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Mi, 08:21 Uhr
02.06.2010

Bürger in Arbeit

Die Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen (ARGE) beteiligt sich am Ausschreibungsverfahren für ein Modellprojekt "Bürgerarbeit", das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen wurde. Ein Hintergrund der Bewerbung ist die Tatsache...,


...dass der Landkreis Nordhausen als besonders strukturschwache Arbeitsmarktregion gilt und das Ziel, Menschen in Arbeit zu bringen, mit Hilfe von Förderprogrammen wesentlich besser erreicht werden kann. Im Mai wurden die Bewerbungsunterlagen eingereicht, im Juni soll es in Berlin die Entscheidung geben, ob die ARGE des Landkreises Nordhausen einen Zuschlag erhält oder nicht.

Die eigentliche Bürgerarbeit beginnt ab dem 1. Januar 2011. Die Zielstellung bis dahin lautet, 100 Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu bringen. Diese Arbeit muss zusätzlich anfallen und zwingend im öffentlichen Interesse sein. In diesen Prozess sind viele Partner der ARGE, wie zum Beispiel Verwaltungen, Kammern und Verbände mit eingebunden.

Bevor die Bürgerarbeit gestartet werden kann, beginnt ab 1. Juli die so genannte Aktivierungsphase. Dabei wird die ARGE 500 Frauen und Männer auswählen und an Maßnahmeträger überleiten. Die übernehmen im Rahmen eines Integrationsplanes die Auswahl der Teilnehmer. Dabei kann es sein, dass durch das Coaching und die punktgenaue Betreuung durchaus Chancen für eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt gesehen werden oder dass in eine Weiterbildung übergeleitet werden kann. Am Ende des individuellen Auswahlverfahrens sollen 100 Frauen und Männer mit der Bürgerarbeit beginnen. Die Beschäftigung in diesem Modellprojekt geht über maximal drei Jahre.

Territorial gesehen, wird das Modellprojekt auf die Stadt Nordhausen begrenzt sein. Diese Auswahl hat ihre Ursachen darin, dass 70 Prozent aller Arbeitslosen, die durch die ARGE betreut werden, in der Kreisstadt wohnen. Die Betreuung des gesamtes Projekts wird durch ein spezielles "Team Bürgerarbeit" bei der ARGE begleitet.
Autor: nnz

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Kommentare
Georg
03.06.2010, 20:49 Uhr
Edelsklaven?
Wieder ein neues Experiment um die wahren Zahlen am Arbeitsmarkt zu verschleiern. Ein Teil der "aktivierten" Arbeitslosen werden schon in der Aktivierungszeit ausgesondert, so wie es bereits in Schmölln und Altenburg in der Erprobungsphase der Bürgerarbeit praktiziert wurde.

Und wieder gibt es Menschen die neben "regulär" Beschäftigten Arbeitnehmern zwar die gleiche Arbeit machen dürfen aber nicht die gleichen Rechte haben. Es fängt bei der Entlohnung an und hört bei dem Urlaubsanspruch auf. Wenn sich die Bürgerarbeit, wie von der Bundesregierung geplant, in der Gesellschaft verfestigt hat wird sie eine Menge Arbeitsplätze verdrängen. Am Ende ist die Bürgerarbeit aber noch das kleinere Übel.
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