Mo, 11:31 Uhr
26.07.2010
Begegnung mit Christensen
Am Samstag gibt es in der Dichterstätte in Limlingerode eine Begegnung mit der dänischen Autorin Inger Christensen, die als Lyrikerin so anerkannt ist, dass sie für den Literaturnobelpreis gehandelt wurde. Diesen kann man ihr nun nicht mehr zuerkennen, denn sie starb im Januar 2009.
Neben der Trauer in Dänemark, wo ihr Werk hohe Wertschätzung hat, trauerten auch die Lyrikfreunde in Deutschland. Dank des kongenialen Übersetzers Hanns Grössel liegen ihre Gedichtbände in deutscher Sprache vor, und sie sind schon länger kein Geheimtipp mehr. Christensen, 1935 an der Ostküste Jütlands geboren, lernte Volksschullehrein, studierte dann einige Semester Medizin, Chemie und Mathematik in Kopenhagen, wo sie bis zum Lebensende lebte. In den 1960er Jahren begann sie mit der literarischen Arbeit.
Ihre Poetik folgt einem Sprachsystem nach mathematischen oder musikalisch-kompositorischen Regeln. Christensens Werk wird von der Kritik überwiegend der experimentellen Literatur zugerechnet, was aber keinesfalls Unverständlichkeit bedeutet.
Internationales Ansehen errang sie mit einem relativ schmalen Werk. Dabei spielten die Gedichtsammlungen Lys (Licht), Det (Das), Alfabet (Alphabet) und Sommerfugledalen (Schmetterlingstal) eine besondere Rolle. Schmetterlingstal. Ein Requiem wird als Meisterwerk europäischer Lyrik gerühmt. Es enthält einen klassischen Sonettenkranz mit vierzehn Sonetten und dem abschließenden Meistersonett. Wirklichkeit und Vorstellung lassen sich in ihren Werken kaum auseinanderhalten.
Sarah Kirsch und sie waren gut miteinander bekannt und hochschätzten sich gegenseitig. Im Herbst 1985 besuchte die, wie sie sagt, auch im hohen Norden lebende deutsche Dichterin während einer Reise nach Dänemark die Kollegin. 1996 hielt diese in Münster anlässlich der Verleihung des Annette von Droste-Hülshof-Preises an Sarah Kirsch die Laudatio und sprach von der Landschaft Kirsch. Christensen sprach ausgezeichnet deutsch.
Über sich selbst und den Antrieb zum Schreiben erklärte sie: Ich bin eine ganz normale Sterbliche, mache Essen und treibe alles Mögliche. Nur manchmal, und es geschieht eigentlich selten, vergesse ich, was ich gewusst habe. Dann muss ich es noch einmal formulieren.
In der HausART Nr. XXXII stellt der Grafiker und Maler Dieter Goltzsche, Berlin/Dresden in Limlingerode aus. Er ist Jahrgang 1934 und kennt Sarah Kirsch seit ihrem Leben in Berlin Ost. Er gestaltete ihren berühmten Gedichtband Zaubersprüche und den Prosaband Sommerhütchen mit seinen Grafiken. Seine Ausstellung trägt den Titel: Zeichnungen zur Literatur.
Samstag, 31. Juli, ab 14.30 Uhr
Heidelore Kneffel
Autor: nnzNeben der Trauer in Dänemark, wo ihr Werk hohe Wertschätzung hat, trauerten auch die Lyrikfreunde in Deutschland. Dank des kongenialen Übersetzers Hanns Grössel liegen ihre Gedichtbände in deutscher Sprache vor, und sie sind schon länger kein Geheimtipp mehr. Christensen, 1935 an der Ostküste Jütlands geboren, lernte Volksschullehrein, studierte dann einige Semester Medizin, Chemie und Mathematik in Kopenhagen, wo sie bis zum Lebensende lebte. In den 1960er Jahren begann sie mit der literarischen Arbeit.
Ihre Poetik folgt einem Sprachsystem nach mathematischen oder musikalisch-kompositorischen Regeln. Christensens Werk wird von der Kritik überwiegend der experimentellen Literatur zugerechnet, was aber keinesfalls Unverständlichkeit bedeutet.
Internationales Ansehen errang sie mit einem relativ schmalen Werk. Dabei spielten die Gedichtsammlungen Lys (Licht), Det (Das), Alfabet (Alphabet) und Sommerfugledalen (Schmetterlingstal) eine besondere Rolle. Schmetterlingstal. Ein Requiem wird als Meisterwerk europäischer Lyrik gerühmt. Es enthält einen klassischen Sonettenkranz mit vierzehn Sonetten und dem abschließenden Meistersonett. Wirklichkeit und Vorstellung lassen sich in ihren Werken kaum auseinanderhalten.
Sarah Kirsch und sie waren gut miteinander bekannt und hochschätzten sich gegenseitig. Im Herbst 1985 besuchte die, wie sie sagt, auch im hohen Norden lebende deutsche Dichterin während einer Reise nach Dänemark die Kollegin. 1996 hielt diese in Münster anlässlich der Verleihung des Annette von Droste-Hülshof-Preises an Sarah Kirsch die Laudatio und sprach von der Landschaft Kirsch. Christensen sprach ausgezeichnet deutsch.
Über sich selbst und den Antrieb zum Schreiben erklärte sie: Ich bin eine ganz normale Sterbliche, mache Essen und treibe alles Mögliche. Nur manchmal, und es geschieht eigentlich selten, vergesse ich, was ich gewusst habe. Dann muss ich es noch einmal formulieren.
In der HausART Nr. XXXII stellt der Grafiker und Maler Dieter Goltzsche, Berlin/Dresden in Limlingerode aus. Er ist Jahrgang 1934 und kennt Sarah Kirsch seit ihrem Leben in Berlin Ost. Er gestaltete ihren berühmten Gedichtband Zaubersprüche und den Prosaband Sommerhütchen mit seinen Grafiken. Seine Ausstellung trägt den Titel: Zeichnungen zur Literatur.
Samstag, 31. Juli, ab 14.30 Uhr
Heidelore Kneffel


