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Mo, 08:23 Uhr
08.02.2010

Ausbildung bei den Verkehrsbetrieben

Im orangen Hemd und dunkelblauer Jacke sitzt Marcel Gaertner hinter dem Lenkrad seines Busses. Sicher lenkt er den Niederflurbus durch die Nordhäuser Straßen. Der 22-Jährige wird bei den Nordhäuser Verkehrsbetrieben zur Fachkraft im Fahrbetrieb ausgebildet...

Ausbildung im Unternehmen (Foto: SWN) Ausbildung im Unternehmen (Foto: SWN)

Busse und auch Straßenbahnen darf er bereits allein fahren, da er die erforderlichen Prüfungen schon vor Monaten bestanden hat. Wenn die Abschlussprüfungen gut laufen, ist er im Sommer mit der Berufsausbildung fertig. Seine Berufswahl hat er bisher nicht bereut. Dass er auch an Wochenenden und Feiertagen gebraucht wird, wusste er vorher.

Die Fahrgäste sind nun mal nicht nur zwischen morgens um 7 und nachmittags um 4 unterwegs. Die ersten Busse verlassen gegen 4:30 Uhr den Betriebshof, die letzte Straßenbahn rückt eine knappe Stunde vor Mitternacht in das Depot ein, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Ausgebildet (Foto: SWN) Ausgebildet (Foto: SWN) Die staatlich anerkannte Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb – kurz FiF genannt – wurde 2002 zugelassen. Die Ausbildungsinhalte sind auf das Führen von Fahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zugeschnitten. Schwerpunkt ist das Fahren von Bussen und Straßenbahnen und die pünktliche und sichere Beförderung der Fahrgäste. Fachkräfte im Fahrbetrieb sollten sich nicht nur als Fahrer, sondern auch als Dienstleister am Fahrgast verstehen. Sie sollten offen auf Fahrgäste zugehen sowie Auskünfte zum Fahrplan, Tarif und Linienverlauf geben können.

Seit 2005 bilden die Nordhäuser Verkehrsbetriebe junge Männer zu Fachkräften im Fahrbetrieb aus. Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. „Das heißt jedoch nicht, dass sich junge Mädchen für diese Ausbildung nicht bewerben können. Der Frauenanteil im Fahrbereich wächst langsam an, inzwischen arbeiten bei uns sieben Frauen als Busfahrerinnen“ erzählt Betriebsleiter Thorsten Schwarz.

Er führt in regelmäßigen Abständen die Lehrunterweisungen im Unternehmen durch. Für übergreifende Themen schult er die Azubis aller Lehrjahre gemeinsam, die speziellen Inhalte werden getrennt vermittelt.

Im Unternehmen durchlaufen die Lehrlinge alle Bereiche. Sie lernen die Tätigkeiten in der Werkstatt, in der Verkehrsplanung und in der Betriebsleitzentrale kennen. Auch Mitarbeiter aus den Bereichen Marketing, Qualitätsmanagement, Buchhaltung u. a. vermitteln ihre Kenntnisse an das zukünftige Fahrpersonal.

Kernstück der Ausbildung ist natürlich die Fahrtätigkeit. Für Thorsten Schwarz ist wichtig, dass die Auszubildenden befähigt werden, die Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr verkehrssicher, betriebssicher und kundengerecht zu führen. Soweit alle Voraussetzungen vorliegen, steht der Führerscheinerwerb gleich im ersten Lehrjahr im Ausbildungsplan. Wer die Prüfung der Führerscheinklasse D nicht schafft, hat schlechte Karten. Die Lehrlinge werden im ersten Lehrjahr von den Busfahrern verstärkt mit „auf Strecke genommen“, damit sie alle Linienverläufe kennenlernen. Dabei erhalten sie ganz nebenbei Tipps von den versierten Fahrern. Während der Ausbildung werden die Auszubildenden ca. ein Jahr im Fahrdienst und jeweils drei Monate in der Werkstatt und in der Betriebsleitzentrale bzw. in der Verkehrsplanung eingesetzt.

Ein Einsatz in der Leitstelle oder der Verkehrsplanung des Unternehmens wird nach dem Ende der Ausbildung eher selten sein. Interesse, Eignung und offene Stellen vorausgesetzt, ist es mit diesem Abschluss jedoch auch möglich, als Fachkraft in der Betriebsleitzentrale oder der Verkehrsplanung eingesetzt zu werden.

Die praktische Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb wechselt mit dem Berufsschulunterricht im Blockmodell. Froh ist Thorsten Schwarz darüber, dass die Lehrlinge zum Berufsschulunterricht nicht mehr nach Lehrte oder Schkeuditz fahren müssen. Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2009/2010 haben die Beruflichen Schulen des Unstrut-Hainich-Kreises in Mühlhausen eine eigene Berufsschulklasse für die Fachkräfte im Fahrbetrieb eingerichtet.

Derzeit erlernen in den Verkehrsbetrieben Nordhausen vier Auszubildende und ein Umschüler den Beruf. Im August werden voraussichtlich drei weitere Lehrlinge ihre Ausbildung im Unternehmen beginnen. Helga Hoffmann von der Personalabteilung wünscht sich Bewerbungen von jungen Leuten, für die ein solcher Beruf die erste Wahl ist. Ein guter Realschulabschluss, Interesse für den Beruf, Verantwortungsgefühl und eine positive Ausstrahlung sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung.

Die Verkehrsbetriebe befördern jährlich rund 4 Millionen Fahrgäste. Für deren Sicherheit tragen die Fahrer der Straßenbahnen und Busse eine hohe Verantwortung. Marcel Gaertner wird, wenn die Abschlussprüfungen geschafft sind, das Team der insgesamt rund 80 Fahrer verstärken.
Autor: nnz

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