So, 13:21 Uhr
22.08.2010
nnz-Betrachtung: Revolte und Revolution
Präsidien bei Wacker Nordhausen haben es wahrlich nicht leicht. Immer wieder gibt es Baustellen. Der Charakter dieser hat sich mit der Zeit verändert. Deutlich wurde das gestern in Sondershausen.
Waren es in den zurückliegenden Jahren mehr oder weniger finanzielle oder steuerliche Baustellen, so geht es vermutlich aktuell ums Personelle. Das aber hat sich bereits seit Jahren abgezeichnet und fand seinen Eklat in Sondershausen, in er Kabine von Wacker, in der Halbzeitpause. Dessen Ergebnis konnte der Nordhäuser Anhang bestaunen: Torsten Klaus und Stephan Hoffmann wurden ausgewechselt. Das, so hat die nnz erfahren, war keine taktische Entscheidung von Trainer Jens Ludwig, das soll das Ergebnis eines eher unsportlichen Gesprächs zwischen den beiden Spielern und dem Trainer gewesen sein.
Soll, denn offiziell bestätigen will das niemand, weder aus dem Präsidium, noch aus der Mannschaft. Doch vor allem Torsten Klaus setzt damit einen Trend fort, der sich durch eine innere Undiszipliniertheit auszeichnet. Einzig Burkhard Venth war vermutlich in der Lage, den Spieler im Zaum zu halten. Nun soll Jens Ludwig die Reißleine gezogen haben, hoffentlich hat er die Rückendeckung des Präsidiums, hoffentlich schauen die Verantwortlichen nicht nur auf die Tore, die Klaus in den zurückliegenden Jahren für Nordhausen geschossen hat? Hoffentlich ziehen sie den richtigen Konsequenzen.
Auch für den Stürmer mit äußerst eingeschränktem Bewegungsradius gilt: Jeder ist ersetzbar. Und: Bleibt das sportliche Niveau weiterhin konstant schlecht, dann muss sich auch Ludwig diesen Fakt als Frage stellen lassen oder stellen. Der Trainer ist in diesem Spiel die schwächste Stelle, denn er muss mit dem zurechtkommen, was der Markt und die Konten des Vereins hergeben. Und da ist mometan mit wenig Moos nicht viel los. Selbst Vereine in der Landesklasse kaufen den Spielermarkt leer. Beispiel dafür ist Eisenach, der Verein soll 1.500 Euro bis 1.600 Euro für gute Spieler bieten - monatlich.
Wenn das Nordhäuser Präsidium weiter nach dem Motto verfährt Konsolidieren aus dem eigenen Nachwuchs heraus”, dann werden die Nordhäuser Fans noch zwei bis drei Spielserien Mittelmaß-Fußball zu sehen bekommen. Denn: Die Leistungsträger in der ersten Männermannschaft, die sind an ihrer Leistungsgrenze angekommen, die spielen seit Jahren (manche seit Jahrzehnten) auf diesem Niveau. Das ist keine Kritik, das ist lediglich eine Feststellung eines Beobachters. Und die Jungen? Die brauchen noch Jahre, um an das Tempo, die Technik, die Spielkultur oder die Härte einer Thüringenliga heranzukommen. Letztlich ist das auch bei Wacker Nordhausen so: Von zehn Talenten wird sich letztlich ein junger Nachwuchsfußballer durchbeißen. Wenn der dann nicht vorher von Eisenach oder anderen Vereinen weggekauft wird.
Soll Nordhausen tonangebend in Thüringen sein, soll Wacker-Fußball künftig nach mehr drängen, dann ist am Albert-Kuntz-Sportpark eine Revolution in vielfacher Hinsicht nötig: Personell, sportlich und inhaltlich. Und wie das immer bei Revolutionen ist: Es wird Sieger und es wird Gewinner geben. Doch einen dritten Weg kann es nicht geben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzWaren es in den zurückliegenden Jahren mehr oder weniger finanzielle oder steuerliche Baustellen, so geht es vermutlich aktuell ums Personelle. Das aber hat sich bereits seit Jahren abgezeichnet und fand seinen Eklat in Sondershausen, in er Kabine von Wacker, in der Halbzeitpause. Dessen Ergebnis konnte der Nordhäuser Anhang bestaunen: Torsten Klaus und Stephan Hoffmann wurden ausgewechselt. Das, so hat die nnz erfahren, war keine taktische Entscheidung von Trainer Jens Ludwig, das soll das Ergebnis eines eher unsportlichen Gesprächs zwischen den beiden Spielern und dem Trainer gewesen sein.
Soll, denn offiziell bestätigen will das niemand, weder aus dem Präsidium, noch aus der Mannschaft. Doch vor allem Torsten Klaus setzt damit einen Trend fort, der sich durch eine innere Undiszipliniertheit auszeichnet. Einzig Burkhard Venth war vermutlich in der Lage, den Spieler im Zaum zu halten. Nun soll Jens Ludwig die Reißleine gezogen haben, hoffentlich hat er die Rückendeckung des Präsidiums, hoffentlich schauen die Verantwortlichen nicht nur auf die Tore, die Klaus in den zurückliegenden Jahren für Nordhausen geschossen hat? Hoffentlich ziehen sie den richtigen Konsequenzen.
Auch für den Stürmer mit äußerst eingeschränktem Bewegungsradius gilt: Jeder ist ersetzbar. Und: Bleibt das sportliche Niveau weiterhin konstant schlecht, dann muss sich auch Ludwig diesen Fakt als Frage stellen lassen oder stellen. Der Trainer ist in diesem Spiel die schwächste Stelle, denn er muss mit dem zurechtkommen, was der Markt und die Konten des Vereins hergeben. Und da ist mometan mit wenig Moos nicht viel los. Selbst Vereine in der Landesklasse kaufen den Spielermarkt leer. Beispiel dafür ist Eisenach, der Verein soll 1.500 Euro bis 1.600 Euro für gute Spieler bieten - monatlich.
Wenn das Nordhäuser Präsidium weiter nach dem Motto verfährt Konsolidieren aus dem eigenen Nachwuchs heraus”, dann werden die Nordhäuser Fans noch zwei bis drei Spielserien Mittelmaß-Fußball zu sehen bekommen. Denn: Die Leistungsträger in der ersten Männermannschaft, die sind an ihrer Leistungsgrenze angekommen, die spielen seit Jahren (manche seit Jahrzehnten) auf diesem Niveau. Das ist keine Kritik, das ist lediglich eine Feststellung eines Beobachters. Und die Jungen? Die brauchen noch Jahre, um an das Tempo, die Technik, die Spielkultur oder die Härte einer Thüringenliga heranzukommen. Letztlich ist das auch bei Wacker Nordhausen so: Von zehn Talenten wird sich letztlich ein junger Nachwuchsfußballer durchbeißen. Wenn der dann nicht vorher von Eisenach oder anderen Vereinen weggekauft wird.
Soll Nordhausen tonangebend in Thüringen sein, soll Wacker-Fußball künftig nach mehr drängen, dann ist am Albert-Kuntz-Sportpark eine Revolution in vielfacher Hinsicht nötig: Personell, sportlich und inhaltlich. Und wie das immer bei Revolutionen ist: Es wird Sieger und es wird Gewinner geben. Doch einen dritten Weg kann es nicht geben.
Peter-Stefan Greiner

