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Mi, 10:13 Uhr
04.08.2004

nnz-doku: Der Arbeitsmarkt im Juli 2004

Nordhausen (nnz). Die nnz bietet Ihren Lesern an dieser Stelle wieder einen umfassenden Überblick über die Arbeitsmarktsituation in Nordthüringen. Alle Zahlen und Fakten der NordhäuserAgentur gibt es mit dem bekannten Klick.


Im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhausen sind genau so wie im Monat Juli der Vorjahre die Arbeitslosmeldungen spürbar angestiegen. Die Ursache dafür liegt in der hohen Zahl von Absolventen beruflicher und schulischer Ausbildungen, die nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen wurden oder nach außerbetrieblichen oder schulischen Erstausbildungen noch keinen Arbeitsplatz finden konnten. Außerdem stellten sich nach dem Abitur junge Leute vorübergehend der Arbeitsvermittlung zur Verfügung.

Insgesamt meldeten sich 1.865 junge Frauen und Männer arbeitslos, so viel wie im Vorjahresmonat. 484 davon beendeten Beschäftigungsverhältnisse und fast 1.200 die Erstausbildung oder die Sekundarstufe II. Viele dieser jungen Leute werden in den kommenden Monaten eine Anstellung finden, im Oktober ein Studium aufnehmen oder den Wehr- oder Zivildienst beginnen. Insgesamt wurden 4.651 Meldungen von Arbeitnehmern in den Ges chäftsstellen der Agentur entgegen genommen, 670 mehr als im Juni und sogar 176 mehr als im Vorjahresmonat. Der Anstieg zum Vorjahr resultiert aus mehr beendeten Beschäftigungsverhältnissen.

Fast 380 Personen wurden aus dem Baugewerbe entlassen, Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes setzten 266 Frauen und Männer frei. Den hohen Zugängen standen 3.963 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber. Von den abgemeldeten Personen mündeten 1.980 in eine Erwerbstätigkeit, 30 mehr als im Juli des Vorjahres. Die Diskrepanz zwischen den Neu- und Abmeldungen führte im Berichtsmonat zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 688 auf 29.667. Auch im Juli des Vorjahres war ein starker Anstieg zu verzeichnen, damals gab es sogar 103 Arbeitslose mehr. Im Juli dieses Jahres sind erstmals weniger Nordthüringer arbeitslos als vor einem Jahr. Ein Vergleich mit dem Vorjahresmonat ist zwar direkt nicht möglich, weil seit Januar 2004 die Teilnehmer in Trainingsmaßnahmen (rund 400 im Juli) nicht als Arbeitslose statistisch gezählt werden. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass vor einem Jahr noch rund 1.470 Teilnehmer mehr in beruflichen Weiterbildungen oder in Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes gefördert wurden als Ende Juli dieses Jahres.

Bei den Frauen kam es besonders durch die Meldungen junger Frauen aus der Erstausbildung zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 544 gegenüber Juni. Insgesamt suchten 15.822 einen Arbeitsplatz, rund 60 weniger als vor Jahresfrist. Gegenüber dem Vormonat gab es bei den Männern einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, auch hier ist ein geringer Rückgang zum Vorjahresniveau zu verzeichnen.
Arbeitsmarktreport Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhausen
Die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren erhöhte sich bis Ende Juli auf 4.166 und liegt damit um 953 über dem Vormonatswert, ist aber um 134 niedriger als vor einem Jahr. Von diesen Arbeitslosen waren 1.027 noch nicht 20 Jahre alt, das sind doppelt so viel wie Ende Juni. Die jungen Menschen, die einen festen Arbeitsplatz anstreben, werden gezielt durch die Arbeitsvermittlung betreut. In den letzten Jahren konnten auch durch überregionale Vermittlungen hier gute Vermittlungsergebnisse erzielt werden. In diesem Jahr stehen zum Ausgleich bundesweit weniger Stellen zur Verfügung, weil mehr Stellenangebote durch die Unternehm en regional eingegrenzt werden als im Vorjahr.

Die Vermittlungsfachkräfte akquirierten im Juli 708 Stellen aus Unternehmen der Region, so viele wie im Vormonat. Diese Stellen meldeten 89 Unternehmen des produzierenden Gewerbes und 123 des Baugewerbes. Im Vergleich zu den Arbeitslosmeldungen fiel in diesen zwei Wirtschaftsabteilungen das Angebot an Arbeitsplätzen um zwei Drittel niedriger aus. Etwas günstiger stellt sich das Verhältnis der Arbeitslosmeldungen und der Stellenangebote in den Wirtschaftsabteilungen der Dienstleistungen dar. So setzten Unternehmen aus Handel und Gastgewerbe, Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, sowie öffentliche und private Dienstleister im Monatsverlauf 1.300 Arbeitnehmer frei, im gleichen Zeitraum gingen 464 Stellenangebote aus diesen Wirtschaftsabteilungen in der Arbeitsagentur ein.

Zur Unterstützung der Beratung und Vermittlung sowie der Arbeitsaufnahmen gewährte die Arbeitsagentur seit Jahresbeginn in 15.777 Fällen Leistungen wie Reise- und Bewerbungskosten, Fahrkosten sowie Trennungs - und Umzugskosten, das sind über 3.740 mehr als im Vorjahreszeitraum. Von den 1.980 Arbeitsaufnahmen mündeten 287 in Beschäftigung schaffende Maßnahmen ein, im Juni fanden in diesen Maßnahmen rund 80 Personen weniger einen Arbeitsplatz. Zur Einarbeitung in den Unternehmen oder für Existenzgründungen bewilligte die Arbeitsagentur im Juli für insgesamt 375 Arbeitslose beschäftigungs begleitende Leistungen. Über Eingliederungszuschüsse konnte die Arbeitsaufnahme von 279 Frauen und Männern in Unternehmen unterstützt werden. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagten mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründerzuschüssen 96 Nordthüringer.

Insgesamt erhielten im Juli 3.067 Frauen und Männer beschäftigungsbegleitende Leistungen, über 230 mehr als vor einem Jahr. In Arbeitsbeschaffungs - und Strukturanpassungsmaßnahmen arbeiteten im Juli 1.887 Teilnehmer, gegenüber Juli 2003 rund 640 weniger. Seit Jahresbeginn gründeten 761 Nordthüringer ein Unternehmen, 98 davon in der Land- und Forstwirtschaft. Im verarbeitenden Gewerbe wurden nur 28 Neugründungen registriert, dagegen 132 im Baugewerbe und 170 im Handel. Im Bereich der Dienstleistungen wagten 294 Personen den Schritt zur Existenzgründung.


Artern
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 57 auf 5.577 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 109 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 25,0 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 25,4 % belaufen. Im Juli meldeten sich 887 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr (2 bzw. 0 %). Gleichzeitig beendeten 830 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 17 oder 2 % mehr als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Artern waren im Juli 132 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Plus von 33. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 9 Stellen mehr.

Heiligenstadt
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 112 auf 3.025 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 42 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 13,7 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 13,7 % belaufen. Im Juli meldeten sich 550 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 22 Personen oder 4 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 437 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 81 oder 23 % mehr als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Heiligenstadt waren im Juli 127 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Plus von 29. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 74 Stellen weniger.

Leinefelde
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 122 auf 5.919 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 56 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 16,3 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 15,9 % belaufen. Im Juli meldeten sich 930 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 53 Personen oder 6 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 809 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 53 oder 7 % mehr als vor Jahresfrist. In der Geschäftsstelle Leinefelde waren im Juli 199 Stellenangebote registriert, gegenüber Juni ist das ein Rückgang von 13. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 113 Stellen weniger.

Sondershausen
Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 166 auf 5.387 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 182 Arbeitslose mehr. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Juli 22,9 %. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 21,6 % belaufen. Im Juli meldeten sich 807 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 23 Personen oder 3 % mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 644 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 47 oder 8 % mehr als vor Jahresfrist. Der Stellenbestand belief sich in der Geschäftsstelle Sondershausen im Juli unverändert auf 103. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 116 Stellen weniger.
Autor: nnz

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