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Di, 18:17 Uhr
18.10.2011

Ordens- und Führungsburgen der NS

Auf dem jüngsten Themenabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein beleuchtete Dr. Michael Flagmeyer ein dunkles Kapitel der Vergangenheit. Die nnz war unter den Zuhörern…

Ordensburg Vogelsang (Foto: Dr. M. Flagmeyer) Ordensburg Vogelsang (Foto: Dr. M. Flagmeyer)

Dr. Flagmeyer, Architekt und Geschäftsführer der Werbeagentur Landsiedel, Müller, Flagmeyer, führt in Nordhausen ein Architekturbüro. Seine Dissertation „Die Architekturen der Deutschen Arbeitsfront“ gewann 2010 mit dem Heinrich-Büssing-Preis die höchstdotierte Auszeichnung der Wissenschaftsregion Braunschweig.

Kompetent und sehr bildhaft referierte der Nordhäuser über „Gralsmythos und NS-Führerschule“. „Am 10. Mai 1933 gründete Reichsorganisationsleiter Robert Ley die Deutsche Arbeitsfront (DAF). Zur Sicherung der Leistungsbereitschaft von Arbeitern und Angestellten formte Ley ab 27. November 1933 innerhalb der DAF die NS-Gemeinschaft ‚Kraft durch Freude’ (KdF). Der Architekt Albert Speer übernahm 1934 die Leitung des ebenfalls neu gegründeten DAF-Amtes ‚Schönheit der Arbeit’ (SdA).

Ab Sommer 1934 errichtete eine Bauabteilung der Deutschen Arbeitsfront Verwaltungsbauten, Ordens- und Schulungsburgen für die NS-Eliten. Die Verantwortlichen erarbeitete Konzepte für den Wohnungsbau, Wohnsiedlungen oder Musterentwürfe für Fabrikanlagen und Gefolgschaftsunterkünfte. Ende der 1930er Jahre wandelte sich der Aufgabenbereich innerhalb der Organisation: Die erwartete schnelle Ostkolonialisierung verlangte von den Architekten Rationalisierungsvorschläge für Wohnbauten sowie Grundrisstypen für die kommenden Bauaufgaben im NS-Siedlungsplan des ,Neuen deutschen Ostens‘, so Flagmeyer.

Der Begriff „Ordensburg“ bezeichnete im 13. /14. Jahrhundert die Ritterkasernen der geistlichen Orden. In den Ordensburgen des NS sollte die zukünftige Führungselite des Reiches ausgebildet werden. Es waren Bauwerke voller Symbolik und Anspielung auf die vergangenen Ritterzeiten. Drei NS-Ordensburgen wurden neu errichtet: Vogelsang, in der Eifel, Sonthofen im Allgäu und Crössinsee in Pommern. Marienburg bei Danzig wurde nicht verwirklicht. Die Ordensburgen gehören zu den größten baulichen Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten.

Flagmeyer untermauerte seine Ausführungen mit zahlreichen Fotos. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete er die vielen Fragen der begeisterten Zuhörer.
Autor: rh

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