Do, 17:51 Uhr
14.10.2010
nnz-Forum: Gemauschel?
Als Kreistagsmitglied sieht sich Heike Umbach aus Sollstedt veranlasst, auf diesem Wege zu den Vorgängen um die Ablösung des Geschäftsführers des Südharzkrankenhauses öffentlich einige Fragen zu stellen und Anmerkungen zu machen.
Zunächst finde ich es recht eigenartig, dass der Aufsichtsrat/Gesellschafterversammlung es nicht für notwendig befunden haben, die Kreistagsmitglieder über das Bevorstehen einer solch gravierenden Entscheidung rechtzeitig zu informieren. Haben wir denn als Kreistagsmitglieder/Gesellschafter nicht das Recht die Gründe für eine solche Handlung im Detail zu erfahren, zumal Herr Pille ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von rund 220 Millionen Euro leitet?
An der Art der Geschäftsführung des Herrn Pille kann ich nach den mir bekannten Sachverhalten nichts Falsches finden. Umso mehr verwundern mich die Hinweise, dass es Probleme zwischen Herrn Pille und der Ärzteschaft gegeben haben soll - die Krankenhausseelsorgerin hat das in der nnz ganz anders geschildert. Der im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichte, von einem Wirtschaftsprüfer geprüfte Jahresabschluss 2008 sagt aus, dass 1,4 Millionen Euro Bilanzgewinn erwirtschaftet wurden, sich die Liquidität verbessert hat, die für 2010 zu erwartenden Lohnsteigerungen aus der Zunahme der Einnahmen gedeckt werden können, dass im Jahre 2009 ein weiteres Bettenhaus aus Eigenmitteln, also ohne Kreditaufnahme, gebaut werden kann, dass entgegen dem Trend anderer Krankenhäuser die Fallzahlen deutlich anstiegen usw.
Natürlich ist das nicht auf Herrn Pille allein zurückzuführen. Daran haben alle Krankenhausmitarbeiter in allen Bereichen ihren Anteil, aber eben auch - und vielleicht ganz besonders - der Herr Pille. Nach meinem Kenntnisstand werden die Bilanzen des Krankenhauses jedes Jahr geprüft, nach dieser Prüfung erteilt der Aufsichtsrat Entlastung oder nicht. Mir ist nicht bekannt, dass diese Entlastung Herrn Pille jemals verweigert wurde. Also an den Bilanzen kann es demnach nicht gelegen haben.
Ich finde es sehr schade, dass Herr Pille diesen Weg gewählt hat und frage mich allen Ernstes, welche Maßnahmen der Aufsichtsrat/Gesellschafterversammlung ergriffen haben, um Herrn Pille zum Bleiben zu bewegen. Schließlich ist Herr Pille einer der erfolgreichsten Geschäftsführer unseres Landkreises. Lies man diesem Umstand die entsprechende Würdigung zukommen?
Aber, wie vorstehend gesagt, uns gewählte Volksvertreter informiert man ja nicht, sodass der Verdacht im Raume steht, hier ist etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Und natürlich kann man unter diesen Umständen, auch öffentliche Spekulationen nachvollziehen, aber dies hat ein Mann wie Herr Pille wirklich nicht verdient.
Wir sind doch 1989 nicht nur auf die Straße gegangen, damit wir die DM bekommen. Wir wollten doch auch echte Demokratie erkämpfen. Die hier praktizierte Verfahrensweise im stillen Kämmerlein lässt schon fast vergessene Ohnmachtsgefühle wieder aufleben.
Und noch etwas Privates: ich hatte unlängst einen stationären Aufenthalt im Südharzkrankenhaus. Dabei gewann ich den Eindruck, dass ein sehr gutes Arbeitsklima beim medizinischen Personal herrscht und das dieses Wohlfiihlen am Arbeitsplatz auch auf den freundlichen, hilfsbereiten Kontakt zu den Patienten ausstrahlt. Ich jedenfalls werde niemals vergessen, welch grandioses Lebenswerk Herr Pille für uns geschaffen hat.
Heike Umbach, Kreistagsmitglied LINKE
Autor: nnzZunächst finde ich es recht eigenartig, dass der Aufsichtsrat/Gesellschafterversammlung es nicht für notwendig befunden haben, die Kreistagsmitglieder über das Bevorstehen einer solch gravierenden Entscheidung rechtzeitig zu informieren. Haben wir denn als Kreistagsmitglieder/Gesellschafter nicht das Recht die Gründe für eine solche Handlung im Detail zu erfahren, zumal Herr Pille ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von rund 220 Millionen Euro leitet?
An der Art der Geschäftsführung des Herrn Pille kann ich nach den mir bekannten Sachverhalten nichts Falsches finden. Umso mehr verwundern mich die Hinweise, dass es Probleme zwischen Herrn Pille und der Ärzteschaft gegeben haben soll - die Krankenhausseelsorgerin hat das in der nnz ganz anders geschildert. Der im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichte, von einem Wirtschaftsprüfer geprüfte Jahresabschluss 2008 sagt aus, dass 1,4 Millionen Euro Bilanzgewinn erwirtschaftet wurden, sich die Liquidität verbessert hat, die für 2010 zu erwartenden Lohnsteigerungen aus der Zunahme der Einnahmen gedeckt werden können, dass im Jahre 2009 ein weiteres Bettenhaus aus Eigenmitteln, also ohne Kreditaufnahme, gebaut werden kann, dass entgegen dem Trend anderer Krankenhäuser die Fallzahlen deutlich anstiegen usw.
Natürlich ist das nicht auf Herrn Pille allein zurückzuführen. Daran haben alle Krankenhausmitarbeiter in allen Bereichen ihren Anteil, aber eben auch - und vielleicht ganz besonders - der Herr Pille. Nach meinem Kenntnisstand werden die Bilanzen des Krankenhauses jedes Jahr geprüft, nach dieser Prüfung erteilt der Aufsichtsrat Entlastung oder nicht. Mir ist nicht bekannt, dass diese Entlastung Herrn Pille jemals verweigert wurde. Also an den Bilanzen kann es demnach nicht gelegen haben.
Ich finde es sehr schade, dass Herr Pille diesen Weg gewählt hat und frage mich allen Ernstes, welche Maßnahmen der Aufsichtsrat/Gesellschafterversammlung ergriffen haben, um Herrn Pille zum Bleiben zu bewegen. Schließlich ist Herr Pille einer der erfolgreichsten Geschäftsführer unseres Landkreises. Lies man diesem Umstand die entsprechende Würdigung zukommen?
Aber, wie vorstehend gesagt, uns gewählte Volksvertreter informiert man ja nicht, sodass der Verdacht im Raume steht, hier ist etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Und natürlich kann man unter diesen Umständen, auch öffentliche Spekulationen nachvollziehen, aber dies hat ein Mann wie Herr Pille wirklich nicht verdient.
Wir sind doch 1989 nicht nur auf die Straße gegangen, damit wir die DM bekommen. Wir wollten doch auch echte Demokratie erkämpfen. Die hier praktizierte Verfahrensweise im stillen Kämmerlein lässt schon fast vergessene Ohnmachtsgefühle wieder aufleben.
Und noch etwas Privates: ich hatte unlängst einen stationären Aufenthalt im Südharzkrankenhaus. Dabei gewann ich den Eindruck, dass ein sehr gutes Arbeitsklima beim medizinischen Personal herrscht und das dieses Wohlfiihlen am Arbeitsplatz auch auf den freundlichen, hilfsbereiten Kontakt zu den Patienten ausstrahlt. Ich jedenfalls werde niemals vergessen, welch grandioses Lebenswerk Herr Pille für uns geschaffen hat.
Heike Umbach, Kreistagsmitglied LINKE
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

