Mi, 11:17 Uhr
29.09.2010
Angebot wird genutzt
Immer mehr Frauen nutzen Mammobil zur Brustkrebs-Früherkennung in Nordhausen. Das ist das Fazit der Initiatoren des Programms und wir haben die Einzelheiten für Sie aufbereitet....
Das Mammobil wird angenommen von den Frauen in Nordhausen, berichtet Dr. med. Jörg Buse (Foto), Programmverantwortlicher Arzt des Mammographie-Screening-Programms Thüringen Nord-West. Und das mit einer steigenden Tendenz. Im September lag die Teilnahmequote schon höher als im August. Im Mammobil können Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren eine Mammographie, eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung, machen lassen.
Die Kosten übernehmen alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die Praxisgebühr entfällt und eine Überweisung ist auch nicht erforderlich. Noch bis Ende Oktober steht das Mammobil auf dem Bahnhofsplatz in Nordhausen. Inzwischen haben alle teilnahmeberechtigten Frauen des Kreises Nordhausen die persönliche Einladung zu der Untersuchung erhalten.
Sechs Wochen nach der ersten Einladung folgt derzeit eine Erinnerung an diejenigen Frauen, die noch nicht zur kostenlosen Mammographie im Mammobil gekommen sind. In den ersten zwei Monaten haben sich bereits an die 3000 Frauen untersuchen lassen, was einer Teilnahmequote von fast 50 Prozent entspricht.
Dieses Mammographie-Screening-Programm hat die Bundesregierung für ganz Deutschland beschlossen, getragen wird es von allen gesetzlichen und privaten Kassen. Grund ist die Häufigkeit der Brustkrebserkrankungen: Mehr als jede vierte krebskranke Frau hat Brustkrebs und mehr als jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine frühe Erkennung ist der wichtigste Schlüssel zur Heilung. In dieser Form ist das Mammographie-Screening in Deutschland einzigartig.
Nur in diesem gesetzlichen Screening-Programm werden alle teilnahmeberechtigten Frauen persönlich eingeladen. Bei einem verdächtigen Befund werden die Frauen zu weiteren ärztlichen Untersuchungen gebeten. Hintergrund für dieses Vorgehen der Bundesregierung ist auch der hohe Qualitätsstandard, der im Screening-Programm flächendeckend gesichert ist. Jeden Morgen werden die Untersuchungsgeräte im Mammobil einer genauen technischen Prüfung unterzogen.
Die Fachkräfte schicken die Testwerte an ein Referenzzentrum und setzen das Gerät erst bei Freigabe ein. Mindestens zwei Ärzte begutachten die Ergebnisse der Untersuchung unabhängig voneinander, gegebenenfalls kommt ein Dritter hinzu. Wenn die Frauen es wünschen, werden ihre Frauen- und Hausärzte über das Ergebnis der Untersuchung informiert. Die Patientinnen können somit auch weiterhin in der Betreuung der Ärzte ihres Vertrauens bleiben”, betont Dr. Buse. Es ist sogar sehr wichtig, dass die Frauen neben dem Mammographie-Screening die gesetzlichen Krebsvorsorge-Untersuchungen beim Frauenarzt in Anspruch nehmen.
Die oft gestellte Frage nach der Altersgrenze für dieses gesetzliche Früherkennungs-Programm kann aus fachlicher Sicht beantwortet werden, erklärt Dr. Buse: Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren sind geradezu prädestiniert für eine Früherkennungs-Mammographie. Durch die Auflockerung des Gewebes in höherem Alter kann auf den Mammographie-Bildern deutlich mehr erkannt werden. Außerdem ist Brustkrebs ein typischer Alterskrebs. Zu 80 Prozent tritt er erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Ab dem 70. Lebensjahr ist ein flächendeckendes Mammographie-Screening nicht mehr angebracht, da ab diesem Alter Tumore in der Brust nur noch sehr langsam wachsen, so Buse.
Die untere Altersgrenze für das Mammographie-Screening-Programm könnte sich nach anerkannter Expertenmeinung möglicherweise in den nächsten Jahren auf etwa 45 Jahre ändern, sofern sich die volldigitale Mammographie-Technik noch weiter verbessert. Die obere Altergrenze wird sich erst dann verändern, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung der alternden weiblichen Bevölkerung weiter ansteigen sollte. Mit dem Thema Mammographie muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, hierzu gehört eine transparente Information der Frauen, betont der Facharzt für diagnostische Radiologie Dr. Buse.
Auf die Frage, wann eine Mammographie kostenfrei ist, muss der Arzt differenziert antworten: Kostenfrei ist die Untersuchungsmethode in jedem Alter neben dem Ultraschall, wenn der Arzt auf Brustkrebs verdächtige Auffälligkeiten festgestellt hat, das ist die kurative Mammographie. Oder wenn Brustkrebs in der Familie 1. Ordnung vorliegt, also bei der Mutter, Schwester und Tochter, sowie bei Gendefekten. Das ist die Mammographie bei erhöhtem Risiko.
Kostenfrei ist sie auch innerhalb der Nachsorge nach Brustkrebs und für alle gesetzlich oder privat versicherten Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren im gesetzlichen Mammographie-Screening-Programm. Alle zwei Jahre erhalten die Frauen dafür eine persönliche Einladung. Bei den ersten drei genannten Möglichkeiten zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Mammographie nur mit einem Überweisungsschein, den ein Arzt nur bei Vorliegen dieser ersten drei Gründe ausstellen darf.
Eine Einladung für das Mammobil in Nordhausen bindet nicht an den genannten Ort oder Zeitpunkt. Bei terminlichen Schwierigkeiten oder wenn bereits innerhalb der letzten zwölf Monate eine Mammographie vorgenommen wurde, können die Frauen den Termin verschieben und auch einen anderen Standort des Mammobils aufsuchen, zum Beispiel beim nächsten Halt des Mammobils in Sondershausen. Bei solchen terminlichen Fragen hilft die Zentrale Einladungs-Stelle des Mammographie-Screening Thüringen unter der Nummer 03643/ 74 28 00.
Zukünftig regelmäßig alle zwei Jahre wird das Mammobil wieder nach Nordhausen kommen. Dann können sich alle Frauen im entsprechenden Alter erneut kostenfrei untersuchen lassen. Weitere Informationen gibt es auch unter www.screening-thueringen-nordwest.de.
Autor: nnzDas Mammobil wird angenommen von den Frauen in Nordhausen, berichtet Dr. med. Jörg Buse (Foto), Programmverantwortlicher Arzt des Mammographie-Screening-Programms Thüringen Nord-West. Und das mit einer steigenden Tendenz. Im September lag die Teilnahmequote schon höher als im August. Im Mammobil können Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren eine Mammographie, eine spezielle Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung, machen lassen.
Die Kosten übernehmen alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die Praxisgebühr entfällt und eine Überweisung ist auch nicht erforderlich. Noch bis Ende Oktober steht das Mammobil auf dem Bahnhofsplatz in Nordhausen. Inzwischen haben alle teilnahmeberechtigten Frauen des Kreises Nordhausen die persönliche Einladung zu der Untersuchung erhalten.
Sechs Wochen nach der ersten Einladung folgt derzeit eine Erinnerung an diejenigen Frauen, die noch nicht zur kostenlosen Mammographie im Mammobil gekommen sind. In den ersten zwei Monaten haben sich bereits an die 3000 Frauen untersuchen lassen, was einer Teilnahmequote von fast 50 Prozent entspricht.
Dieses Mammographie-Screening-Programm hat die Bundesregierung für ganz Deutschland beschlossen, getragen wird es von allen gesetzlichen und privaten Kassen. Grund ist die Häufigkeit der Brustkrebserkrankungen: Mehr als jede vierte krebskranke Frau hat Brustkrebs und mehr als jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Eine frühe Erkennung ist der wichtigste Schlüssel zur Heilung. In dieser Form ist das Mammographie-Screening in Deutschland einzigartig.
Nur in diesem gesetzlichen Screening-Programm werden alle teilnahmeberechtigten Frauen persönlich eingeladen. Bei einem verdächtigen Befund werden die Frauen zu weiteren ärztlichen Untersuchungen gebeten. Hintergrund für dieses Vorgehen der Bundesregierung ist auch der hohe Qualitätsstandard, der im Screening-Programm flächendeckend gesichert ist. Jeden Morgen werden die Untersuchungsgeräte im Mammobil einer genauen technischen Prüfung unterzogen.
Die Fachkräfte schicken die Testwerte an ein Referenzzentrum und setzen das Gerät erst bei Freigabe ein. Mindestens zwei Ärzte begutachten die Ergebnisse der Untersuchung unabhängig voneinander, gegebenenfalls kommt ein Dritter hinzu. Wenn die Frauen es wünschen, werden ihre Frauen- und Hausärzte über das Ergebnis der Untersuchung informiert. Die Patientinnen können somit auch weiterhin in der Betreuung der Ärzte ihres Vertrauens bleiben”, betont Dr. Buse. Es ist sogar sehr wichtig, dass die Frauen neben dem Mammographie-Screening die gesetzlichen Krebsvorsorge-Untersuchungen beim Frauenarzt in Anspruch nehmen.
Die oft gestellte Frage nach der Altersgrenze für dieses gesetzliche Früherkennungs-Programm kann aus fachlicher Sicht beantwortet werden, erklärt Dr. Buse: Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren sind geradezu prädestiniert für eine Früherkennungs-Mammographie. Durch die Auflockerung des Gewebes in höherem Alter kann auf den Mammographie-Bildern deutlich mehr erkannt werden. Außerdem ist Brustkrebs ein typischer Alterskrebs. Zu 80 Prozent tritt er erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Ab dem 70. Lebensjahr ist ein flächendeckendes Mammographie-Screening nicht mehr angebracht, da ab diesem Alter Tumore in der Brust nur noch sehr langsam wachsen, so Buse.
Die untere Altersgrenze für das Mammographie-Screening-Programm könnte sich nach anerkannter Expertenmeinung möglicherweise in den nächsten Jahren auf etwa 45 Jahre ändern, sofern sich die volldigitale Mammographie-Technik noch weiter verbessert. Die obere Altergrenze wird sich erst dann verändern, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung der alternden weiblichen Bevölkerung weiter ansteigen sollte. Mit dem Thema Mammographie muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, hierzu gehört eine transparente Information der Frauen, betont der Facharzt für diagnostische Radiologie Dr. Buse.
Auf die Frage, wann eine Mammographie kostenfrei ist, muss der Arzt differenziert antworten: Kostenfrei ist die Untersuchungsmethode in jedem Alter neben dem Ultraschall, wenn der Arzt auf Brustkrebs verdächtige Auffälligkeiten festgestellt hat, das ist die kurative Mammographie. Oder wenn Brustkrebs in der Familie 1. Ordnung vorliegt, also bei der Mutter, Schwester und Tochter, sowie bei Gendefekten. Das ist die Mammographie bei erhöhtem Risiko.
Kostenfrei ist sie auch innerhalb der Nachsorge nach Brustkrebs und für alle gesetzlich oder privat versicherten Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren im gesetzlichen Mammographie-Screening-Programm. Alle zwei Jahre erhalten die Frauen dafür eine persönliche Einladung. Bei den ersten drei genannten Möglichkeiten zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Mammographie nur mit einem Überweisungsschein, den ein Arzt nur bei Vorliegen dieser ersten drei Gründe ausstellen darf.
Eine Einladung für das Mammobil in Nordhausen bindet nicht an den genannten Ort oder Zeitpunkt. Bei terminlichen Schwierigkeiten oder wenn bereits innerhalb der letzten zwölf Monate eine Mammographie vorgenommen wurde, können die Frauen den Termin verschieben und auch einen anderen Standort des Mammobils aufsuchen, zum Beispiel beim nächsten Halt des Mammobils in Sondershausen. Bei solchen terminlichen Fragen hilft die Zentrale Einladungs-Stelle des Mammographie-Screening Thüringen unter der Nummer 03643/ 74 28 00.
Zukünftig regelmäßig alle zwei Jahre wird das Mammobil wieder nach Nordhausen kommen. Dann können sich alle Frauen im entsprechenden Alter erneut kostenfrei untersuchen lassen. Weitere Informationen gibt es auch unter www.screening-thueringen-nordwest.de.


