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Mo, 18:04 Uhr
27.09.2010

nnz-Forum: Noble Geste oder Verhöhnung?

Diese Frage stellt die LINKE in Nordhausen und verweist in ihrem Statement auf die Mitverantwortung der SPD in punkto Hartz IV...


Rot-Grün mit ihren Strahlemännern Gerhard Schröder und Joschka Fischer haben mit der Agenda 2010 die heutige Misere erst verursacht. Müntefering setzte 2006 mit der Einführung der Rente mit 67 noch eins drauf. Diese Steilvorlage griff natürlich Schwarz-Gelb mit ihrem Sparpaket auf.

Am Sonntag ließ nun die Regierung die Katze aus dem Sack: Ganze fünf Euro, soviel ist der schwarz-gelben Koalition bei den Erwachsenen die Menschenwürde wert (von 359 auf 364 Euro monatlich). Nach fadenscheinigen neuen Berechnungen des Bundesamtes für Statistik hätten die Regelsätze für Kinder sogar sinken müssen. Das habe sogar von der Leyen „sprachlos“ gemacht. Die Koalitionsspitze hätte entschieden, dass diese Sätze nicht gesenkt werden. „ Es soll einen Vertrauensschutz für Hartz IV Familien geben, die sich auf diesem Niveau eingerichtet haben“.

Das ist reiner Zynismus. Hier tritt die Arroganz der Macht zu Tage, wonach Betroffene ja froh sein können, dass ihnen nichts weggenommen wird. So sollen die Kinder-Sätze bleiben wie sie sind, je nach Alter 215, 251 und 287 Euro. Das kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sachleistungen für Nachhilfe, Schulessen, Musikunterricht, Sportvereine und eintägige Klassenfahrten bereitgestellt werden sollen. Was wiederum bedeutet, dass alle Hartz IV Familien stigmatisiert und allen Eltern unterstellt wird, dass sie das Geld für Genussmittel ausgeben und letztlich den Kindern nicht zugutekommen würde.

Von der Leyen argumentiert, die Regelsätze dürften nicht höher sein als das Existenzminimum aus dem Arbeitseinkommen im Niedriglohnbereich zum Beispiel für einen Bäcker oder einer Friseurin. Dabei ignoriert sie die Forderung nach einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn.

Durch indirekte Subventionierung von Unternehmen, in dem sie Hungerlöhne zahlen können und der Rest zum Lebensunterhalt durch menschenunwürdiges „Aufstocken“ vom Staat kommt, wird der Ausbeutung Tür und Tor geöffnet. Den Worten der Bundeskanzlerin, sozial ist was Arbeit schafft, halten wir Linke entgegen, sozial ist was solche Arbeitsplätze schafft, von deren Hände Arbeit eine Familie sich ernähren und ein Leben in Menschenwürde gestalten kann.

Diese Ziele sind nur erreichbar, wenn die Regierenden und ihre tragenden Parteien Druck von unten bekommen. Deshalb ist es für uns Linke im Südharz wichtiger denn je, gemeinsam mit Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften und Mitstreitern aus örtlichen Parteien im „Heißen Herbst“ auf die soziale Schieflage im reichen Deutschland aufmerksam zu machen. Dazu werden wir am Donnerstag ab 09:30 Uhr mit einem Infostand in Bleicherode am Zierbrunnen den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort stehen.

Rainer Bachmann
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Retupmoc
28.09.2010, 13:17 Uhr
Phrasen
Sehr geehrter Herr Bachmann...

Hartz 4
Mindestlohn
Friseusen
böse SPD


Lassen Sie einfach die Phrasen weg und kommen Sie dazu, den Regierenden wirklich Feuer unter der Hütte zu machen. Sich bei Kaffee und Kuchen in Bleicherode hinzustellen genügt nicht. Werden Sie endlich aktiv oder stampfen Sie die LINKE ein. Denn dann erfüllt diese Partei keinerlei Aufgaben mehr.
H.Buntfuß
28.09.2010, 13:51 Uhr
Angst vor den Nordhäusern?
Schon im Mai kündigte Herr Bachmann an, dass man sich in Zukunft mehr nach Bleicherode orientieren werde. Glaubt Herr Bachmann, bei den Bleicherödern besser mit seinen Phrasen anzukommen? Ich hoffe nur seine Enttäuschung ist nicht als zu groß.

Mit den Entschluss, nach Bleicherode zu gehen, zeigen die „NORDHÄUSER LINKEN“ sehr deutlich, dass man nicht gewillt ist sich ernstlich mit den Bedürftigen auseinander zu setzen.

Man sucht den Weg des geringsten Widerstands. Das sieht den SED-Nachfolgern ähnlich.
heringer
28.09.2010, 14:12 Uhr
Lieber rwe62
Lieber Rwe62 ,
Herr Bachmann greift im ersten Abschnitt die SPD als Verursacher von Hartz IV an und am Schluss des Artikels lädt er die SPD gleich wieder ein zu Kaffee und Kuchen am Brunnen der Zier in Bleicherode.
Denn welche Partei soll denn dort zum Stelldichein kommen CDU FDP die jetzt Hartz IV 5 Euro mehr gönnen?

,,Heißer Herbst“ verordnet vom DGB der jedoch ohne Widerspruch Hartz IV unter SPD und Co. damals protestlos passieren ließ (kann man nachlesen,, Die Dilettanten“ S.280 ff. v Thomas Wieczorek,ISBN978-3-426-78266-8)

Also schauen wir mal wer da so kommt von Parteien, Gewerkschaften und Verbänden nnz-online wird sicherlich berichten.
TeeEff
28.09.2010, 17:02 Uhr
Der Rahmen der FDGO
und der restlichen Gesetze läßt in diesem Land leider nur sehr wenige Möglichkeiten des Protestes zu.
Wie wenig der dann teilweise die Politiker interessiert - besonders wenn die nächsten Wahlen noch weit weg sind - kann man bei Stuttgart 21 sehr gut sehen.

Und besonders DIE LINKE hat da einen schweren Stand, wird sie ja vom Verfassungsschutz beobachtet um irgend etwas - und sei es nur ein Aufruf zum Widerstand - zu finden, um ihr daraus einen Strick zu drehen.

Sie wird also politisch gezwungen ganz besonders vorsichtig zu sein und leise zu treten!

Davon abgesehen ist DIE LINKE eine politische Organisation und damit eh stark an den Rahmen der parlamentarischen Mitwirkungsmöglichkeiten gebunden.

Aktiver Widerstand - auf der Straße also - gegen diese Sparmaßnahmen sollte und muss daher ganz besonders von außerparlamentarischen Gruppen und den Bürgern selbst kommen!

Es kann nicht sein das DIE LINKE *ALLEIN* für alle die Kartoffeln aus dem Feuer holen soll, nur damit andere sich nicht die Hände schmutzig machen und gemütlich auf ihrem Arsch sitzen bleiben können, darf und kann keine Lösung sein!

Gelebte Demokratie hat nämlich auch mit dem Ausüben dieser, in vollem Umfang und auf direktem Wege, durch den Bürger selbst, zu tun!
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