Kommentare
Der Roland
05.06.2010, 16:16 Uhr
Fair-Trade-Fieber
Man, da war ja ordentlich was los, in der neuen Fair-Handels-Stadt. Das Schlimme daran ist doch, dass einige der lokalen Akteure mit diesem Unsinn auch noch Geld machen oder ihre Existenzberechtigung nachweisen. Dieser ganze Quatsch ist doch nur die Spielwiese einiger politischer Gruppierungen, die auch im Stadtrat nur solchen Kaffee trinken müssen.
Aber teueren, nicht schmeckenden Kaffee schlürfen ist ja allemale bequemer, als sich mit den Zahlen für den Haushalt auseinander zu setzen. Hätten da nicht einige Weise in den Fraktionen merken müssen, dass dieser Haushalt überhaupt nicht genehmigt werden darf?
Gott sei Dank hat das normale Volk mit seiner Abwesentheit auf dem Hohekreuzsportplatz gezeigt, was es von manchen Spinnereien durchgeknallter Typen wirklich hält. Ein Dank ans Volk...
Motte83
05.06.2010, 18:11 Uhr
Kleine Wirtschaftslehre
Lieber Roland,
selbstredend darf man zum Thema Fairer Handel geteilter Meinung sein. Man muss es sogar, denn sonst entstehen keine lebhaften Diskussionen. Außer den Gastronomen heute auf dem Hohekreuzsportplatz wird jedoch niemand Profit aus dem Fest geschlagen haben. Im Gegenteil: es wurde ungemein viel ehrenamtliches Engagement gezeigt.
Das Wegbleiben der Familien kann man aber auch der sehr dürftigen Werbung für das Fest zuschreiben. Wir werden die Gründe wohl nicht erfahren. Fakt ist jedoch, dass der von Ihnen beschriebene teure Kaffee ein wichtiges Instrument für eine funktionierende Weltwirtschaft ist. Auch für uns in Nordhausen. Ohne die Freiwilligkeit des fairen Handels haben Menschen in Entwicklungsländern keine Chance, Bildungssysteme und kommunale Strukturen aufzubauen.
Ohne Menschen, die fair gehandelte Produkte konsumieren, müssten wir demnach noch höhere Ausgaben des Bundes für Entwicklungshilfe über unsere Steuern finanzieren.
Auch ist fairer Handel für uns wichtig. Das Thema sensibilisiert Konsumenten auch in unserem Sinne. Auch ich möchte in Thüringen fair für meine Arbeit bezahlt werden und optimale Bildungssysteme für meine Kinder vorhanden wissen. All dies klappt nur mit einer funktionierenden Weltwirtschaft.
Sie sollten den Kaffee Ihrer Wahl genießen, lieber Roland. Wichtig ist einzig allein, sich beim Einkauf über die Konsequenz Ihres Handelns im klaren zu sein. Wenn Sie zum günstigeren Kaffee ein Brot mit Mühlhäuser Marmelade essen, ist es ebenfalls sinnvoll.
Mir übrigen schmeckt der Kaffee und ich lade Sie gerne zur einer guten Tasse fairem Kaffee ein.
pitti7
05.06.2010, 23:47 Uhr
@Logix,kleine korrektur
.."Wenn Sie zum günstigeren Kaffee ein Brot mit Mühlhäuser Marmelade essen, ist es ebenfalls sinnvoll."
nach neuesten erkenntnissen und 100%ig sicheren quellen:
Die 'Gute Mühlhäuser Marmelade' (wie auch pflaumenmus) wird nicht erst seit gestern aus überwiegend bestem(?) UNGARISCHEN obst hergestellt! FAIR TRADE? ok! ABER: ökologisch sinnvoll??? nö!!!
und dafür wurden kurz vor MHL (von NDH kommend) eine zig qm große sauerkirschplantage platt gemacht.und nur weil hungarian obst besser (weil billiger) is(s)t??????? und keine abnahme für heimisches obst vorhanden war,na toll!
aber wie schon geschrieben,nichts gegen fair-trade,jedoch den ökologisches aspekt nicht aus den augen verlieren!
1000 dank!!!
Georg66
06.06.2010, 08:07 Uhr
Planwirtschaft
Werte Damen und Herren, seit 20 Jahren darf ich essen und trinken was ich will und nicht was die Anderen wollten! Solange Milliarden für die Rüstung ausgegeben werden, braucht mir hier keiner mit einem fairen Handel kommen.
Für die sogenannten Entwicklungsländer gilt: Kein Stück Brot in der Hand, aber die AK 47 im Schrank!
MFG
TeeEff
06.06.2010, 14:58 Uhr
tja Georg66
abgesehen davon das in den meisten Ländern wo Kaffee und Co. angebaut wird sich KEINE AK-47 im Schrank befindet und die Menschen auch nicht zwingend Hunger leiden, ist es doch so, dass eine AK-47 deutlich länger haltbar ist als ein Brot...
Das ändert aber alles nichts an den Fakten, das diese Menschen unter der Prämisse: "Geiz ist geil!" aufs Äußerste ausgebeutet werden, sowie unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und leben müssen, da ihr Lohn nur für Essen etc. reicht, und sich deshalb dort kaum jemals etwas zum Besseren entwickelt wird, geschweige denn Nachhaltigkeit und gesunder Fortschritt einkehren kann.
Von daher ist Fair-Trade, im Gegensatz zu anderen oft sehr fragwürdigen "Entwicklungshilfeprojekten", die mehr schaden als nützen und oft in eine noch schlimmere Abhängigkeit führen, da sie beispielsweise bei massiven, überreichlichen Hilfslieferungen außerhalb von Katastrophen, den lokalen Agrarmarkt durch den totalen Preisverfall zerstören und dieser zukünftig nicht mehr existent ist und damit die Möglichkeit zur Selbstversorgung dauerhaft vernichtet wurde.
Paulleger
06.06.2010, 15:55 Uhr
herrje
schon interessant, wie sich einige nutzer hier allein durch das vorhandensein von fair gehandeltem kaffee derartig bedroht fühlen - als würde er nun jedem nordhäuser bürger intravenös eingeflößt...
und nebenbei, georg 66: vielleicht würden sich ja auch die kaffeebauer in den entwicklungsländern über geringere militärausgaben freuen.
undCO
07.06.2010, 08:04 Uhr
@Der Roland, arme Wurst !!!!!
Respekt allen die dazu beigetragen haben, dieses Fest auf die Beine zu stellen. Für alle Gäste war es bei super Wetter ein sehr schöner und informativer Nachmittag. Wenn in der "kinderfreundlichen" Stadt mal eine Veranstaltung für die ganze Familie ist und keiner geht hin, kann man das nicht den Veranstaltern zusprechen.
Ach Roland, geh doch deinen KAFFEE beim Rolandsfest schlürfen und langweile uns nicht mit deinen Kommentaren.
Larissa, Jenny
vonBrosius
07.06.2010, 09:17 Uhr
@undCO
Auch ich werde meinen Kaffee genüsslich nun schlürfen.(gerad gekauft.Tschibo)
Und wünsche der NNZ, dem Rathaus Personal und allen die nun denken FAIR zu sein, ihren Bitteren geschmacklosen Kaffee ala FAIR the Norhissen.
Desweiteren währe noch angebracht zu sagen , so FAIR ist das garnicht mit den Fairtrade
mal Googeln.
Und soviel war nun auch nicht los beim Fairtrade Fest. Aber vieleicht war es ja das Schlechte Wetter wie einst schon auf dem Rathausplatz vor Monaten, als Schrankenlos dort Mittellos fast alleine stand..
Damals waren die Kinder schuld, da war ja ein Kinderfest, in der nähe..(ich hau mich wech)
Georg66
07.06.2010, 09:48 Uhr
Missverständnis
Ich möchte hiermit ausdrücklich klarstellen, dass ich kein Feind von Kinderfesten usw. bin. Ich freue mich, wenn die Kinder ihren Spass haben.
Dass solche Feste für wirtschaftliche und politische Zwecke verwendet werden, ist sehr bedauerlich.
Nordhausen ist eine Stadt am Südharz und nicht fairtrade town!
Schlenni
07.06.2010, 15:40 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Kein Chat
Motte83
07.06.2010, 17:18 Uhr
Diskussionskultur
Sehr geehrte "Forums-Community",
ich persönlich kann die teilweise fast diffamierende Art hier kaum nachvollziehen. Unterschiedlicher Meinung zu sein ist ja okay, aber es sollte vielleicht auch sachlicher gehen.
Vielleicht helfen die folgenden Fakten:
- Der Beschluss, sich zur Fair-Trade-Twon zertifizieren zu lassen, wurde von allen Fraktionen außer NPD gestützt. Demnach hat ein von uns gewähltes Gremium entschieden. Auch wenn es dem einen oder anderen nicht passt.
- Nordhausen ist auch eine Stadt am Südharz, lieber Georg, aber auch Fair-Trade-Town, weil es eine Ratsmehrheit dafür gibt. Ich finde das auch nicht verwerflich. Je mehr solcher Titel unserer Stadt verliehen werden, desto eher findet jeder von uns etwas, womit er sich auch identifizieren kann.
- Die Arbeit für die Vorbereitungen des Festes aber auch die Arbeit für die gesamte Kampagne, die im Übrigen auch fortgesetzt wird, wurde ehrenamtlich erbracht. Die Treffen der Steuerungsgruppe fanden allesamt abends statt. Vielen Dank für das Engagement an dieser Stelle an alle Beteiligten.
- Ich konnte keine Alleinstellung politischer Gruppierungen sehen, da alle Fraktionen demokratischer Parteien ehrenamtlich in der Steuerungsgruppe mitgewirkt haben.
- Die wahren Gründe für die schlechten Besucherzahl bleiben uns wohl für immer verborgen. Ausschließen können wir sicherlich, dass es an einer Ablehnung der Fairtrade-Thematik liegt, denn die Veranstalter vergaßen leider, diese Thematik in die Plakate einfließen zu lassen. Vielleicht kam die Werbung auch einfach zu spät. Wer weiß.
- Jeder soll trinken, was er will... Es gibt aber sowohl mit, als auch ohne Fairtrade-Siegel gut- und schlecht-schmeckenden Kaffees. Nur, weil ein Kaffeeröster keine Kinderarbeit unterstützt, schmeckt der Kaffee nicht schlechter.
- @Pitti7: Vielen Dank für die Richtigstellung.
Abschließend vielleicht noch an die ewig Nörgelnden: Die Zertifizierung zur Fairtrade-Town hat keine Haushaltsmittel gekostet. Arbeit wurde ehrenamtlich eingebracht, es gab Sponsoren und durch Transfair e.V. eine Förderung für das Fest. Vielleicht ist ein wenig mehr Weltoffenheit angebracht. Es kann nicht schaden, mit öffentlich wirksamen Auftritten einfach mal auf sich aufmerksam zu machen. Wir können auch alle auf graue Maus machen und uns wundern, dass in Nordhausen auch wirtschaftlich nichts passiert.
Ich für meinen Teil finde es immer gut, wenn Nordhausen überregional Erwähnung findet.
TeeEff
07.06.2010, 23:06 Uhr
@Logix
"Vielleicht kam die Werbung auch einfach zu spät. Wer weiß."
Also ich hab zugegebenermaßen erst am Tag vorher davon Kenntnis genommen, als ich im Vorbeigehen das an der Hecke befestigte Banner am Hohekreuzsportplatz bemerkt hatte, auch wenn es am 2. hier in einem Artikel der NNZ angekündigt wurde.
SurPrice
08.06.2010, 11:57 Uhr
Steuerungsgruppe - zeig Dich!
"Die Arbeit für die Vorbereitungen des Festes aber auch die Arbeit für die gesamte Kampagne, die im Übrigen auch fortgesetzt wird, wurde ehrenamtlich erbracht. Die Treffen der Steuerungsgruppe fanden allesamt abends statt. Vielen Dank für das Engagement an dieser Stelle an alle Beteiligten."
@Logix
Ihr Passus impliziert eine wichtige Stellung der Steurerungsgruppe im Rahmen des Fairtrade Kinder- und Familienfestes. Dem soll angemerkt werden, dass sie offenbar lediglich institutionelles Organ, statt exekutiv fungierend Auftritt. Das Fest ist dem Engagement eines studentischen Teams, Nordhäuser Akteuren des Dritten Sektors und ebenso der Stadt Nordhausen und den Sponsoren geschuldet. Die Steuerungsgruppe nutzte nur allzugern die Medienwirksamkeit solch einer Veranstaltung.
Die Zertifizierung Nordhausens als Fairtrade Town ist nicht der Steuerungsgruppe zu verdanken, sondern der Erfüllung eines der Kriterien mit ihrer Gründung und der Arbeit der Fairtrade Town Kampagne. Das Selbstverständnis ist sicher ein anderes - dann sei sie auch aufgerufen dies umzusetzten. Vielleicht denn nun im Folgenden, mit einem Titel den es zu verteidigen und mit Leben zu füllen gilt!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.