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Di, 11:47 Uhr
03.05.2011

nnz-Wetterrückblick: April, April

Deutschlandweit war der April 2011 nach Angaben des DWD wie auch die vergangenen April-Monate zu warm, zu trocken und sehr sonnig. In Thüringen war es eher kühl (DWD: 11,4°C, Mittel 6,8°C), was aber nicht bedeutet, dass wir frieren mussten. Der Rückblick auf der Aprilwetter in Nordhausen wie immer von Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp...


Wetter-Expertin (Foto: privat) Wetter-Expertin (Foto: privat) In Deutschland waren es im Mittel 11,8°C, auf dem Campus in Nordhausen immerhin 12,2°C (Mittel 8,5°C). Wie immer sind es vor allem die Nachttemperaturen, die die mittlere Temperatur auf dem Campus steigen lassen.

Tagsüber speichern die Gebäude auf dem südexponierten Campus besonders viel Sonnenenergie, die sie nachts als langwellige Wärmestrahlung abgeben. Im April betrug die mittlere Globalstrahlung, also der Energiezufluss pro Quadratmeter 211 W/m² (Max. 1184 W/m²), dies entspricht „normalen“ Sommerwerten. Die Strahlungsbilanz war mit 160 W/m² positiv. Die Sonnenscheindauer in Stunden betrug, wir erinnern uns, im März 70 Stunden mehr als das Maximum, was jemals in Nordhausen im März aufgezeichnet wurde, auch im April 2011 schien sie wieder sehr lang: Registriert wurden 236 Stunden Sonnenschein (Mittel im April: 165 Stunden). Im bisherigen Rekord-April 2009 schien die Sonne „nur“ 217 Stunden. Also ein neuer Rekord im Monat April 2011. An 16 Tagen schien die Sonne mindestens 10 Stunden. Am 16. April schien die Sonne dahingegen nur etwas mehr als 1 Stunde. Ein richtig grauer Tag.

An den Tagen in der Aprilmitte betrug die mittlere Tagestemperatur lediglich 7,5°C, die minimale Temperatur wurde am 15. April gegen 05:00 Uhr morgens mit 0,3°C. registriert. An allen anderen Apriltagen lag die mittlere Temperatur über 10°C, am 23. April lag sie sogar bei 16,7 °C, das entspricht der mittleren Temperatur im Monat August. An diesem Tag gab es auch den ersten Sommertag mit 25,3°C maximaler Temperatur am Nachmittag. Einen Frosttag gab es im April 2011 nicht (2010:4). Aufgrund der hohen Temperaturen startete die Vegetationsperiode Anfang April mit aller Macht, die Raps-Felder waren bereits nach der ersten April-Dekade gelb gefärbt, Ende April standen sie in voller Blüte.

Die Niederschlagssumme betrug 29 mm. Das sind 75% des üblichen April-Niederschlags. Im 50-jährigen Mittel fällt im April rund 40 mm. Betrachtet man die Entwicklung der langjährigen Mittelwerte, ergibt sich ein Bild fallender Niederschläge im April (1961 – 1990: 44 mm, 1971 – 2000: 37 mm). Dieser Trend war in den vergangenen April-Monaten besonders deutlich zu spüren: Im April 2007 fielen gerade fünf Liter, 2010 waren es sieben Liter pro Quadratmeter. Aber es gab auch niederschlagsreiche April-Monate in der Vergangenheit: 146 Liter pro Quadratmeter fielen im Jahr 1961, der einzige April-Monat mit mehr als 100 mm Regen.

Zurück zum April 2011: 75% des Niederschlagssolls klingt ausreichend. Betrachtet man jedoch die Verteilung der Niederschläge, so sieht man, dass der Regen an nur 6 Tagen fiel, wobei an zwei Tagen besonders intensive Niederschläge registriert wurden: Am 04. April fielen 9 mm vom Himmel, am 26. April waren es 15 mm. Intensive Starkregenereignisse auf ausgetrocknetem Boden führen weniger zu einer Versickerung, sondern eher zu einem oberflächlichen Abspülen des Bodens direkt in die Vorfluter. Der Bodenwasservorrat wurde kaum aufgefüllt.

Der Wind wehte in der ersten Monatshälfte eher aus westlichen Richtungen mit schwankenden Windgeschwindigkeiten (Maximum: 5 m/s am 07. April), in der zweiten Monatshälfte drehte der Wind auf östliche Richtungen, allerdings mit zum Teil böigen Abweichungen auf West. Parallel zur Umkehr der Windrichtung sank die Windgeschwindigkeit ab der Monatsmitte auf Werte unter 1,0 m/s, was die gefühlte Lufttemperatur nochmals deutlich ansteigen ließ.

Das typische Aprilwetter – der April tut, was er will – scheint sich tatsächlich zu verändern. Unbeständiges Wetter wird immer seltener. Den typischen Frühlingsmonat, an dem man eigentlich den Kampf zwischen polaren kalten Luftmassen und subtropischer Warmluft beobachten kann, scheint es immer seltener zu geben. Der April wird zukünftig vielleicht zum ersten Frühsommermonat im Jahr.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz

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