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Mi, 11:11 Uhr
04.05.2011

Felsenwohnung gefällig?

Felsenwohnung (Foto: Hellberg) Felsenwohnung (Foto: Hellberg)
Die erste Auto-Exkursion des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein führte die 27 Teilnehmer nach Halberstadt und Umgebung. Auf dem Programm stand neben einer Führung durch den Dom und den Domschatz auch die Besichtigung einer einzigartigen Wohnkultur...

Bei der Exposition handelt sich um ein einzigartiges Ensemble mittelalterlicher Kunstwerke - das größte, das in Deutschland bei einer Kirche erhalten geblieben ist. Alle im Mittelalter gebräuchlichen Kunstgattungen sind im Domschatz vertreten - Altarbilder und Skulpturen, Handschriften und Mobiliar, Bronzewerke und Goldschmiedearbeiten.

Weltberühmt sind die Meisterwerke der Textilkunst. Vor allem beeindrucken die drei monumentalen romanischen Wandteppiche, darunter mit dem um 1150 gefertigten Abrahamsteppich der älteste gewirkte Bildteppich Europas. In der Schatzkammer sind prächtig geschmückte Reliquiare, Altargerät und Elfenbeinschnitzereien zu sehen, darunter auch Kunstwerke aus byzantinischen und islamischen Werkstätten. Als größte Kostbarkeiten gelten ein spätantikes Konsulardiptychon (417) und die prunkvolle Weihbrotschale aus Konstantinopel (Teile der Sonderausstellung).

Anschließend ging es weiter zum Jagdschloss Spiegelsberge am Rande Halberstadts, um das größte Weinfass der Welt zu besichtigen. Der teils in den Sandsteinfelsen gebaute Keller des Jagdschlosses beherbergt das Gröninger Fass, auch Halberstädter Riesenweinfass genannt. Es ist das älteste, größte und einzige noch original erhaltene Riesenweinfass der Welt. Damit ist es ein über 400 Jahre altes Zeugnis handwerklicher Kunst.

1594 von Fassbaumeister Michael Werner aus Landau erbaut, fasst es, nach einer Messung im Jahre 2005 ca. 140.000 bis 145.000 Liter. Es ist innen 7,56 Meter und außen zwischen 8,33 und 8,48 Meter lang und wiegt 636,99 Zentner. Auftraggeber dieses Prunkobjektes war Heinrich Julius, Herzog von Braunschweig und Administrator des Halberstädter Bistums, der das Fass anlässlich seiner Hochzeit mit Prinzessin Elisabeth von Dänemark einmalig befüllen ließ. Wie lange der Vorrat hielt, ist allerdings nicht überliefert…

Der letzte Teil der Auto-Exkursion führte nach Langenstein. Dort erwartete die Teilnehmer eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art die in Deutschland ihresgleichen sucht: Mehrere noch erhaltene Felsenwohnungen.

Anfangs des 19. Jahrhunderts suchte der Gutsbesitzer in Langenstein händeringend Arbeitskräfte für landwirtschaftliche Tätigkeiten. Viele Leute kamen und sich dort ihr Brot zu verdienen. Doch gab es ein Problem. Wohnraum stand nicht zur Verfügung. Die auf Felsen gebauten kleinen Häuser waren bereits voll belegt.

Da hatte man eine Idee: Man stellte den Leuten ein Stück Felsen zur Verfügung, dazu Hammer und Meisel. Wer arbeitswillig war und bleiben wollte, musste sich eine Wohnung in den Felsen schlagen. So entstanden über ein Dutzend dieser Felsenwohnungen die noch bis 1916 bewohnt waren. Langensteiner Bürger gründeten nach der Wiedervereinigung den Höhlenwohnungen - Verein und erschlossen mehrere dieser einzigartigen Zeugnisse einer früheren Wohnkultur für die Nachwelt. Eine dieser Wohnungen ist nach Zeitzeugenberichten vollständig wieder eingerichtet worden und kann besichtigt werden.
Autor: rh

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