Do, 16:41 Uhr
15.07.2004
Von Managern und Fällen
Nordhausen (nnz). Es versteht sich als das Gesetz für die modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt, Es wird jedoch viele Menschen im Landkreis Nordhausen in eine neue Armut befördern. Gemeint ist Harzt IV. Wie der Stand der Umsetzung im Landkreis Nordhausen aussieht, das hat heute die nnz erfahren.
Welche Schicksale mit dem neuen Gesetz auch immer verknüpft sein werden, die Verwalter in der Agentur für Arbeit und im Landratsamt in Nordhausen haben sich auf den Weg gemacht und arbeiten an der Vorbereitung der Umsetzung des Gesetzes.
Wie die nnz bereits berichtete, stehen beide Behörden derzeit immer noch in Verhandlungen, wie denn die Zusammenarbeit konkret aussehen könnte. Fakt ist, es wird eine GmbH werden, die zu je 50 Prozent anteilig dem Landkreis und der Arbeitsagentur gehört. Fakt ist auch: Der Geschäftsführer wird durch den Kreistag bestimmt, der Vorsitzende des Aufsichtsrates kommt aus der Agentur. Seit dem Juli wird nun auch die Mannschaft der künftigen GmbH zusammengetrommelt. Zusätzliche Jobs werden dadurch zwar nicht geschaffen, denn das Team setzt sich aus 40 Mitarbeitern der Agentur und 20 aus dem Landratsamt zusammen.
Die neuen Stellen müssen so attraktiv sein, daß es zum Beispiel im Landratsamt mehr Bewerbungen als Arbeitsplätze gibt. Das lässt den Schluß zu, dass die neuen Jobs besser bezahlt werden oder dass die Bewerber auf ein besseres Arbeitsklima hoffen. Bis zum 4. Oktober soll der Umzug der Kreisverwalter in die Verwaltung der Arbeit(slosigkeit) beendet sein. Und just zu diesem Zeitpunkt kriegen die Neuen auch richtig Streß. Die hoffentlich richtig ausgefüllten Anträge für Arbeitslosengeld II müssen in das System eingegeben werden. Das alles soll bis zum 10. Dezember abgeschlossen sein.
Und damit die künftigen Bezieher des ALG Zwei auch Zeit haben zum Ausfüllen, sollen ab kommenden Dienstag die Anträge verschickt werden. Zusammen sind es für den Landkreis Nordhausen 7.500 Stück.
Offizieller - von der großen und kleinen Politik immer verkündeter - Grund für das moderne Dienstleistungsgesetz ist, dass die Menschen, die den Stempel der Langzeitarbeitslosigkeit aufgedrückt bekamen, schneller einen neuen Job erhalten sollen. Offiziell wurde auch heute durch Agentur-Chefin Dr. Simone Simon verkündet, dass nach wie vor die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt das Ziel sei. Inoffiziell wissen eigentlich die Verantwortlichen, dass dieser Markt im Osten einfach nicht da ist. Nicht einmal für die dann zumutbare Arbeit. Und deshalb heißen die Arbeitsvermittler der Agentur dann nicht mehr Arbeitsvermittler, sondern Fall-Manager. Das ist so unverbindlich wie ein Eimer voller Pudding.
Doch da soll es – nach dem Aufmucken der Ost-Ministerpräsidenten – ja auch Zuschüsse geben, wenn nicht in den ersten Markt vermittelt werden kann. Eingliederungszuschüsse, sinnvolle Beschäftigung, Bewerbungstraining, ABM. Damit wird also nicht nur ein Vokabular aus der Mottenkiste geholt, nein, es wird eine Renaissance des zweiten Arbeitsmarktes geben. Bewährte Träger würden schon bereit stehen, um sich um die Hartz-IV-Opfer zu kümmern.
Besonders viel zu tun haben die Fall-Manager mit den fast 2000 Beziehern von ALG-Zwei, die unter 25 Jahre alt sind. Hier hat ja die Bundesregierung per Gesetz versprochen, allen einen Job oder einen Ausbildungsplatz zu garantieren. Vielleicht klappt es ja, die unversorgten jungen Menschen im Mansfelder Land, in Altenburg oder im Kyffhäuserkreis mit einem Job zu versorgen?
Selbst in den Job-Hochburgen Bayern oder Baden-Württemberg gehen die Jobs langsam aber sicher verloren. Bleiben noch Österreich oder die Schweiz. Da werden zum Beispiel Zimmermädchen oder Bäcker gesucht.
Es gibt also viel zu tun, für die Antragsteller, für die Bearbeiter. Vor allem aber für die Politik. Eines steht fest wie das Amen in der Kirche. Ab dem Januar 2005 wird es keinen zusätzlichen Job mehr geben. Und wie sich das Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt in der Statistik der Agentur für Arbeit auswirken wird, das konnte heute niemand sagen. Aber da haben wir ja noch Super-Minister Clement. Der wird Experten beauftragen, die neue Statistik in seinem Erfolgssinne zu gestalten.
Autor: nnzWelche Schicksale mit dem neuen Gesetz auch immer verknüpft sein werden, die Verwalter in der Agentur für Arbeit und im Landratsamt in Nordhausen haben sich auf den Weg gemacht und arbeiten an der Vorbereitung der Umsetzung des Gesetzes.
Wie die nnz bereits berichtete, stehen beide Behörden derzeit immer noch in Verhandlungen, wie denn die Zusammenarbeit konkret aussehen könnte. Fakt ist, es wird eine GmbH werden, die zu je 50 Prozent anteilig dem Landkreis und der Arbeitsagentur gehört. Fakt ist auch: Der Geschäftsführer wird durch den Kreistag bestimmt, der Vorsitzende des Aufsichtsrates kommt aus der Agentur. Seit dem Juli wird nun auch die Mannschaft der künftigen GmbH zusammengetrommelt. Zusätzliche Jobs werden dadurch zwar nicht geschaffen, denn das Team setzt sich aus 40 Mitarbeitern der Agentur und 20 aus dem Landratsamt zusammen.
Die neuen Stellen müssen so attraktiv sein, daß es zum Beispiel im Landratsamt mehr Bewerbungen als Arbeitsplätze gibt. Das lässt den Schluß zu, dass die neuen Jobs besser bezahlt werden oder dass die Bewerber auf ein besseres Arbeitsklima hoffen. Bis zum 4. Oktober soll der Umzug der Kreisverwalter in die Verwaltung der Arbeit(slosigkeit) beendet sein. Und just zu diesem Zeitpunkt kriegen die Neuen auch richtig Streß. Die hoffentlich richtig ausgefüllten Anträge für Arbeitslosengeld II müssen in das System eingegeben werden. Das alles soll bis zum 10. Dezember abgeschlossen sein.
Und damit die künftigen Bezieher des ALG Zwei auch Zeit haben zum Ausfüllen, sollen ab kommenden Dienstag die Anträge verschickt werden. Zusammen sind es für den Landkreis Nordhausen 7.500 Stück.
Offizieller - von der großen und kleinen Politik immer verkündeter - Grund für das moderne Dienstleistungsgesetz ist, dass die Menschen, die den Stempel der Langzeitarbeitslosigkeit aufgedrückt bekamen, schneller einen neuen Job erhalten sollen. Offiziell wurde auch heute durch Agentur-Chefin Dr. Simone Simon verkündet, dass nach wie vor die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt das Ziel sei. Inoffiziell wissen eigentlich die Verantwortlichen, dass dieser Markt im Osten einfach nicht da ist. Nicht einmal für die dann zumutbare Arbeit. Und deshalb heißen die Arbeitsvermittler der Agentur dann nicht mehr Arbeitsvermittler, sondern Fall-Manager. Das ist so unverbindlich wie ein Eimer voller Pudding.
Doch da soll es – nach dem Aufmucken der Ost-Ministerpräsidenten – ja auch Zuschüsse geben, wenn nicht in den ersten Markt vermittelt werden kann. Eingliederungszuschüsse, sinnvolle Beschäftigung, Bewerbungstraining, ABM. Damit wird also nicht nur ein Vokabular aus der Mottenkiste geholt, nein, es wird eine Renaissance des zweiten Arbeitsmarktes geben. Bewährte Träger würden schon bereit stehen, um sich um die Hartz-IV-Opfer zu kümmern.
Besonders viel zu tun haben die Fall-Manager mit den fast 2000 Beziehern von ALG-Zwei, die unter 25 Jahre alt sind. Hier hat ja die Bundesregierung per Gesetz versprochen, allen einen Job oder einen Ausbildungsplatz zu garantieren. Vielleicht klappt es ja, die unversorgten jungen Menschen im Mansfelder Land, in Altenburg oder im Kyffhäuserkreis mit einem Job zu versorgen?
Selbst in den Job-Hochburgen Bayern oder Baden-Württemberg gehen die Jobs langsam aber sicher verloren. Bleiben noch Österreich oder die Schweiz. Da werden zum Beispiel Zimmermädchen oder Bäcker gesucht.
Es gibt also viel zu tun, für die Antragsteller, für die Bearbeiter. Vor allem aber für die Politik. Eines steht fest wie das Amen in der Kirche. Ab dem Januar 2005 wird es keinen zusätzlichen Job mehr geben. Und wie sich das Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt in der Statistik der Agentur für Arbeit auswirken wird, das konnte heute niemand sagen. Aber da haben wir ja noch Super-Minister Clement. Der wird Experten beauftragen, die neue Statistik in seinem Erfolgssinne zu gestalten.


