Mo, 08:20 Uhr
28.06.2004
Heute Entscheidung
Nordhausen (nnz). Heute entscheidet sich bei den Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe in Berlin, ob die Vorschläge der IG Bauen-Agrar-Umwelt zur Beschäftigungssicherung von den Arbeitgebern angenommen werden. IG BAU-Geschäftsführer Hartmut Koch ist skeptisch...
Bisher verweigern sich die Arbeitgeber gegen alle Vernunft unserem Vorschlag, dieses Jahr keine Lohnerhöhungen zu machen, dafür aber einen Beschäftigungssicherungsfonds einzurichten, damit die Arbeitsplätze am Bau sicherer werden, sagte Koch der nnz. Sie wollen stattdessen die Löhne mit einer unbezahlten Verlängerung der Arbeitszeit senken. Dann werden noch mehr Bauarbeiter arbeitslos, befürchtet der Gewerkschafter.
Die IG BAU hatte bereits im Januar einen tarifpolitischen Vorstoß gemacht, der für einiges Aufsehen gesorgt hat. Insgesamt soll ein Volumen von 2,2 Prozent der Bruttolohnsumme in einen Beschäftigungssicherungsfonds fließen. Aus diesem Fonds könnten die Betriebe, die ihre Mitarbeiter volle zwölf Monate beschäftigen und nicht im Winter kündigen, eine Beschäftigungsprämie erhalten. 0,2 Prozent – rund 30 Millionen Euro – könnten nach dem Vorschlag der IG BAU für gemeinsame Aktivitäten der Tarifvertragsparteien zur Kontrolle und Eindämmung der illegalen Beschäftigung verwandt werden. Die organisierte Schwarzarbeit ist das Krebsgeschwür unserer Branche, sagte der IG BAU-Geschäftsführer: Zehn illegale Jobs vernichten sechs legale Beschäftigungsverhältnisse.
Das neue Modell der Gewerkschaft setze auf Innovation: Jahres- und Lebensarbeitszeitkonten sollen eingerichtet werden, die den Betrieben mehr Flexibilität bringen und den Arbeitnehmern ein ganzjährig gesichertes Einkommen. Das funktioniert nur, wenn die Arbeitszeitkonten felsenfest gegen Insolvenz gesichert werden, betonte Hartmut Koch. Jede achte Firmenpleite in Deutschland gehe aufs Konto des Bauhauptgewerbes.
IG BAU-Geschäftsführer Hartmut Koch forderte die Arbeitgeberverbände auf, das Angebot der Gewerkschaft sorgfältig zu prüfen. Wenn es am Montag zu keiner Einigung käme, werde die Gewerkschaft die Tarifverträge in den alten Bundesländern zum 31. Juli kündigen. Dann droht Zoff am Bau, sagte Koch, wir fahren dann eine klassische Lohnrunde mit allen Konsequenzen. Die Arbeitgeber vertun dann eine große Chance für einen vernünftigen Abschluss, der allen nützt – auch den vielen arbeitslosen Kollegen.
Autor: nnzBisher verweigern sich die Arbeitgeber gegen alle Vernunft unserem Vorschlag, dieses Jahr keine Lohnerhöhungen zu machen, dafür aber einen Beschäftigungssicherungsfonds einzurichten, damit die Arbeitsplätze am Bau sicherer werden, sagte Koch der nnz. Sie wollen stattdessen die Löhne mit einer unbezahlten Verlängerung der Arbeitszeit senken. Dann werden noch mehr Bauarbeiter arbeitslos, befürchtet der Gewerkschafter.
Die IG BAU hatte bereits im Januar einen tarifpolitischen Vorstoß gemacht, der für einiges Aufsehen gesorgt hat. Insgesamt soll ein Volumen von 2,2 Prozent der Bruttolohnsumme in einen Beschäftigungssicherungsfonds fließen. Aus diesem Fonds könnten die Betriebe, die ihre Mitarbeiter volle zwölf Monate beschäftigen und nicht im Winter kündigen, eine Beschäftigungsprämie erhalten. 0,2 Prozent – rund 30 Millionen Euro – könnten nach dem Vorschlag der IG BAU für gemeinsame Aktivitäten der Tarifvertragsparteien zur Kontrolle und Eindämmung der illegalen Beschäftigung verwandt werden. Die organisierte Schwarzarbeit ist das Krebsgeschwür unserer Branche, sagte der IG BAU-Geschäftsführer: Zehn illegale Jobs vernichten sechs legale Beschäftigungsverhältnisse.
Das neue Modell der Gewerkschaft setze auf Innovation: Jahres- und Lebensarbeitszeitkonten sollen eingerichtet werden, die den Betrieben mehr Flexibilität bringen und den Arbeitnehmern ein ganzjährig gesichertes Einkommen. Das funktioniert nur, wenn die Arbeitszeitkonten felsenfest gegen Insolvenz gesichert werden, betonte Hartmut Koch. Jede achte Firmenpleite in Deutschland gehe aufs Konto des Bauhauptgewerbes.
IG BAU-Geschäftsführer Hartmut Koch forderte die Arbeitgeberverbände auf, das Angebot der Gewerkschaft sorgfältig zu prüfen. Wenn es am Montag zu keiner Einigung käme, werde die Gewerkschaft die Tarifverträge in den alten Bundesländern zum 31. Juli kündigen. Dann droht Zoff am Bau, sagte Koch, wir fahren dann eine klassische Lohnrunde mit allen Konsequenzen. Die Arbeitgeber vertun dann eine große Chance für einen vernünftigen Abschluss, der allen nützt – auch den vielen arbeitslosen Kollegen.

