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Do, 07:22 Uhr
14.10.2010

nnz-Forum: Nachhaltiges

Nachhaltiges – Nordhausen ist mit dem „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet worden (siehe nnz-Archiv). Bei dieser Nachricht kommen einer Bürgerinitiative im Landkreis Nordhausen postwendend einige Gedanken...


Es geht dabei um die lokale Umsetzung von Agenda 21 Zielen, diese Agenda ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, sie ist ein Leitpapier zur nachhaltigen Entwicklung, beschlossen von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro im Jahre 1992. Mit eben dieser Vorstellung von nachhaltiger Entwicklung sollen durch eine veränderte Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungspolitik die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Chancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen.

Bürger protestieren (Foto: privat) Bürger protestieren (Foto: privat)

„Nachhaltige“ Auswirkungen sind auch für den Nordhäuser Ortsteil Sundhausen künftig zu erwarten. Heute abend, um 18:00 Uhr, mit dem Beginn des Läutens der Kirchen-Glocken werden sich wieder Menschen auf dem Kirchplatz einfinden. Wieviele werden es heute sein ? Ca. 400 Menschen bekundeten am 15. Juli ihren Unmut über die während der Haupturlaubszeit inmitten der Fußball-WM-Zeit im Ort bekannt gewordenen Autohof-Pläne vor den Toren Sundhausens.

Keine Frage – neben positiven Auswirkungen sind auch hier über Generationen solche zu erwarten die es eigentlich längst geboten hätten, sich von diesem Projekt am Standort Sundhausen zu verabschieden und wirklich ernsthaft die mehrfach vorhandenen Standortalternativen zu prüfen – eine Aufgabe der Verwaltung. Nachhaltig werden auch die Spuren sein, welche das Verfahren in den Köpfen der Menschen, in ihren Gedanken hinterläßt – die Art und Weise, die Versuche dieses Projekt immer noch rechtfertigen zu wollen, die Versuche eine kleinere Lösung voranzutreiben mit einigen Korrekturen, obwohl schon in der reinen Vernunft begründet das Wissen liegt, daß eben diese kleinere Variante nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer späteren Vergrößerung sein wird.

Wird ein Investor, der eine ganze Fläche erwerben will, die komplett als Gewerbefläche vorgesehen ist und der einst die Absicht hatte, diese ganze Fläche mit einem der größten Autohöfe + Event-Parks der neuen Bundesländer zu bebauen, sich tatsächlich für die Zukunft auf eine kleinere Variante beschränken ? Erfahrungen zahlreicher ähnlicher Fälle, die gültige Rechtslage einschließlich der vorhandenen Rechtsprechung, sowie die Meinungen zahlreicher Kommunalpolitiker, Juristen und Fachleute aus der Baubranche, insbesondere die Zunahme des Güter- und Personenverkehrs lassen sehr sehr deutlich ein anders Zukunftsbild erwarten – nämlich den alsbaldigen Antrag auf Vergrößerung.

Das wissen auch die Bürger Sundhausens, sie wissen auch, daß entgegen der im Ort gestreuten Gerüchte noch keine abschließende Entscheidung zu eben dieser Sachfrage des Autohofstandortes getroffen ist. Sie hoffen und wünschen für ihr Dorf und dessen Menschen, insbesondere die nachfolgenden Generationen, daß die von ihnen gewählten Gemeindevertreter, die Nordhäuser Stadträte, fraktionsübergreifend eine Entscheidung treffen werden, die diese Art der „negativen Nachhaltigkeit“ für den Ort für alle Zeiten ausschließt.

Sie hoffen ... , denn erst wenn die Fahne der Vernunft offen gehoben worden ist und der Standort Sundhausen nördlich der BAB 38 - direkt vor dem Dorf – aufgegeben wird, kann offenbar eine ergebnisoffene Evaluierung der anderen vorhanden Standorte wertneutral beginnen - damit in der Region ein Autohof entstehen kann, ohne die Chancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen. Vielleicht kann eine Stadt auch zweimal den „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis“ erhalten?!
Die Sundhäuser Bürgerinitiative
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
geloescht.20220913
14.10.2010, 09:28 Uhr
Endlose Leier
Man kann es bald nicht mehr hören. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit muss irgendein Kommentar aus Sundhausen folgen und alles positive in Frage stellen, was in und um Nordhausen geschieht. Vielleicht begreift man endlich mal, dass es im Rathaus auch noch andere Themen gibt. Oder soll man sich dort vielleicht noch dafür entschuldigen, dass nicht jedes 2.Wort Sundhausen oder Autohof heisst?

Ich meine, dass dies eine sehr schöne Auszeichnung für Nordhausen ist. Und daran werden auch die ewigen Nörgler in Sundhausen nichts ändern.
Totofino
14.10.2010, 23:47 Uhr
Nachhaltigkeit nicht für Ortsteile ?
Ich möchte erst einmal voran stellen, es ist gut, wenn die Stadt Nordhausen positive Werbung erhält. Gerade durch die LGS 2004 wurde in der Kernstadt von NDH viel zum positiven bewegt, wenn man sich aber verkalkuliert, nützt es wenig, dort etwas für die Zukunft aufgebaut zu haben und den nachfolgenden Generationen Schulden zu vererben, so dass denen dann die Hände gebunden sind, solche Zukunftsinvestitionen müssen immer mit gesundem Augenmaß getätigt werden.

Und man sollte nicht das, was man mit den Händen aufgebaut hat (Kernstadt), später an anderer Stelle (AH) mit einem anderen Körperteil wieder einreißen, aber bei der Nachhaltigkeit scheinen ja die zukünftigen Bewohner der Ortsteile vergessen worden zu sein.

Nun zu einigen Vergabekriterien des lokalen Nachhaltigkeitspreises Netzwerk 21 :
"Die PreisträgerInnen fördern die lokale Vernetzung von Akteuren" das heißt Städte und Landkreise arbeiten gemeinsam an Lösungen, so an einem sinnvollen Standort für z.B. einen Autohof der nicht zur zusätzlichen Versiegelung der Ackerflächen führt, wenn schon geeignete Flächen vorhanden sind, wie in Bleicherode, wo ein vollständig erschlossenes Gewerbegebiet auf Besiedelung wartet.

„ Die PreisträgerInnen sollen erwarten lassen, dass sie sich auch zukünftig für nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene engagieren“. Ich denke, das gilt für alle Ortsteile. Wenn wir über Nachhaltigkeit reden muss die Frage gestattet sein, was ist in 50 Jahren, wenn die fossilen Brennstoffe zur Neige gehen, wird dann überhaupt noch soviel über Autobahnen transportiert oder besinnt man sich aus Kostengründen wieder auf den Transport über Schienen - und Wasserwege, so dass für zukünftige Generationen nur versiegeltes Land übrigbleibt, was vielleicht dann brach liegt ?

Jeden, der sich durch die Diskussion belästigt fühlt, würde ich bitten, fahren Sie einmal zu dem Punkt, wo sich in Sundhausen die Riesleber Strasse und Sondershäuser Str. treffen (ehemaliges Renault Autohaus), dort stellen sie sich an das Ortseingangsschild und schauen sie in Richtung Autobahn, Ihnen zu Füßen liegt die Fläche des geplanten Autohofs, sie stehen direkt an der Grenze, links der Feldweg und rechts die jetzige B 4 (die Sie gerade so sehen) bilden auch Grenzen. Jetzt gehen Sie ca. 40 Schritte in Richtung B 4, drehen Sie sich um und sie sehen von der zukünftigen Lkw- Ausfahrt auf die ersten Wohnhäuser, ich glaube nicht, dass Sie so wohnen wollen.

Wir haben viele gute Gespräche mit Stadträten geführt, die durchaus Verständnis für die Sundhäuser aufbringen, was uns wiederum Hoffnung macht, dass das Projekt AH an der Grenze zu Sundhausen nicht Wirklichkeit wird.
MfG
NDHler
15.10.2010, 08:57 Uhr
@gandalf
Da stimme ich ihnen zu! Der Beitrag vom Fisch63 gehört hier nicht hin und auch nicht zum Thema! Wenn die Stadt mit dem „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet wird, hat das rein gar nichts mit dem Autohof zu tun!
Totofino
15.10.2010, 10:54 Uhr
Doch Nachhaltigkeit
Der Nachhaltigkeitspreis wird verliehen für Nachhaltigkeit, sprich wie wir alle den zukünftigen Generationen die Erde oder in diesem Falle (NDH) unser lokales Umfeld hinterlassen, bitte mal Info ziehen im Internet, und da besteht sehr wohl ein Zusammenhang mit dem Autohof.

MfG
Motte83
15.10.2010, 16:18 Uhr
Glückwunsch zum Nachhaltigkeitspreis
Dass UNSERE Stadt Nordhausen den Nachhaltigkeitspreis gewonnn hat, freut mich sehr! Und dafür möchte ich hier meinen Glückwunsch aussprechen. Um diesen Preis zu gewinnen, musste sich einiges in unserer Stadt bewegen und alle Akteure haben dazu beigetragen, das dies passiert ist.

Den ganz konkreten Zusammenhang zum Autohof sehe ich dennoch nicht. Es wird immer einzelne Punkte geben, bei denen man geteilter Meinung sein kann. Fisch meint eben, ein AH sei nicht nachhaltig, ich bin da anderer Meinung.

Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze sind für eine Kommune enorm wichtig. 400 Sundhäuser treffen sich zu einer Bürgerinitiative vor der Kirche. Jeden der 400 kann ich verstehen. Aber: der Nordhäuser Stadtrat hat die Interessen aller Nordhäuser zu vertreten. Und 400 Sundhäuser wiegen da eben nicht so viel. Ich bin sicher, dass auch eine rechtsradikale Partei mehr als 400 Anhänger hier zusammen bekommt, aber diese Stimmen wiegen eben auch nicht so schwer.

Was ich sagen will ist, dass Einzelschicksale hinter einem Gemeinwohl zurückstehen müssen. Es tut mir für jeden Einzelnen sehr leid, aber es ist den so.
Peppone
15.10.2010, 21:16 Uhr
Natürlich
hat es etwas mit Nachhaltigkeit zu tun, wenn sich Bürger eines Ortsteiles Gedanken darüber machen, dass ihr Umfeld demnächst zu 80 Prozent aus Industrie- oder Gewerbefläche besteht. Wer will denn da in der Zukunft noch leben? Die Infrastruktur der Kernstadt gibt es dort nicht, die Natur, die das Leben auf dem Land ausmacht, gibt es dort dann auch nicht mehr.

Die Gewerbesteuereinnahmen, die das industrielle und gewerbliche Umfeld bringt, fließen in die Kernstadt. Wenn der Ortsteil Glück hat, bekommt er entsprechend Einwohnerschlüssel davon vielleicht fünf Prozent zurück.

Ich drücke es bewusst plakativ aus - Sieht eine Solidargemeinschaft so aus, dass man Krach und Gestank auf die Ortsteile verlagert und die Gewerbesteuereinnahmen in der Kernstadt verprasst? So funktioniert das nicht auf Dauer liebe Leute. Nachhaltig ist diese Philosophie bestimmt nicht!

Schade, dass Nordhäuser Stadträte und auch Kreistagsmitglieder dazu nichts sagen. Internet, DSL oder eine Meinung zum Thema scheint es bei den Entscheidungsträgern nicht zu geben. Herrn Mitteldorf ausgenommen, den hat das Thema zumindest im August dieses Jahres temporär hier in nnz interessiert.

Das die Betroffenen in Sundhausen damit hadern, ist doch nur logisch. Man muss doch kein Akademiker sein, um deren Sorgen und Ängste zu verstehen. Das Aussitzen von kommunalpolitischen Problemen hat in diesem, unserem Nordthüringer Land leider schon Status quo. Das darf und kann aber nicht der Zustand sein!
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