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Do, 15:30 Uhr
19.05.2011

Mahnung zur Geduld

Bei einem Besuch in Nordhausens Ortsteil Steigerthal zum Thema Erneuerung der Abwasserentsorgung hat gestern Peter Stephan, Präsident des Thüringer Landesverwaltungsamts (LVA), die Vertreter einer Bürgerinitiative zur Besonnenheit gemahnt. Weitere Einzelheiten in Ihrer nnz...

Besuch in Steigerthal (Foto: privat) Besuch in Steigerthal (Foto: privat)
Zum Bild: LVA-Präsident Peter Stephan (Mitte) war gestern vor Ort in Steigerthal

Die Mitglieder der Bürgerinitiative fordern eine schnelle Erneuerung der Abwasserentsorgung. Aktuell werden die Abwässer in Steigerthal durch hauseigene Klärgruben gereinigt.

“Ein überstürzter, unbesonnener und nicht koordinierter Ausbau der Abwasserentsorgung wird letztlich teuer für alle Seiten – bis hin zu den Anwohnern, die ihren Beitrag dazu leisten müssen. Besser ist, die Erneuerung der Abwasserentsorgung an andere Sanierungsmaßnahmen zu koppeln – so spart man Geld, weil eine sanierte Straße nicht immer wieder aufgerissen muss für die Verlegung der nächsten Leitungen“, so Stephan.

Und auch aus einem anderen Grund warnte Stephan vor überstürzten Forderungen: Sie vermeiden letztlich auch eine Spaltung des Orts, zwischen jenen, die ihre Beiträge ohne größere Anstrengungen entrichten können und jenen, denen dies nicht so leicht fällt.

Stephan verwies darauf, dass nicht etwa eine mangelhafte öffentliche Abwasser-Infrastruktur innerhalb des Ortes verantwortlich sei, wenn sich die Abwasser im Graben am Ortsausgang verfärbten, „sondern es sind schlicht und einfach einige "schwarze Schafe" im Ort, deren Kläranlage nicht ordnungsgemäß funktioniert oder die glauben, eine illegale Entsorgung auf anderen Wege ist die bessere Lösung. Funktionieren alle Kläranlagen, ist das Wasser klar und riecht auch nicht.

Stephan stellte klar, dass nicht das LVA Fördermittel bereit stellen könne, sondern die zuständigen Ministerien. „Das wollte ich Ihnen auch noch mal persönlich sagen, deshalb bin ich hier“, so Stephan zu den Bürgern. Aus seiner Sicht handele sowohl die Stadtverwaltung als auch der Stadtentwässerungsbetrieb vernünftig und verantwortungsvoll, „wenn sie sorgfältig prüfen und vorher zum Beispiel abwägen, ob es für die Menschen in Steigerthal letztlich günstiger ist, wenn ihre Abwässer vor Ort in einer eigenen Anlage geklärt– oder zur großen Kläranlage nach Nordhausen gepumpt werden."

Und am wirtschaftlich vernünftigsten ist es, wenn Abwassersanierung, Straßensanierung, die Erneuerung des Gehwegs und der Bau von Hausanschlüssen gemeinsam vollzogen werden. Deshalb: Zeigen Sie ein wenig Geduld. Niemand hat Geld übrig, um es zu verschenken!“

Nordhausens Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) betonte erneut, dass der Beginn der Planungsarbeiten für die neue Entsorgung bereits für das Jahr 2013 vom Stadtrat beschlossen sei und die Arbeiten 2015 beginnen würden – „und zwar koordiniert, so dass nur einmal gegraben werden muss. Allein diese Vorgehensweise ist seriös“

Mathias Hartung, Werkleiter des Städtischen Entwässerungsbetriebs, sagte, dass man derzeit mitten in der Untersuchung der Varianten für die neue Abwasserentsorgung in Steigertahl sei. Entscheidend dabei sei auch, dass der Nachbarort Leimbach inzwischen auch Anschluss an die Nordhäuser Kläranlage habe – „so wäre zum Beispiel jetzt auch ein günstiger Ringschluss möglich. Was genau getan wird, wird allerdings letztlich die Prüfung ergeben.“
Autor: nnz

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Kommentare
I.H.
19.05.2011, 17:29 Uhr
Wo issen das?
Traurig, dass die im Jahre 2011 ihre Fäkalien immer noch in die Bäche und Flüsse leiten. Wer da von überstürzten Forderungen der Leute faselt, wie dieser LVA Manager, gehört doch sofort entlassen!

Seit zwanzig Jahren keinen Kanal, keinen Gehweg, keine Straße gemacht. Lachhaft! Aber immerhin, 2015 gehts laut Planung los. Wer hat denn da bisher geplant? Offensichtlich doch keiner!

oh man ey - Jupp
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