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Mo, 12:51 Uhr
23.05.2011

„...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir.“

Am 2. Mai 1933, drei Monate nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, besetzten SA-Schläger und Polizei überall in Deutschland die Büros und Versammlungsräume der Gewerkschaften. Daran soll jetzt eine Ausstellung erinnern, die morgen eröffnet wird...

Begleitheft zur Ausstellung (Foto: privat) Begleitheft zur Ausstellung (Foto: privat) Zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre nahmen sie in Haft; viele wurden misshandelt oder sogar ermordet. Auch in Nordhausen zogen SA- und SS-Trupps an diesem Tag zu den Gewerkschaftssitzen, u.a. zum Volkshaus „Eintracht“ in der Geseniusstraße. Mehrere Nordhäuser Gewerkschaftler wurden in „Schutzhaft“ genommen und in Konzentrationslager eingewiesen. Einen Monat später fand eine zweite Verhaftungswelle statt.

Mit der Zerschlagung der Gewerkschaften versuchten die Nationalsozialisten, den Widerstand aus der Arbeiterschaft zu brechen. Zugleich propagierten sie die vermeintlich klassenlose „Volksgemeinschaft“ und schufen mit der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) eine nationalsozialistische Pseudo-Einheitsgewerkschaft.

An diese Ereignisse erinnert eine Wanderausstellung der Hans-Böckler-Stiftung und des DGB, die ab Dienstag, den 24. Mai 2011 in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen ist. 25 Schautafeln vergegenwärtigen mit zahlreichen Fotos und Dokumenten diesen Tiefpunkt in der Geschichte der politischen Arbeiterbewegung und der deutschen Demokratie. Die Ausstellung zeichnet die Vorgänge chronologisch nach. Dabei beschränkt sie sich bewusst nicht auf die reine Ereignisgeschichte, sondern thematisiert auch die Ideologie der Nationalsozialisten. Diese machten der Arbeiterschaft mit der Propagierung der „Volksgemeinschaft“ und des „Adels der Arbeit“ ein vergiftetes Integrationsangebot. Dafür steht auch der Titel der Ausstellung: „… gerade Dich, Arbeiter, wollen wir“ – ein Zitat von Robert Ley, dem Chef der Deutschen Arbeitsfront.

Die Ausstellung wird morgen um 17.00 Uhr durch Ulrich Hannemann, DGB Thüringen, und Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner eröffnet. Alle
Interessierten sind herzlich zur Eröffnungsveranstaltung in die KZ-Gedenkstätte MittelbauDora eingeladen. Die Ausstellung „...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir.“ Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933 ist vom 24. Mai 2011 bis 15. Juli 2011 in der ehemaligen Unterkunftsbaracke in der Gedenkstätte zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Autor: nnz

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Kommentare
Wolfi65
23.05.2011, 14:16 Uhr
Pseudo-Gewerkschaft
War denn der FDGB nicht auch so ein staatlich verordnetes Gebilde. Wer nicht im FDGB war, wurde doch auch nicht viel im real existierenden Sozialismus. Schläger zogen zwar nicht durch die Strassen, aber freies Denken wurde auf andere Weise kaputt gemacht.
Übrigens ist es jetzt umgekehrt. Gerade Dich Arbeiter, wollen wir nicht, denn wir haben jetzt viel billigere Leute zum malochen.
Janko
23.05.2011, 20:57 Uhr
was hat denn nun wieder....
...der FGDB mit der 1933 stattgefundenen zerschlagung der gewerkschaften durch die nationalsozialisten, und der inhaftierung und ermordung der gewerkschaftsfunktionäre zu tun?

alles, was irgendwie faschismus und neofaschismus in das schlechte licht rückt, in welches er gehört, wird von einigen kommentatoren hier seit mehreren wochen stets durch verweise auf die gewaltbereite linke oder an den haaren herbeigezogene vergleiche zum sozialismus in der DDR zu relativieren gesucht (z.b. heute morgen, von der NNZ später wieder gesperrt wegen "nicht zum thema gehörend", was diesen neuerlichen kommentar, meiner meinung nach, ebenfalls beträfe).

so langsam glaube ich, die politische ansichten der kommentatoren erraten zu können. sollte es am 4.juni zum "10. thüringentag der nationalen jugend" kommen, denke ich ziemlich genau zu wissen, auf welcher seite man sie finden wird.

was bleibt ist, dass ich den kommentar (mal wieder) nicht nachvollziehen kann. es geht um eine ausstellung, welche die unrechtmäßige zerschlagung der gewerkschaften inkl. ermoderdung ihrer funktionäre durch SS- oder SA-truppen im jahre 1933 thematisiert. "und der freie deutsche gewerkschaftsbund war ein staatlich verordnetes gebilde!"
WTF...?
Wolfi65
24.05.2011, 08:37 Uhr
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