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Di, 15:32 Uhr
24.08.2010

Angebot für Bewegungskünstler

Dritte Sportstunde (Foto: J. Piper) Dritte Sportstunde (Foto: J. Piper)
Die zusätzliche dritte Sportstunde für die ersten Klassen war heute ein Thema bei der Dienstberatung der Fachkonferenzleiter Sport, den Leitern des Sportunterrichts an den Schulen. Denn die ist in 13 Grundschulen in diesem Schuljahr neu...


Fast 500 Schüler machen mit. „Eigentlich hatten wir die dritte Sportstunde für die Erstklässler angedacht. Aber einige Schulen beziehen gleich die zweiten Klassen mit ein“, sagte Werner Hütcher, Schulsportkoordinator im Schulamt Worbis, der das Projekt neben dem Landkreis Nordhausen auch im Eichsfeld betreut. Die dritte Sportstunde ist ein freiwilliges Angebot, die Schule entscheiden abhängig von der personellen und räumlichen Situation, ob sie sich beteiligen können.

Die Thüringer Stundentafel sieht für die ersten beiden Klassenstufen zwei Sportstunden vor. Erst ab Klasse 3 stehen drei Sportstunden im Plan. Doch gerade in den ersten beiden Schuljahren sei der Bewegungsdrang der Kinder am größten. Gerade hier bräuchten sie es am nötigsten, so Werner Hütcher. Dies zeige auch die wissenschaftliche Untersuchung eines Modellversuchs in Schmalkalden: Die positiven Auswirkungen der zusätzlichen Sportstunde waren klar messbar.

„Uns geht es nicht nur darum, dass die Kinder schneller laufen oder höher springen”, so Werner Hütcher, Schulsportkoordinator im Schulamt Worbis. „Vielmehr entstehen enorme Synergieeffekte: es fördert die Sozialkompetenz, die Kinder lernen besser, sind leistungsstärker und ausgeglichener.“

An den teilnehmenden Schulen erhält nun jedes Kind einen Aufkleber mit einem rennenden Löwen und der Aufschrift “Bewegungskünstler Erster Klasse”. Außerdem stellt der Landkreis den teilnehmenden Schulen in seiner Trägerschaft 2.000 Euro für Sportgeräte zur Verfügung. Der Stundenplan wird für die Schüler natürlich nicht länger. Für die zusätzliche Stunde Sport nutzen die Schulen Ergänzungsstunden.

Inhaltlich wird das Vorhaben von der Sportfachberaterin Roswitha Huke begleitet, die ihren Kollegen spezielle Fortbildungen anbietet. Zu den Schwerpunkten des verstärkten Sportunterrichts zählen beispielsweise Wahrnehmungsübungen, kleine Spiele, Teamübungen oder fachübergreifendes Lernen.

Aus lernpsychologischer Sicht bilden Wahrnehmung und Bewegung eine wesentliche Grundlage des kindlichen Lernens. Wenn sich Kinder bewegen, erwerben sie Voraussetzungen für die Entwicklung der Sprache, für das Schreiben, Lesen und Rechnen. Die TU Chemnitz hat das Projekt an der Schmalkalder Schule ausgewertet. Die Kinder der Projektschule zeigten im Vergleich zu Kindern einer vergleichbaren Schule mit nur zwei Sportstunden wesentlich positivere Ergebnisse hinsichtlich der motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung.

Die Schüler waren deutlich aufmerksamer und auf dem Pausenhof weniger aggressiv. Sie konnten wesentlich besser mit Stress umgehen. Während es an der Projektschule nur zu fünf Unfällen kam und die Schüler im Durchschnitt rund sechs Fehltage hatten, gab es an der Vergleichsschule acht Unfälle und acht durchschnittliche Fehltage. Auf diese positiven Effekte hoffen nun auch alle Beteiligten im Landkreis Nordhausen. „Es ist ein großartiges Projekt, das wir in der Form noch nie hatten. Ich freue mich sehr”, betonte Werner Hütcher.
Autor: nnz

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