Do, 07:07 Uhr
05.08.2004
Studiengebühren im Gespräch
Nordhausen (nnz). Dass das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich im Herbst das von der Bundesregierung verfügte Verbot der Erhebung von Studiengebühren kippen wird, bezweifelt eigentlich niemand mehr. Wie die Industrie zu diesem Thema steht, wird nachfolgend erläutert.
DIHK und BDI haben sich grundsätzlich für die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen. Die Einführung von Studiengebühren ist überfällig, sagte DIHK-Chef Ludwig Georg Braun. Unsere Hochschulen brauchen mehr Eigenverantwortung und die beginnt beim Geld. Mit Studiengebühren erhalten Hochschulen einen Anreiz, ständig ihre Lehr- und Forschungsqualität zu verbessern und Studenten den Anreiz, schneller zu studieren. BDI-Präsident Michael Rogowski betonte: Gebühren haben eine ganze Reihe positiver Effekte für das Hochschulsystem. Sie fördern den Wettbewerb zwischen den Hochschulen. Die Studenten könnten als zahlende Kunden darauf bestehen, dass die Studienangebote praxisorientierter und schneller studierbar sind. Sie selbst würden zu effizientem Studieren anhalten.
Braun und Rogowski sprachen sich in diesem Zusammenhang für ein Stipendiensystem aus. Parallel zu den Gebühren brauchte man deutlich mehr Stipendien, damit Begabung und nicht Geld über ein Studium entscheidet, sagte Braun. Laut Rogowski würde mit einem Stipendiensystem sicher gestellt, dass die hellsten Köpfe auch studieren können und nicht der Geldbeutel der Eltern über Chancen entscheidet. Hintergrund der Diskussion um Studiengebühren sind Verfahren am Bundesverfassungsgericht. Nachdem das Gericht bereits die Bundesgesetzgebung zur Juniorprofessur gestoppt hatte, erwarten Experten, dass nun auch das Gebührenverbot fällt.
Rogowski schlug gleichzeitig eine neue Form der Finanzierung der Hochschulen vor. Verstärkt würden die positiven Lenkungseffekte, wenn auch der Staat seinen Finanzbeitrag den Hochschulen nicht direkt, sondern über die Studenten zukommen ließe: in Form von Bildungsgutscheinen oder Studienkonten, sagte er. Selbstverständlich müssten die Gutscheine in Deutschland länderübergreifend gelten. Sonst wäre der Wettbewerb viel zu eingeschränkt. So werde erreicht, dass die Qualität der Hochschul-Ausbildung steige: Kunden sind die beste Jury, die es gibt.
Die Hochschulen brauchen laut Rogowski auch mehr Freiheiten. Die Auswahl und die Bezahlung ihres Personals muss Sache der Hochschulen werden. Ebenso die Auswahl der Studenten, die Profilbildung und die Preisgestaltung. So werden deutsche Hochschulen attraktiver für Studenten und für Top-Wissenschaftler aus dem Ausland.
Autor: nnzDIHK und BDI haben sich grundsätzlich für die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen. Die Einführung von Studiengebühren ist überfällig, sagte DIHK-Chef Ludwig Georg Braun. Unsere Hochschulen brauchen mehr Eigenverantwortung und die beginnt beim Geld. Mit Studiengebühren erhalten Hochschulen einen Anreiz, ständig ihre Lehr- und Forschungsqualität zu verbessern und Studenten den Anreiz, schneller zu studieren. BDI-Präsident Michael Rogowski betonte: Gebühren haben eine ganze Reihe positiver Effekte für das Hochschulsystem. Sie fördern den Wettbewerb zwischen den Hochschulen. Die Studenten könnten als zahlende Kunden darauf bestehen, dass die Studienangebote praxisorientierter und schneller studierbar sind. Sie selbst würden zu effizientem Studieren anhalten.
Braun und Rogowski sprachen sich in diesem Zusammenhang für ein Stipendiensystem aus. Parallel zu den Gebühren brauchte man deutlich mehr Stipendien, damit Begabung und nicht Geld über ein Studium entscheidet, sagte Braun. Laut Rogowski würde mit einem Stipendiensystem sicher gestellt, dass die hellsten Köpfe auch studieren können und nicht der Geldbeutel der Eltern über Chancen entscheidet. Hintergrund der Diskussion um Studiengebühren sind Verfahren am Bundesverfassungsgericht. Nachdem das Gericht bereits die Bundesgesetzgebung zur Juniorprofessur gestoppt hatte, erwarten Experten, dass nun auch das Gebührenverbot fällt.
Rogowski schlug gleichzeitig eine neue Form der Finanzierung der Hochschulen vor. Verstärkt würden die positiven Lenkungseffekte, wenn auch der Staat seinen Finanzbeitrag den Hochschulen nicht direkt, sondern über die Studenten zukommen ließe: in Form von Bildungsgutscheinen oder Studienkonten, sagte er. Selbstverständlich müssten die Gutscheine in Deutschland länderübergreifend gelten. Sonst wäre der Wettbewerb viel zu eingeschränkt. So werde erreicht, dass die Qualität der Hochschul-Ausbildung steige: Kunden sind die beste Jury, die es gibt.
Die Hochschulen brauchen laut Rogowski auch mehr Freiheiten. Die Auswahl und die Bezahlung ihres Personals muss Sache der Hochschulen werden. Ebenso die Auswahl der Studenten, die Profilbildung und die Preisgestaltung. So werden deutsche Hochschulen attraktiver für Studenten und für Top-Wissenschaftler aus dem Ausland.

