Fr, 19:40 Uhr
08.10.2010
Cantamos para vivir - Wir singen um zu leben
Kakao kennt man in Deutschland hauptsächlich in Form von Schokolade oder aus dem Glas. Die indigenen Völker Südamerikas nutzen die Pflanze als Heilmittel und verehren sie. Das und vieles mehr konnten am gestrigen Donnerstag die Besucher der Blasii-Kirche erfahren. Heute war es an den Kindern, etwas über die Welt jenseits des großen Teiches zu lernen...
Zu fällen einen schönen Baum,
braucht eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen bis man ihn bewundert
braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert
Dieses kleine Gedicht verewigten die Schüler der Montessori Grundschule auf ihren Regenwaldbildern. Wie sie hatten zahlreiche Schulklassen aus Nordhausen und Umgebung ihre ganze kreative Kraft aufgebracht, um mit ihren Bildern auf das Schicksal der grünen Lunge der Welt aufmerksam zu machen.
Das gestrige Konzert der Grupo Sal untermalte einen informativen Abend rund um den Südamerikanischen Kontinent, seine Ureinwohner und seine Natur, diente aber auch der Eröffnung der Schülerausstellung zu eben diesen Themen.
Als besonderer Gast war Abadio Green Stocel geladen. Er gehört zum Volk der Tule die im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien leben, und war Präsident der Indigenen Organisation von Antioquia, dem Departement Kolumbiens in dem sich auch die Hauptstadt Medellin befindet, und fungierte in den 1990er Jahren ebenfalls als Präsident der Nationalen Organisation der Völker Kolumbiens. Er war der erste Indio, der in Medellin Philosophie und Theologie studierte, und ist heute Professor für Ethnolinguistik.
Neben dem wissenschaftlichen Studium hat sich Abadio Green Stocel auch mit der Kultur und den Traditionen seines Volkes beschäftigt, und steht im Status eines "Ältestem". Der viel gereiste Gelehrte kennt beide Welten, den modernen Westen und die alte Lebensweise seiner Vorfahren. So gelang der gestrige Abend auch eher zu einem ausführlichem Fachvortrag mit musikalischer Untermalung als zu einer reinen Konzertveranstaltung, wie Pfarrer Peter Kube, Mitorganisator der Veranstaltung, zu berichten wusste.
Es lag in der Natur der Sache das die teilweise sehr jungen Kinder der Ausstellungseröffnung zur späten Stunde nicht mehr beiwohnen konnten. Daher gab es heute morgen extra für sie eine gesonderte Veranstaltung. Die Schüler der Evangelischen Grundschule, der Montessori Schule, des Humboldt Gymnasiums, der Petersbergschule und des Kindergartens Haus Kunterbunt, füllten die Bänke der Blasii Kirche, lauschten den Erzählungen Abadio's und klatschten, stampften und sangen eifirg mit, als es ans gemeinsame musizieren ging.
Ein besonderes Highlight war die Kakaozeremonie, die Abadio Green Stocel gestern wie heute vorführte. Nun mag sich mancher Wundern warum ein solches Ritual in einer Kirche durchgeführt wird, aber die Religionen sind sich in ihrem Kern oft näher als man denken mag, wie Pfarrer Peter Kube versicherte. "Es geht dabei nicht um irgend einen Zauber, die Zeremonie ist Ausdruck des Bewusstseins und der Dankbarkeit für die Dinge, die uns täglich gegeben werden, und das ist auch in der christlichen Tradition fest verankert." Der reine Ritus mag sich unterscheiden, die Botschaft ist jedoch die gleiche, so war denn auch die Blasii Kirche noch mit den Dekorationen zum Erntedankfest geschmückt.
So wie sich die Besucher gestern beeindruckt gezeigt hatten, so begeistert zeigten sich heute die Kinder. Das Projekt war von Beginn als eine alternative Bildungsform gedacht, und wurde dementsprechend auch durch das Projekt "nelecom", das heißt "neue Lernkultur in Kommunen", gefördert. Die Idee dahinter ist, das die Kinder das, was sie an einem so aufregendem Tag wie dem heutigen gelernt haben, eher behalten als wenn sie den Stoff aus dem Landeskundebuch erfahren würden.
Auch wenn Peter Kube schon des öfteren ähnliche Veranstaltungen organisiert hat, war er doch äußerst dankbar für die Mitarbeit der Schulen, wie auch für das unermüdliche Engagement von freiwilligen Helfern, wie Melanie und Benny, ohne die eine Veranstaltung dieser Art so nicht auf die Beine zu stellen gewesen wäre.
Die bunten Regenwaldbilder, die auch auf Ausbeutung und Abholzung dieses Lebensraumes aufmerksam machen wollen, werden ab nächster Woche auch im Rathaus zu sehen sein.
Autor: aglZu fällen einen schönen Baum,
braucht eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen bis man ihn bewundert
braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert
Dieses kleine Gedicht verewigten die Schüler der Montessori Grundschule auf ihren Regenwaldbildern. Wie sie hatten zahlreiche Schulklassen aus Nordhausen und Umgebung ihre ganze kreative Kraft aufgebracht, um mit ihren Bildern auf das Schicksal der grünen Lunge der Welt aufmerksam zu machen.
Das gestrige Konzert der Grupo Sal untermalte einen informativen Abend rund um den Südamerikanischen Kontinent, seine Ureinwohner und seine Natur, diente aber auch der Eröffnung der Schülerausstellung zu eben diesen Themen.
Als besonderer Gast war Abadio Green Stocel geladen. Er gehört zum Volk der Tule die im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien leben, und war Präsident der Indigenen Organisation von Antioquia, dem Departement Kolumbiens in dem sich auch die Hauptstadt Medellin befindet, und fungierte in den 1990er Jahren ebenfalls als Präsident der Nationalen Organisation der Völker Kolumbiens. Er war der erste Indio, der in Medellin Philosophie und Theologie studierte, und ist heute Professor für Ethnolinguistik.
Neben dem wissenschaftlichen Studium hat sich Abadio Green Stocel auch mit der Kultur und den Traditionen seines Volkes beschäftigt, und steht im Status eines "Ältestem". Der viel gereiste Gelehrte kennt beide Welten, den modernen Westen und die alte Lebensweise seiner Vorfahren. So gelang der gestrige Abend auch eher zu einem ausführlichem Fachvortrag mit musikalischer Untermalung als zu einer reinen Konzertveranstaltung, wie Pfarrer Peter Kube, Mitorganisator der Veranstaltung, zu berichten wusste.
Es lag in der Natur der Sache das die teilweise sehr jungen Kinder der Ausstellungseröffnung zur späten Stunde nicht mehr beiwohnen konnten. Daher gab es heute morgen extra für sie eine gesonderte Veranstaltung. Die Schüler der Evangelischen Grundschule, der Montessori Schule, des Humboldt Gymnasiums, der Petersbergschule und des Kindergartens Haus Kunterbunt, füllten die Bänke der Blasii Kirche, lauschten den Erzählungen Abadio's und klatschten, stampften und sangen eifirg mit, als es ans gemeinsame musizieren ging.
Ein besonderes Highlight war die Kakaozeremonie, die Abadio Green Stocel gestern wie heute vorführte. Nun mag sich mancher Wundern warum ein solches Ritual in einer Kirche durchgeführt wird, aber die Religionen sind sich in ihrem Kern oft näher als man denken mag, wie Pfarrer Peter Kube versicherte. "Es geht dabei nicht um irgend einen Zauber, die Zeremonie ist Ausdruck des Bewusstseins und der Dankbarkeit für die Dinge, die uns täglich gegeben werden, und das ist auch in der christlichen Tradition fest verankert." Der reine Ritus mag sich unterscheiden, die Botschaft ist jedoch die gleiche, so war denn auch die Blasii Kirche noch mit den Dekorationen zum Erntedankfest geschmückt.
So wie sich die Besucher gestern beeindruckt gezeigt hatten, so begeistert zeigten sich heute die Kinder. Das Projekt war von Beginn als eine alternative Bildungsform gedacht, und wurde dementsprechend auch durch das Projekt "nelecom", das heißt "neue Lernkultur in Kommunen", gefördert. Die Idee dahinter ist, das die Kinder das, was sie an einem so aufregendem Tag wie dem heutigen gelernt haben, eher behalten als wenn sie den Stoff aus dem Landeskundebuch erfahren würden.
Auch wenn Peter Kube schon des öfteren ähnliche Veranstaltungen organisiert hat, war er doch äußerst dankbar für die Mitarbeit der Schulen, wie auch für das unermüdliche Engagement von freiwilligen Helfern, wie Melanie und Benny, ohne die eine Veranstaltung dieser Art so nicht auf die Beine zu stellen gewesen wäre.
Die bunten Regenwaldbilder, die auch auf Ausbeutung und Abholzung dieses Lebensraumes aufmerksam machen wollen, werden ab nächster Woche auch im Rathaus zu sehen sein.





