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So, 07:33 Uhr
27.06.2004

Die 4 Orgeln der Bachkirche

Nordhausen/Arnstadt (nnz). In Thüringen ist der diesjährige Orgelsommer eröffnet worden. Die nunmehr 13. Auflage startete in einer Stadt, die in diesem Jahr ihre Ersterwähnung vor 1.300 Jahren feiert. nnz-Autorin Katrin Landgraf hat sich die Eröffnung angesehen und natürlich auch angehört.


Als ob die barocke Wender-Orgel und die romantische Steinmeyer-Orgel der Bachkirche nicht ausreichen, brachten die beiden Organisten Gottfried Preller und Jens Goldhardt auch noch ihre Hausorgeln mit, um den barocken Stil des Konzerts zu wahren. Wobei es sehr schade war, dass die große Steinmeyer-Orgel, deren Pfeifen hinter einer Wand versteckt sind, gar nicht zum Spielen kam.

Eröffnet wurde das Konzert von Gottfried Preller mit dem bekannten Bachschen Werk "Toccata und Fuge F-Dur, BWV 540". Locker und verspielt wurde da die alte Orgel zum klingen gebracht. Gefolgt von Telemanns Ouvertüren-Suite D-Dur für Trompete, Streicher, Oboen und Continuo. Lieder kam die kleine Hausorgel von Jens Goldhardt in den schnellen und forte Sätzen nur schwach durch das Orchester, besonders, wenn die Trompete dann noch einsetze. Aber der sondershäuser Organist war an diesem Abend ohnehin ehr zurückhaltend. Etwas ganz besonderes waren die barocke Instrumente, auf denen die Künstler spielten. So klangen die Geigen mit ihren barock überspannten Bögen ehr zierlich als romantisch expressiv und die Querflöte, die im modernen Stil ehr gläsern klingt, hatte einen herrlich weichen Klang.

Im folgenden Verlauf des Konzertes hielt der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Jürgen Aretz in Vertretung des angekündigten Dieter Althaus die Eröffnungsrede, in der er den Thüringer Orgelsommer unterstützend und lobend erwähnte und auf die 56 Konzerte aufmerksam machte, die sowohl in großen Städten, als auch in unscheinbaren Dörfern stattfinden werden. Auch pries er die Orgel als Königin der Instrumente an und stellte sie als eine Symbiose aus Orgelspieler und Orgelbau dar (in diesem Fall Bach und Wender). Zugleich machte er auf die Thüringer Landesausstellung aufmerksam, die gerade in Sondershausen statt findet und die er zu besuchen empfiehlt.

Den Abschluss des Abends und gleichzeitig den Höhepunkt bildete Johann Sebastian Bachs Konzert C-Dur für 2 Claviere (in diesem Fall Hausorgeln) und Streicher. Hier konnte man ein Duo von Lehrer und (ehemaligen) Schüler erleben. Ein Duo zwischen Gottfried Preller und Jens Goldhardt. Allerdings hat der Schüler mittlerweile auch A-Examen und erfreut sich großer Bekanntheit in weiten Teilen des Landes, wo er viele Erfolge feierte, ob Solo oder in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen.

Während der erste Satz im großen Rahmen für Orchester und Orgeln war und entsprechend die Orgeln gerne untergehen wollten, es aber glücklicherweise nie so ganz schafften, hat sich der 2 Satz ganz der Königin der Instrumente verschrieben. Der dritte Satz war spieltechnisch schwierig wurde aber mit einer selbstverständlichkeit gespielt, wie der Lauf eines Flusses. Selbst der Aussetzer der 1. Violine konnte das Gesamtbild nicht stören und wurde fast nicht bemerkt. Das Resümee eines Besuchers: "Hervorragend! So was macht Spaß!"
Katrin Landgraf
Autor: nnz

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