FDP verlangt Baustopp
Auf die Geschehnisse rund um die Baustelle eines Discounters am Altentor hat jetzt die erste Fraktion des Nordhäuser Stadtrates reagiert...
Die FDP-Stadtratsfraktion hat aufgrund der aktuellen Geschehnisse auf der Baustelle des Nettomarktes eine Anfrage an Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gestellt, um die im Rahmen der Bebauung des ehemaligen Altentor-Fiedhofes aufgetretenen Probleme zu klären. Folgende Fragen sollen von der Stadtverwaltung beantwortet werden:
1. Wem gehört bzw. gehörte die Fläche, auf der sich erst ein kirchlicher Friedhof befand jetzt der Discounter errichtet wird?
2. Wurde die Baugenehmigung mit dem Wissen erteilt, dass sich dort ein Friedhof befand?
3. Wenn ja, inwiefern fand dieser Sachverhalt bei der Genehmigung die entsprechende Berücksichtigung?
Da diese letzte Ruhestätte offensichtlich durch die Baumaßnahme regelrecht aufgewühlt wird, fordert die FDP-Fraktion einen Baustopp, um die verbliebenen Gräber zu bergen und die Toten umzubetten.
Autor: nnz
Kommentare
Luftikus
24.07.2010, 22:14 Uhr
Baustopp? Völlig übertrieben!
Liebe Leute bei aller Freude und Respekt vor den Verstorbenen. Jetzt lasst die Kirche im Dorf.
Es gab zahlreiche Baustellen, bei denen frühere Begräbnisstätten überbaut wurden. Da eine Standfestigkeit des Boden für den späteren Bau durchgeführt werden muß, wird die Baufirma entscheiden, ob die Gräber geräumt werden und dabei die Gebeine in einer Sammelgrablage wieder bestattet werden oder ob es reicht, die Fläche mit Schotter zu verdichten um dann die Bodenplatte aufzubringen. Es mag für den einen oder anderen schockierend sein, aber nur in der jüdischen Religion dürfen die Gräber nicht überbaut werden und bleiben bestehen.
Einen Baustopp auszusprechen finde ich überzogen. Will mann denn auch alle Gebeine hinterm Rathaus bergen, bevor hier die Bibliothek entsteht? Der Wohnblock in der Leimbacher Straße steht auf dem ehemaligen Zentral-Friedhof. Automarkt Kramer in Salza steht auf dem ehemaligen Friedhof, wie auch nebenan die Gaststätte der Gartensparte Salza in der Clara-Zetkinstraße. Der hintere Bereich des alten Friedhofes in Salza wird im gesamter Größe als Schulsportplatz genutzt!
Die Kirche selbst überbaute alte Grabstätten mit neuen Kirchenbauten oder Erweiterungsbauten. Der ehemalige uralte Friedhof der Petrigemeinde auf dem Petersberg ist heute Festgelände, sein ausgelagerter späterer Friedhof (bis ca. 1945) ist heute von der Berufsfeuerwehr und dem neu sanierten Sozialgericht überbaut. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Friedhof der Frauenbergkirche heute von Hohekreuzsportplatz bedeckt.
Auch der Neustädter Friedhof (St. Jacobigemeinde) Freiherr-vom-Stein-Straße Ecke Uferstraße ist vollständig überbaut und Sitz eines Nordhäuser Vereins. Alle diese Friedhöfe sind bis ca. 1945 belegt und sind kurze Zeit später überbaut worden.
Es ist die Zeit des Lebens und des Wachsens einer Stadt. Alle Friedhöfe lagen einst am Rande der Stadt bzw. sogar vor den Toren der Stadt. Nordhausen wächst und gedeiht und die einstigen Grabstätten liegen nun mittendrin. Das betrifft jede Stadt und nicht nur Nordhausen. Es wird auch allgemein so gehandhabt, dass freigelegte Gebeine in einem Sammelgrab wieder bestattet werden.
Georg66
25.07.2010, 01:13 Uhr
Gelber Zauber
Die FDP sollte lieber an die 52 deutsche Soldaten denken, welche bis jetzt in Afganistan in einem sinnlosen Krieg umgekommen sind. Die da in der Gehardt-Hauptmann-Strasse liegen sind nicht so wichtig, denn die haben es schon hinter sich.
Aber etliche deutsche Soldaten und deren Familien haben es noch vor sich. Da braucht die Partei der besser verdienenden hier keinen Totenkult anbringen.
Wer sich um Lebende nicht kümmert, braucht sich um Tote erst recht nicht kümmern. Es wird immer besser mit schwarz-gelb.
blackbear77
25.07.2010, 01:20 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema
Loki
25.07.2010, 08:35 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Verstoß gegen AGB
Sebastian1
25.07.2010, 18:03 Uhr
Steine im Weg legen
Hallo leute, ich stimme den restlichen Kommentaren zu, es ist endlich an der Zeit. Das auch in NDH mal was passiert was Lebensmittel märkte betriffen schon alleine in der Arnoldstrasse neben Autopoint der eigentliche Plusmarkt jetzt Netto hatte es so Schwer da die genehmigung zu bekommen usw.
Man soll investitionen und investoren Einladen und Herzlich begrüßen und sich bedanken das sie sich für NDH entscheiden.
Würden wir alle Baustellen und investitionen Stoppen oder Stillegen wäre nordhausen Ausgestorben oder wie in Chemnitz oder Sondershausen eine Rentner Stadt.
liebe grüßé
katzenfreund
25.07.2010, 18:16 Uhr
Baustopp
Ich bin jetzt fasst 48 Jahre. Ich kann man mich sehr gut an die Zeit des Friedhofes erinnern. Als Kind waren wir oft daran vorbei gegangen.
Im Laufe der Zeit hat sich viel verändert (zum positiven, wie auch negativen) in der Stadt. Wem hat es zur DDR Zeit interessiert, dass das ein Friedhof war. Niemanden. Da wurde der Platz vom Kraftverkehr genutzt und bis heute war es ein Parkplatz. Hat sich niemand an den Friedhof erinnert. Nur jetzt. Was war das für ein Friedhof ? Wer wurde dort wann beerdigt ? Warum wurde nicht vor " Baubeginn " nachgeforscht ?
Es hört sich so an, als wenn der Friedhof urplötzlich wieder aufgetaucht ist. Es muss doch zu vor ein Bauantrag gestellt werden. War da nicht bekannt, dass dort ein Friedhof ist bzw. war.
Ich verstehe das drum herum nicht. Natürlich verstehe ich nicht, warum der Netto nicht in den " alten PLUS " einzieht. Aber das ist Politik. Ich hoffe, dass die verstorbenen und dort noch begrabene endlich Ihre letzte RUHE finden.
C.S.
blackbear77
26.07.2010, 02:45 Uhr
48??????
Der Friedhof wurde 1940 entwidmet. Auch damalsn war die Ruhezeit so um die 20 Jahre, also grob gerechnet der letzte Mensch auf diesem Friedhof wurde 1920 beigesetzt.
Wir haben das Jahr 2010 minus 48 Jahre ergiebt 1972 geboren. Also selbst 1972 war da bestimmt nix mehr an Friedhof zu entdecken. Aber ansonsten bin ich ähnlicher Meinung wie der Undertaker Tom. www.bestatterweblog.de
gefundene Gräber umbetten, und dann weiterbauen.
Niemand auch als Toter hat es verdient eibfasch so mit Beton übergossen zu werden. Punkt. Andererseits versteh ich die Aufregung gar nicht, da zb sollstedt ja explizit nen discounter haben will, (auf dem grundstück des alten friedhofs.)
Flitzpiepe
26.07.2010, 09:38 Uhr
Rechnen
Hier wird scheinbar so hektisch kommentiert, dass das Rechnen nicht so genau genommen wird.
2010 - 48 ist immer noch 1962. Aber das kann schon passieren bei dem wichtigen Thema.
Ich finde es eher bedenklich, dass ein Handelskonzern auf Teufel komm raus neue Märkte baut. In für mich sinnloser Weise. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dadurch insgesamt mehr Umsatz gemacht wird.
Aber scheinbar ist die Gewinnspanne so groß, dass man es sich leisten kann. Auch wenn es vielleicht nur darum geht, den Konkurrenten in 200 Meter Entfernung zu ärgern. Und es ist bedenklich, dass die Stadt so etwas unterstützt.
H.Buntfuß
26.07.2010, 19:24 Uhr
4%, da greift man nach jeden Strohhalm
Da hat sich wohl Herr Titulaer etwas vergaloppiert, wie sich jetzt ja herausstellt, ist der Friedhof schon seit einiger Zeit entwidmet. Aber Herr Titulaer führt ein Bestattungsunternehmen:" EIN SCHELM, DER DABEI BÖSES DENKT".
Auch hat die Stadtverwaltung mit dieser Angelegenheit nicht so viel zu tun, wie uns die FDP gern glauben machen möchte. Aber ich kann das schon verstehen, eine Partei die unter so einer Schwindsucht steht, greift nach jeden Strohhalm. Hier hat sich ein Unternehmer zu Wort gemeldet und schon springt die FDP auf den fahrenden Zug auf.
Aber glauben sie mir, liebe FDP-Mitglieder, dieser Stohhalm wird sie nicht an das rettende Ufer bringen. Sie haben ihre Wähler zu oft und zu arglistig getäuscht. Was mich jetzt am meisten wundert, ist die Frage: Seit wann ist die Partei sozial, menschlich und moralisch eingestellt?
Ich kenne diese Partei nur als Ellenbogenpartei, die jedem unterstellt, er sei selber schuld, wenn er kein Unternehmer ist. Hat sich diese Partei schon einmal auf die Seite der sozial Schwachen gestellt, nicht dass ich wüsste. Lässt aber ein Unternehmer einen Furz, dann ist die FDP zur Stelle.
Aber was soll man von dieser Partei auch anderes erwarten, dessen Chef den Hartz-IV-Empfängern Dekadenz vorwirft und sich selber dekadent gibt. Meiner Meinung nach frisst die FDP aus jeden Napf, Hauptsache er verspricht Macht.
Peppone
26.07.2010, 22:34 Uhr
Na, na,
lieber Werner,
wenn morgen die Imker sagen, dass sie ein "scheiß" Wetter für ihre Bienen hätten, wäre ihre gesellschaftspolitische Kritik bestimmt gelinder ausgefallen.
Ich kümmere mich übrigens auch um die "Wildleichen" auf der Straße. Geld verdienen tut man damit nicht, im Gegenteil, jeder ruft einen zur tag- und nachtzeit an. Man machts halt!
Wer soll sich denn für anständige Bestattungen interessieren, wenn nicht die, die tagtäglich damit zu tun haben? Muss man da in einer Partei sein, um ein bischen Gespür für Pietät zu haben?
FDP Mitglied muss man bestimmt nicht sein, bin ich auch nicht. Wenn die nen Baustopp mit doppel P verlangt haben ist es doch gut!
Dann kommt im Erfolgsfall wenigstens kein neuer "Ausbeutermarkt" von Edeka!;-)
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.