ist sich IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser mit Blick auf das Gutachten sicher. Es sei aber festzustellen, dass die Erholung schneller voranschreitet, als dies im Allgemeinen erwartet wurde
Thüringen habe die Rezession wesentlich härter getroffen als andere, weniger industriell geprägte, Regionen Ostdeutschlands. Immerhin sei der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung mit rund 27 Prozent im Freistaat besonders hoch und übertreffe den Wert in den übrigen neuen Bundesländern zum Teil deutlich.
Vor allem die in Thüringen dominierenden Branchen, wie Automobilindustrie, Maschinenbau, Mikrotechnologie und Solartechnik, hätten starke Produktionsrückgänge und Umsatzeinbußen verkraften müssen. Die Schrumpfungsrate des Bruttoinlandsproduktes 2009 dürfte deshalb größer als im ostdeutschen Durchschnitt ausfallen und bei minus sechs Prozent liegen.
Bei einem weiteren Aufhellen der Konjunktur biete sich im Gegenzug für die Thüringer Wirtschaft im nächsten Jahr aber auch die Chance, wieder überdurchschnittlich zu wachsen.
Ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 bis 2 Prozent ist dann durchaus realistisch, zeigt sich Grusser optimistisch. Dies gebe aber noch lange keinen Anlass zu ungebremster Euphorie. Die Konjunkturprogramme hätten zunächst eine positive Wirkung entfaltet. Mit ihrem Auslaufen würden diese Impulse in den begünstigten Branchen fehlen.
Es muss sich erst zeigen, ob dann der private Konsum und die Investitionen der Unternehmen die staatlich induzierte Nachfrage kompensieren können, gibt Grusser zu bedenken. Die gegenwärtige Entwicklung am Arbeitsmarkt stimme da durchaus zuversichtlich. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung würde jedoch der wachsende Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft größere Einschnitte weitgehend verhindern.
Nach ihrem bisher erfolgreichen Krisenmanagement bleibe die Politik auch künftig gefordert. Ein wieder voll funktionsfähiger Finanzsektor ist die erste Voraussetzung für einen nachhaltigen Aufschwung. Obwohl das Vertrauen an den Finanzmärkten langsam zurückkehrt, sollte die Gefahr einer Kreditklemme nicht aus den Augen verloren werden, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Darüber hinaus scheinen Spielräume für umfangreiche Steuersenkungen mittelfristig begrenzt zu sein. In ein Minimalprogramm zur Steuerentlastung gehören aber die Abschaffung der kalten Progression und Nachbesserungen bei der Unternehmenssteuerreform, erklärt Grusser. Die Begrenzung des Verlustrücktrags und die Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer belasteten gerade in der Krise die Liquidität von Unternehmen. Auf Steuererhöhungen, wie von verschiedener Seite gefordert, solle in jedem Fall verzichtet werden.
Autor: nnz/knDer Weg zu einem nachhaltigen Aufschwung ist noch lang und wird nicht ohne Rückschläge bleiben, ist sich IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser mit Blick auf das Gutachten sicher. Es sei aber festzustellen, dass die Erholung schneller voranschreitet, als dies im Allgemeinen erwartet wurde
Thüringen habe die Rezession wesentlich härter getroffen als andere, weniger industriell geprägte, Regionen Ostdeutschlands. Immerhin sei der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung mit rund 27 Prozent im Freistaat besonders hoch und übertreffe den Wert in den übrigen neuen Bundesländern zum Teil deutlich.
Vor allem die in Thüringen dominierenden Branchen, wie Automobilindustrie, Maschinenbau, Mikrotechnologie und Solartechnik, hätten starke Produktionsrückgänge und Umsatzeinbußen verkraften müssen. Die Schrumpfungsrate des Bruttoinlandsproduktes 2009 dürfte deshalb größer als im ostdeutschen Durchschnitt ausfallen und bei minus sechs Prozent liegen.
Bei einem weiteren Aufhellen der Konjunktur biete sich im Gegenzug für die Thüringer Wirtschaft im nächsten Jahr aber auch die Chance, wieder überdurchschnittlich zu wachsen.
Ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 bis 2 Prozent ist dann durchaus realistisch, zeigt sich Grusser optimistisch. Dies gebe aber noch lange keinen Anlass zu ungebremster Euphorie. Die Konjunkturprogramme hätten zunächst eine positive Wirkung entfaltet. Mit ihrem Auslaufen würden diese Impulse in den begünstigten Branchen fehlen.
Es muss sich erst zeigen, ob dann der private Konsum und die Investitionen der Unternehmen die staatlich induzierte Nachfrage kompensieren können, gibt Grusser zu bedenken. Die gegenwärtige Entwicklung am Arbeitsmarkt stimme da durchaus zuversichtlich. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung würde jedoch der wachsende Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft größere Einschnitte weitgehend verhindern.
Nach ihrem bisher erfolgreichen Krisenmanagement bleibe die Politik auch künftig gefordert. Ein wieder voll funktionsfähiger Finanzsektor ist die erste Voraussetzung für einen nachhaltigen Aufschwung. Obwohl das Vertrauen an den Finanzmärkten langsam zurückkehrt, sollte die Gefahr einer Kreditklemme nicht aus den Augen verloren werden, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Darüber hinaus scheinen Spielräume für umfangreiche Steuersenkungen mittelfristig begrenzt zu sein. In ein Minimalprogramm zur Steuerentlastung gehören aber die Abschaffung der kalten Progression und Nachbesserungen bei der Unternehmenssteuerreform, erklärt Grusser. Die Begrenzung des Verlustrücktrags und die Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer belasteten gerade in der Krise die Liquidität von Unternehmen. Auf Steuererhöhungen, wie von verschiedener Seite gefordert, solle in jedem Fall verzichtet werden.


