Mo, 14:04 Uhr
04.10.2010
Gute Bilanz für Marktplatz
In einer Bachelorarbeit an der Nordhäuser Fachhochschule wurde jetzt der 2. Nordhäuser Marktplatzes für Unternehmen und Gemeinnützige untersucht. Die nnz kennt das Ergebnis...
Beim Marktplatz haben sich unter dem Motto Gute Geschäfte für Nordhausen im vergangenen Jahr Firmen und gemeinnützige Organisationen im Audimax getroffen, um miteinander Dienst- oder Sachleistungen auszutauschen, ohne dass der eine den anderen dafür bezahlt. Dabei schlossen die 33 Akteure fast 100 Vereinbarungen. Nach einer Befragung der Akteure stellte Stephan Tittelbach in seiner Arbeit fest, dass sie den Marktplatz mehrheitlich als ein gelungenes Forum einschätzen, um Kontakte zu knüpfen.
Die zentralen Evaluationsergebnisse lassen einen positiven Rückschluss auf den 2. Nordhäuser Marktplatz zu. Insgesamt werden die Bedingungen und Kooperationen überwiegend mit gut bewertet, mehrheitlich die Vereinbarungen umgesetzt und es entstehen viele neue Partnerschaften im lokalen Umfeld, so Stephan Tittelbach, der sich als Student im Fach Sozialmanagement auch bei der Vorbereitung und Begleitung des Marktplatzes engagiert hat.
Unter dem Stichwort Coporate Citizenship beleuchtet die Bachelorarbeit die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Der Marktplatz biete eine solche Möglichkeit, sich für sein direktes Umfeld einzusetzen – und dies besonders nachhaltig, wenn längerfristige Partnerschaften zwischen Firmen und Gemeinnützigen durch den Marktplatz entstehen. Durch die Einschränkung staatlicher Mittel, in Verbindung mit der Modernisierung und Ökonomisierung Sozialer Arbeit, ergeben sich neue Herausforderungen an Non-Profit-Organisationen, insbesondere an ihre Aufgabenerfüllung.
Sektoren übergreifende Partnerschaften zwischen Unternehmen und Akteuren der Zivilgesellschaft können ein bedeutendes und höchst effektives Instrument sein, beispielsweise die Marktplatz-Methode ‚Gute-Geschäfte’, schreibt Tittelbach. Für alle Akteure des Marktplatzes entsteht eine Win-Win-Situation, denn in der Regel ist es nicht so, dass Unternehmen nur geben und Gemeinnützige nur nehmen. Im Gegenteil: Die Vereine und andere Organisationen geben etwas zurück und können so gleichzeitig ihr Leistungsangebot präsentieren.
Ein Beispiel: Autotuning Lier sponsert eine Batterie für einen alten Iveco Bus des Verein für lebendiges Mittelalter, die dafür eine Feuershow organisieren. Auch untereinander haben Gemeinnützige und Unternehmen Vereinbarungen getroffen. So organisieren die Campuszwerge e.V. beispielsweise für die Lift gGmbH einen PC-Kurs für Senioren und Lift im Gegenzug einen Kochkurs für junge Eltern.
Um die Bedingungen für den Marktplatz zukünftig noch weiter zu verbessern, empfiehlt der Autor u.a., im Vorfeld nicht nur die Gemeinnützigen sondern auch die Unternehmen auf die Anforderungen des Marktplatzes vorzubereiten. Im Nachgang sollten Anmerkungen und Kritik der Akteure sowie der Fortgang der Vereinbarungen stärker strukturiert erfasst werden. Entscheidend für den weiteren Erfolg werde weiterhin sein, ein Gleichgewicht von Unternehmen und Gemeinnützige auf dem Marktplatz herzustellen und eine heterogenere Branchenzusammensetzung der Unternehmen zu gewährleisten.
Die Marktplatz-Methode stammt aus den Niederlanden, die Bertelsmann-Stiftung hat sie 2006 nach Deutschland gebracht. In Thüringen unterstützt die Ehrenamtsstiftung die Akteure des Marktplatzes. In Nordhausen haben Prof. Dr. Hartmut Bargfrede von der Fachhochschule Nordhausen und Oliver Genzel von Horizont e.V. den Marktplatz 2008 in Leben gerufen. Auch für den diesjährigen Marktplatz am 27. Oktober können sich noch Unternehmen und Gemeinnützige melden. Das Anmeldeformular, Kontaktdaten und weitere Informationen stehen unter www.gute-geschaefte-nordhausen.de.
Autor: nnzBeim Marktplatz haben sich unter dem Motto Gute Geschäfte für Nordhausen im vergangenen Jahr Firmen und gemeinnützige Organisationen im Audimax getroffen, um miteinander Dienst- oder Sachleistungen auszutauschen, ohne dass der eine den anderen dafür bezahlt. Dabei schlossen die 33 Akteure fast 100 Vereinbarungen. Nach einer Befragung der Akteure stellte Stephan Tittelbach in seiner Arbeit fest, dass sie den Marktplatz mehrheitlich als ein gelungenes Forum einschätzen, um Kontakte zu knüpfen.
Die zentralen Evaluationsergebnisse lassen einen positiven Rückschluss auf den 2. Nordhäuser Marktplatz zu. Insgesamt werden die Bedingungen und Kooperationen überwiegend mit gut bewertet, mehrheitlich die Vereinbarungen umgesetzt und es entstehen viele neue Partnerschaften im lokalen Umfeld, so Stephan Tittelbach, der sich als Student im Fach Sozialmanagement auch bei der Vorbereitung und Begleitung des Marktplatzes engagiert hat.
Unter dem Stichwort Coporate Citizenship beleuchtet die Bachelorarbeit die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Der Marktplatz biete eine solche Möglichkeit, sich für sein direktes Umfeld einzusetzen – und dies besonders nachhaltig, wenn längerfristige Partnerschaften zwischen Firmen und Gemeinnützigen durch den Marktplatz entstehen. Durch die Einschränkung staatlicher Mittel, in Verbindung mit der Modernisierung und Ökonomisierung Sozialer Arbeit, ergeben sich neue Herausforderungen an Non-Profit-Organisationen, insbesondere an ihre Aufgabenerfüllung.
Sektoren übergreifende Partnerschaften zwischen Unternehmen und Akteuren der Zivilgesellschaft können ein bedeutendes und höchst effektives Instrument sein, beispielsweise die Marktplatz-Methode ‚Gute-Geschäfte’, schreibt Tittelbach. Für alle Akteure des Marktplatzes entsteht eine Win-Win-Situation, denn in der Regel ist es nicht so, dass Unternehmen nur geben und Gemeinnützige nur nehmen. Im Gegenteil: Die Vereine und andere Organisationen geben etwas zurück und können so gleichzeitig ihr Leistungsangebot präsentieren.
Ein Beispiel: Autotuning Lier sponsert eine Batterie für einen alten Iveco Bus des Verein für lebendiges Mittelalter, die dafür eine Feuershow organisieren. Auch untereinander haben Gemeinnützige und Unternehmen Vereinbarungen getroffen. So organisieren die Campuszwerge e.V. beispielsweise für die Lift gGmbH einen PC-Kurs für Senioren und Lift im Gegenzug einen Kochkurs für junge Eltern.
Um die Bedingungen für den Marktplatz zukünftig noch weiter zu verbessern, empfiehlt der Autor u.a., im Vorfeld nicht nur die Gemeinnützigen sondern auch die Unternehmen auf die Anforderungen des Marktplatzes vorzubereiten. Im Nachgang sollten Anmerkungen und Kritik der Akteure sowie der Fortgang der Vereinbarungen stärker strukturiert erfasst werden. Entscheidend für den weiteren Erfolg werde weiterhin sein, ein Gleichgewicht von Unternehmen und Gemeinnützige auf dem Marktplatz herzustellen und eine heterogenere Branchenzusammensetzung der Unternehmen zu gewährleisten.
Die Marktplatz-Methode stammt aus den Niederlanden, die Bertelsmann-Stiftung hat sie 2006 nach Deutschland gebracht. In Thüringen unterstützt die Ehrenamtsstiftung die Akteure des Marktplatzes. In Nordhausen haben Prof. Dr. Hartmut Bargfrede von der Fachhochschule Nordhausen und Oliver Genzel von Horizont e.V. den Marktplatz 2008 in Leben gerufen. Auch für den diesjährigen Marktplatz am 27. Oktober können sich noch Unternehmen und Gemeinnützige melden. Das Anmeldeformular, Kontaktdaten und weitere Informationen stehen unter www.gute-geschaefte-nordhausen.de.



