Sa, 11:07 Uhr
02.08.2003
Entspannender Konzertabend
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Was ist der Unterschied zwischen dem Thüringer Orgelsommer und den Sondershäuser Sommerorgelkonzerten? Zum einen sicher der Fakt des Preisunterschiedes und dem damit nicht im Bezug stehenden Anteil der Zuhörer; denn trotz der günstigeren Preise der Sondershäuser Konzertreihe kommen weniger Besucher...
Was wohl weder an der Qualität der Konzerte, noch an dem Mittwochstermin liegen mag, sondern vielmehr am Bekanntheitsgrad und der Unlust von einem Großteil der Sondershäuser an Kultur. Zum anderen sind die mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Sondershäuser Orgelkonzerte verhaltener. Dies galt zumindest für das Konzert am Mittwoch Abend in der Trinitatiskirche mit dem jungen Organisten Bernhard Stützer aus Bad Frankenhausen.
Nach der Euphorie des Thüringer Orgelsommers benötigte es nun auch wieder ein Konzert, bei dem man sich einfach nur zurück lehnen konnte und ganz entspannt der Musik lauschen konnte, ohne von dem Rausch aufbrausender und spektakulärere Orgelmusik in den Bann gezogen zu werden. Das soll aber lange nicht heißen, dass das Konzert dadurch Einbuße erlitten hätte.
Ein Primärwerk des Abends war die Geschichte aus dem alten Testament "Der Streit zwischen David und Goliath" von dem Wegbereiter der Programmusik Johann Kuhnau. Dafür, dass es laut Titel um einen Streit gehen sollte, bestand das Werk zu zwei dritteln aus Jubel über den von Gottes Hand besiegen. Das Selbstbewußtsein und kindliche Vertrauen Davids waren von Anfang an spürbar. Wo man Anfangs versuchte sich das Zwiegespräch der beiden ungleichen Gegner vorzustellen, war man laut Text, der von Jens Goldhardt gelesen wurde, bereits beim Fall des Goliath und bei der Freude über den Sieg der Gotteskrieger über die Philister, der sich über mehrere Sätze ausdehnte.
Dabei war die Musik nicht von dem Maße Enthusiasmus geprägt, die man sich bei einem Fest vorstellt, sondern einfach und zurückhaltend, besonders bei dem Satz "Das über dem Lobe Davids von den Weibern Chorweise musizierte Konzert". Genauso zurückhaltend wie sich auch der Abend gestaltete. So war das "Du sollst nicht..." der heiligen zehn Gebote von Johann Sebastian Bach nicht mahnend oder drängend, sondern viel mehr eine Intuition und Selbstverständlichkeit, an die sich eine meditative Suite von Jehan Alain anschloß. Gerade als Schlußpunkt erwartete man von diesem Werk einen vehementen Abgang, doch gemäß der Gesamtstimmung des Konzerts entließ sie das Auditorium in einem ruhigen Ausklang.
Katrin Landgraf
Autor: nnzWas wohl weder an der Qualität der Konzerte, noch an dem Mittwochstermin liegen mag, sondern vielmehr am Bekanntheitsgrad und der Unlust von einem Großteil der Sondershäuser an Kultur. Zum anderen sind die mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Sondershäuser Orgelkonzerte verhaltener. Dies galt zumindest für das Konzert am Mittwoch Abend in der Trinitatiskirche mit dem jungen Organisten Bernhard Stützer aus Bad Frankenhausen.
Nach der Euphorie des Thüringer Orgelsommers benötigte es nun auch wieder ein Konzert, bei dem man sich einfach nur zurück lehnen konnte und ganz entspannt der Musik lauschen konnte, ohne von dem Rausch aufbrausender und spektakulärere Orgelmusik in den Bann gezogen zu werden. Das soll aber lange nicht heißen, dass das Konzert dadurch Einbuße erlitten hätte.
Ein Primärwerk des Abends war die Geschichte aus dem alten Testament "Der Streit zwischen David und Goliath" von dem Wegbereiter der Programmusik Johann Kuhnau. Dafür, dass es laut Titel um einen Streit gehen sollte, bestand das Werk zu zwei dritteln aus Jubel über den von Gottes Hand besiegen. Das Selbstbewußtsein und kindliche Vertrauen Davids waren von Anfang an spürbar. Wo man Anfangs versuchte sich das Zwiegespräch der beiden ungleichen Gegner vorzustellen, war man laut Text, der von Jens Goldhardt gelesen wurde, bereits beim Fall des Goliath und bei der Freude über den Sieg der Gotteskrieger über die Philister, der sich über mehrere Sätze ausdehnte.
Dabei war die Musik nicht von dem Maße Enthusiasmus geprägt, die man sich bei einem Fest vorstellt, sondern einfach und zurückhaltend, besonders bei dem Satz "Das über dem Lobe Davids von den Weibern Chorweise musizierte Konzert". Genauso zurückhaltend wie sich auch der Abend gestaltete. So war das "Du sollst nicht..." der heiligen zehn Gebote von Johann Sebastian Bach nicht mahnend oder drängend, sondern viel mehr eine Intuition und Selbstverständlichkeit, an die sich eine meditative Suite von Jehan Alain anschloß. Gerade als Schlußpunkt erwartete man von diesem Werk einen vehementen Abgang, doch gemäß der Gesamtstimmung des Konzerts entließ sie das Auditorium in einem ruhigen Ausklang.
Katrin Landgraf

