Mo, 14:45 Uhr
17.05.2010
Die Entdeckung der Nachhaltigkeit
Der Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen - kennen Sie den? Sie können ihn kennenlernen, den der lädt zu einer besonderen Lesung in dieser Woche in das Theater nach Nordhausen ein. An diesem Abend wird...
...Autor Ulrich Grober anschaulich aus seinem Buch Die Entdeckung der Nachhaltigkeit erzählen und den Begriff Nachhaltigkeit neu vermessen. Nachhaltig ist heutzutage alles, von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Das von Joachim Heinrich Campe 1807 herausgegebene Wörterbuch der deutschen Sprache definiert das Wort Nachhalt als das, woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält. An was kann man sich halten, was bedeutet Nachhaltigkeit?
Vor fast 250 Jahren avancierte er zum Leitbegriff des deutschen Forstwesens und bezeichnet seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen nachzuhalten. Das von Hans Carl von Carlowitz 1713 erstmals beschriebene Dreieck der Nachhaltigkeit – ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit – ist heute als sustainable development in aller Munde.
Die Idee dieses Begriffs aber reicht noch weiter zurück. Sie findet sich im Sonnengesang des Franziskus von Assisi genauso wie bei den griechischen Philosophen und den Philosophen der Aufklärung. Ulrich Grobers spannende (Zeit)Reise führt an den Hof des Sonnenkönigs und in die deutschen Fürstenstaaten, erzählt vom sächsischen Silberbergbau und vom Holzmangel. Und davon, dass die Nachhaltigkeitsidee überall, wo sie auftaucht, ein Kind der Krise ist, aber auch die Entstehung eines neuen Bewusstseins markiert. Des Bewusstseins, dass der Planet auf dem wir leben, erhalten und bewahrt werden muss.
Der Deutschlandfunk zum Buch: Entstanden ist alles andere als trockenes Begriffsgeklapper. Auch hält sich Grober nicht sklavisch an chronologische Entwicklungen. Stattdessen liefert er eine assoziationsreiche Ideengeschichte und zitiert immer wieder das Staunen von Dichtern und Astronauten über den 'schönsten Stern des Firmaments', der gleichzeitig hochgradig bedroht ist.
Wer oberflächlich an das vielschichtige Buch herangeht, könnte eine derartige Darstellungsweise als naive, sentimentale ökologische Spintisiererei abtun. Davon ist Grober allerdings weit entfernt. Er weiß sehr wohl, was die Stunde geschlagen hat, etwa wenn er die Chancen der Menschheit, das Ende dieses Jahrhunderts zu erleben, auf 50:50 einschätzt. Nein, Grober setzt eben viel tiefer an als die, die sich derzeit einseitig um eine CO2-Reduzierung bemühen.
Donnerstag, 20. Mai 2010m 19.30 Uhr, Theater-Foyer
Autor: nnz...Autor Ulrich Grober anschaulich aus seinem Buch Die Entdeckung der Nachhaltigkeit erzählen und den Begriff Nachhaltigkeit neu vermessen. Nachhaltig ist heutzutage alles, von der Diät bis zum Ausbau der Kapitalkraft. Nachhaltigkeit ist aber unser ursprünglichstes Weltkulturerbe, ein Begriff, der tief in unserer Kultur verwurzelt ist und den es vor seinem inflationären Gebrauch zu retten gilt. Das von Joachim Heinrich Campe 1807 herausgegebene Wörterbuch der deutschen Sprache definiert das Wort Nachhalt als das, woran man sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält. An was kann man sich halten, was bedeutet Nachhaltigkeit?
Vor fast 250 Jahren avancierte er zum Leitbegriff des deutschen Forstwesens und bezeichnet seitdem die Verpflichtung, Reserven für künftige Generationen nachzuhalten. Das von Hans Carl von Carlowitz 1713 erstmals beschriebene Dreieck der Nachhaltigkeit – ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit – ist heute als sustainable development in aller Munde.
Die Idee dieses Begriffs aber reicht noch weiter zurück. Sie findet sich im Sonnengesang des Franziskus von Assisi genauso wie bei den griechischen Philosophen und den Philosophen der Aufklärung. Ulrich Grobers spannende (Zeit)Reise führt an den Hof des Sonnenkönigs und in die deutschen Fürstenstaaten, erzählt vom sächsischen Silberbergbau und vom Holzmangel. Und davon, dass die Nachhaltigkeitsidee überall, wo sie auftaucht, ein Kind der Krise ist, aber auch die Entstehung eines neuen Bewusstseins markiert. Des Bewusstseins, dass der Planet auf dem wir leben, erhalten und bewahrt werden muss.
Der Deutschlandfunk zum Buch: Entstanden ist alles andere als trockenes Begriffsgeklapper. Auch hält sich Grober nicht sklavisch an chronologische Entwicklungen. Stattdessen liefert er eine assoziationsreiche Ideengeschichte und zitiert immer wieder das Staunen von Dichtern und Astronauten über den 'schönsten Stern des Firmaments', der gleichzeitig hochgradig bedroht ist.
Wer oberflächlich an das vielschichtige Buch herangeht, könnte eine derartige Darstellungsweise als naive, sentimentale ökologische Spintisiererei abtun. Davon ist Grober allerdings weit entfernt. Er weiß sehr wohl, was die Stunde geschlagen hat, etwa wenn er die Chancen der Menschheit, das Ende dieses Jahrhunderts zu erleben, auf 50:50 einschätzt. Nein, Grober setzt eben viel tiefer an als die, die sich derzeit einseitig um eine CO2-Reduzierung bemühen.
Donnerstag, 20. Mai 2010m 19.30 Uhr, Theater-Foyer


