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Di, 13:52 Uhr
28.09.2010

nnz-Forum: Bürgerarbeit Top oder Flop?

In regelmäßigen Abständen informiert der Nordhäuser DGB über rechtliche Änderungen in den Hartz-IV-Gesetzlichkeiten. Bei der jüngsten Veranstaltung dieser Art war nnz-Leser Harald Buntfuß dabei...


Am vergangenen Donnerstag führte Wolfgang Meyer im Auftrag des DGB eine weitere Informationsveranstaltung in Sachen HARTZ IV durch. Es wurde erläutert, welche Neuerungen, wenn man sie so nennen will, auf die bedürftigen zukommen. So fällt das Elterngeld ganz weg, die Rentenbeiträge werden ebenfalls ersatzlos gestrichen. Der befristete Zuschlag zum ALG II wird auch nicht mehr gezahlt. Und so werden viele andere Geldleistungen von der sogenannten Arbeitsministerin gestrichen.

Von den Maßnahmen die es bisher gab, um angeblich Arbeitsplätze auf den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen, werden viele, wenn nicht sogar alle gestrichen. Die, von der Leyen hochgepriesene Bürgerarbeit, war ein Thema, welches den Anwesenden am meisten unter den Nägel brannte.Viele der Arbeitslosen erwarten durch dieses Instrument, eine Verbesserung ihrer Lage und hoffen auf Arbeit.

Aber durch die gemachten Aussagen von Herrn Meyer wurden sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Was muss man unter der Bürgerarbeit verstehen? Folgendes, aus 500 Personen werden 100 Personen ausgesiebt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die 500 Personen durchlaufen eine Reihe von, nun sagen wir der Einfachheit halber, Stufen. Dort werden sie auf Herz und Nieren geprüft, ob sie nicht in der Lage sind eine Arbeit auf den ersten Arbeitsmarkt zu finden.

Jeder, bei dem man sich auch nur die geringste Chance ausmalt, er könnte auf den ersten Arbeitsmarkt unterkommen, wird aussortiert. Dabei reicht schon die Annahme er könnte ja Arbeit bekommen. Ja, solch Personen haben keine Chance auf Bürgerarbeit, also bleiben nur die übrig, die ganz unten auf der Leiter stehen, so wie sie in den Artikel „ICH WAR AM BODEN“ vom 28.07.10 beschrieben wurden.

Obwohl die Pilotprojekte in Bezug auf die Bürgerarbeit mehr oder weniger negativ ausfallen, hält von der Leyen an diesem Irrsinn fest. Es zeigt sich wieder einmal, dass es nicht vorrangig ist Bedürftige in Arbeit zu bringen, nein, in erster Linie geht es um geschönte Arbeitslosenzahlen. Aber das hat in Deutschland schon Tradition.

In der anschließenden Diskussion kamen dann die seltsamsten Kuriositäten der ARGE`n zur Sprache. So wurde berichtet, das die ARGE eine zurückgezahlte Kaution, die von den Mieter aus eigener Tasche bezahlt wurde, als Einkommen angesehen hat. Aus Großfurra berichtete jemand, dass die ARGE verboten hat, die Mutter zu pflegen. Oder man zwingt zwei Personen in eine Bedarfsgemeinschaft.

Viele der Anwesenden waren erstaunt darüber, was sie für Rechte gegenüber den ARGE`n haben und das man sich nicht alles bieten lassen muss. Hier noch eine Empfehlung, jeder der zur ARGE bestellt wird, sollte sich von einen Beistand begleiten lassen. Sollten sie niemanden haben, ist der DGB gern bereit ihnen einen zu stellen.

Noch eines, die 364 Euro Hartz IV wurden schon 2008 unter ROT-SCHWARZ ausgehandelt, dass zeigt wieder einmal, welch fähige Politiker wir haben. Aber so wie es aussieht, sind alle damit einverstanden. Es war schon immer so, hinter der vorgehaltene Hand kann jeder seinen Unmut freien lauf lassen. Ich bin mal gespannt, wie viel am Donnerstag um 17.00 Uhr vor der ARGE Nordhausen erscheinen. Verlangt wird es ja in dieser Zeitung oft, aber das Verlangen ist das eine und das Erscheinen ist das andere.

Zum Schluss etwas zum nachdenken für den ein oder anderen, ein Zitat:
„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade Gott."
Carl Theodor Körner. Schriftsteller 1791 - 1813
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
adele
28.09.2010, 14:37 Uhr
Zitat
Das Zitat ist gut und passt wie die bekannte Faust aufs Auge! Hoffen wir das sich die Bürger unseres Landes endlich mal dieses zu Herzen nehmen und sich nicht wie Schafe zur Schlachtbank führen lassen.

Die Politker die über so manches Schicksal entscheiden, sollten mal spüren wie Menschen in Not sich wehren können. In Frankreich und Griechenland funktioniert es doch auch, nur wir Deutschen sind Lammfromm und nicken alles ab. Wir sehen uns Donnerstag 17 Uhr, ich bin nicht feige!
Retupmoc
28.09.2010, 16:01 Uhr
ich bin dabei
Ich bin auch dabei...und dann kann man ja gleich den Protest für Sonntag mit planen. Mal sehen ob sich wer von der LINKEN sehen lässt.

Bis Donnerstag
Retupmoc
28.09.2010, 16:08 Uhr
Und noch etwas...
Meine Hochachtung für Sie, Herr Buntfuß. Sie sollten vielleicht mal in Nordhausen für den Kreistag kandidieren.
Madame-Cherie
28.09.2010, 16:11 Uhr
Die besseren Ein-Euro-Jobs?
Die Ein-Euro Jobs haben ja mittlerweile einen bitteren Beigeschmack. Na da kommt doch diese hervorragende Idee der "Bürgerarbeit" von unserer Ursula von der Leyen richtig gut an. Nur was steht denn genau für den Namen "Bürgerarbeit?"

Edel Ein-Euro Jobs ? Statistikbereinigung ? Ausweitung des Niedriglohnsektors? Oder gar Workfare ? Oder sollte man es lieber Bürgerzwang nennen ?

Bürgerarbeit ist ein weiterer Sargnagel für den ehemaligen Sozialstaat, dessen Begräbnis jedoch schon längst Geschichte ist.

Ich denke, jeder sollte sich sein eigenes Bild von der sogenannten "Bürgerarbeit" machen. Einfach mal googeln!
TeeEff
28.09.2010, 17:04 Uhr
Bürgerarbeit...
ist ein schöner Name für die Einführung von Zwangsarbeit zur Beschäftigungstherapie für alle Arbeitslosen und vernichtet echte Jobs - auch wenn das bestritten wird.
TeeEff
28.09.2010, 17:06 Uhr
Wg. Frankreich und Griechenland...
leider sieht das deutsche Recht kein solches zum Generalstreik vor und wer die Abschaffung der Wehrpflicht und damit Aufbau eines Staat im Staate und der Vorbereitung des Einsatzes der Armee im Inneren korrekt wertet, weiss wohin die Fahrt geht.
Mister X
28.09.2010, 20:37 Uhr
Zustimmung
Diesem Text kann ich nur zustimmen, wie mein Vorgänger/in finde ich das Zitat sehr passend. Auch bin ich der Meinung, Sie Herr Buntfuß, sollten für den Kreistag kandidieren.

Die Damen und Herren des Kreistages brauchen unbedingt einen frischen Wind.
Eckenblitz
28.09.2010, 20:38 Uhr
Sehr gelungen
Die Artikel von Ihnen, Herr Buntfuß, halte ich für sehr aufschlussreich, besonders Ihre Buchempfehlungen und die Zitate.
Peppone
28.09.2010, 21:59 Uhr
Der arme Theodor Körner,
der 1813 als Lützow‘scher Jäger in den Befreiungskriegen mit schwarzer Uniform, roten Litzen und goldenen Knöpfen fiel, hatte höchstwahrscheinlich nichts mit Harz IV, DGB, Bürgerarbeit und auch nichts mit linken und rechten Revoluzzern am Tschako (Hut)!

Warum er immer von den Linken und Rechten für deren Zwecke zitiert wird, bleibt ein Geheimnis. Offensichtlich bedient man sich zweckgebunden nur seiner Lyrik oder Poesie, ohne seine wirkliche zeitgerechte Botschaft zu verstehen!

Zur Gegenwart:
Bürgerarbeit kann man gut oder schlecht finden, sie ist auf jeden Fall besser, als nur Transferleistungen zu beziehen. Sachsen Anhalt hat damit gute Erfahrungen gemacht. Wer nicht immer nur Radio Moskau hört oder RTL schaut, sollte das wissen. Wer regionale Bürgerarbeit ablehnt und Arbeitslosenzahlen gen Null fahren möchte wie Herr Buntfuß, der muss so ehrlich sein und darauf aufmerksam machen, dass man der Arbeit „hinterherziehen“ muss oder es selbst in die Hand nimmt.

Darauf warten, dass einem der Betrieb um die Ecke gebaut wird hatten wir zwar einmal, das funktioniert aber nicht nachhaltig.
TeeEff
29.09.2010, 07:35 Uhr
Mindestlohn!
Ich fordere einen flächendeckenden Mindestlohn!

Es kann nicht sein, daß Menschen, die 40h die Woche arbeiten, davon nicht leben können und mit Harzt4 (trotz Vollzeitjob!) aufstocken müssen, nur damit die Konzerne einen besseren Schnitt machen und mit Indien bei den Löhnen konkurrieren können.

Dieses Niedriglohnmodell kann und wird nicht aufgehen, sondern wie sich auch bereits gezeigt hat, zu einer Explosion von niedrigst bezahlter Arbeit, von Minijobs und Leiharbeit führen und stößt gesamtwirtschaftlich eine Abwärtsspirale an.

Selbst die ach so reaktionären USA haben seit Ewigkeiten Mindestlöhne - von daher ist der Widerstand von FDP und CDU absolut nicht nachvollziehbar.

Und dann reden wir nochmal über Hartz4, Bürgerarbeit und ähnliches.
Retupmoc
29.09.2010, 07:57 Uhr
Die Zeit
der Worte ist vorbei. Es müssen Taten folgen. Diese Regierung gehört abgewählt oder abgesetzt.
Eckenblitz
29.09.2010, 13:09 Uhr
Bürgerarbeit......
ist in meinen Augen, eine Menschen verachtende Angelegenheit. Durch dieses Instrument werden Massen von regulären Arbeitsplätzen vernichtet und das Lohnniveau wird nach unten gedrückt, aber das wird ja von den möchte gern Politikern, die sich Regierung nennen, bestritten.

Da sich jemand über das sehr treffende Zitat aufgeregt und versucht eine rechte, oder linke Gesinnung zu unterstellen, habe ich hier auch ein Zitat. Es ist von Heinrich Heine, der wohl kaum in eine LINKE oder RECHTE Ecke passt.

„Wenn du aber gar nichts hast,
ach, so lasse dich begraben.
Denn ein Recht zum leben, Lump,
haben nur, die etwas haben.“

Heinrich Heine
Retupmoc
29.09.2010, 13:50 Uhr
Ich würde folgendes vorschlagen:
Die Regierung ändert das Grundgesetz wie folgt:

1. Jeder Arbeitsfähige hat das Recht auf Arbeit !
2. Jeder Arbeitsfähige hat die Pflicht zur Arbeit !
3. Arbeit wird mit einem Mindestlohn von 8 Euro entlohnt.

Wer dann nicht arbeitet, bekommt keinerlei Sicherungsgelder mehr. Das heisst, weg mit Peter Hartz Nummer 4, weg mit ALG 1, Weg mit Bürgerarbeit, Weg mit sinnlosen Maßnahmen usw.

Der Staat wird reicher, da ja alle Steuern zahlen, in die Rentenkassen einzahlen usw. Warum macht der Staat das nicht? Etwa weil er es nicht kann? Armer Staat !
Ohler Nordhiser
29.09.2010, 15:42 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
sprite1977
23.03.2011, 09:49 Uhr
"Bürgerarbeit" der totale Flop
ich selbst wohne direkt in ndh und musste in den vergangenen wochen an einer 6wöchigen Maßnahme zur feststellung der Eignung an der "Bürgerarbeit" teilnehmen.
dabei musste man sich schicke Ernährungs- Drogenfilmchen usw .ansehen.

ich verstehe nicht wie dies im zusammenhang mit dieser Bürgerarbeit stehen soll. Meines erachtens nach ist dies ein völliger Hohn an den Menschen dort und bei mir kommt auch seid her die frage auf warum die Stadt NDH nicht 100 Leute einfach ganz normal einstellt und warum der ganze Spaß nur befristet für 3 Jahre sein soll nd man danach sofort wieder ins ALG II fällt.das ist doch verar.... live das ganze.
Retupmoc
23.03.2011, 10:43 Uhr
Den Sinn nicht verstanden
@sprite 1977, die Gelder für die Bürgerarbeit kommen aus irgendwelchen Töpfen in Brüssel, Berlin oder sonstwo. Das Ganze wird durchgezogen, damit die Bundesregierung ihre verlogenen Arbeitsmarktzahlen nicht wieder erhöhen muss.

Sie sind aus der Statistik und gut ist. Und die Frage , warum Sie sofort wieder in Hartz 4 fallen ist auch einfach zu beantworten: Dann kann die Arge das bei der Bürgerarbeit von Ihnen gesparte Geld gleich wieder vom Konto holen. Wenn Sie also so dumm sind und Ihr Geld auf eine Bank bringen, ist es weg. Umsonst gearbeitet, denn Sie werden bestraft weil sie arbeiten. Sie finden das fies? Das ist gemerkelte Demokratie a la Laien.
sprite1977
23.03.2011, 20:48 Uhr
Bürgerarbeit überhaupt sinnvoll
@rwe62.ich finde beide absätze welche du hier geschrieben hast voll und ganz zutreffen, obwohl der zwei absatz noch viel viel besser ist ;-)

deider kann man sich darüber noch und nöcher auslassen was das wieder alles so für einen sinn haben sollte bzw. für ein unsinn ist.ich glaube da wäre ein ganzes buch voll und noch um einiges mehr.

aber das ende vom lied ist wie so oft,man fragt sich was das ganze soll und sitzt nur noch kopfschüttelnd da ob die herrschaften keine anderen probleme haben.
nichts desto trotz mfg
H.Buntfuß
24.03.2011, 15:29 Uhr
SEHR INTERESSANT.....
einmal von einem Teilnehmer solch einer zweifelhaften Maßnahme zu hören, was da so abgeht. Wenn das alles so stimmt, was man über die künftige BÜRGERARBEIT so hört, dann kann ich nur sagen, diese Maßnahmen dienen nur einen Zweck, die Maßnahmenträger mit Geld zu versorgen, oder wie ist das sonst zu verstehen?

Dieser Tage ist mir zu Ohren gekommen, dass Betriebe ihre Lehrlinge nach Lehrabschluss nicht übernehmen, aber bei der ARGE Anträge auf Bewilligung von EIN-EURO-Jobbern stellen, wegen der zu viel anfallenden Arbeit.

Vielleicht kann mir das jemand erklären, die Lehrlinge werden nicht übernommen, da man zu wenig Arbeit hat, aber EIN-EURO-Jobber werden dringend benötigt. Ich denke HUBERTUS kann uns das bestens erklären, oder wie wäre es mit jupp?

Wenn jemand gleiche Erfahrungen mit der Bürgerarbeit gemacht hat, sollte er sich an den DGB Nordhausen Neustadtstraße 6 wenden.
I.H.
24.03.2011, 19:39 Uhr
In der Tat
Unheimlich INTERESSANT sogar. Bisher war mir so was Schnuppe @werner. Die Probezeit von sechs Wochen für die Bürgerjobber is ok. Wer in sechs Wochen 15 mal zu spät kommt, 5 mal unentschuldigt fehlt und 10 tage Kasse macht, brauch keine Bürgerarbeit und kann so vorher raus sortiert werden. Gute Idee von den Bürgerarbeitsverteilern. So was is sicher für Leute gedacht, die arbeiten wollen.

Zu ihren Gerüchten über Firmen, die Ein Euro Jobber brauchen und Lehrlinge rausschmeissen kann ich leider nix sagen, Gerüchte kommentieren is nix für mich. Also nennen sie mal Namen, interessiert bestimmt nich nur mich.

arbeitender Bürger - Jupp (die Firmen können sich schon mal freuen, bin stinksauer...)
H.Buntfuß
24.03.2011, 20:14 Uhr
Enttäuscht
Ich bin schon etwas enttäuscht von Ihnen Frau/Herr Jupp, Sie tun doch sonst bei jeder Gelegenheit so schlau und jetzt wollen Sie Namen, wie wäre es denn, wenn Sie einmal selber recherchieren. Ich kann Ihnen sagen es ist sehr einfach, man muss es nur wollen, natürlich ist es nicht so ein Vergnügen.

Über Arbeitslose herzuziehen ist einfacher. Vor allem braucht man es da mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, wie es uns ja die Regierung immer wieder zeigt. Dort träumt man auch von der Schaffung von Arbeitsplätzen.
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