Do, 10:55 Uhr
05.08.2004
Pionier des Maschinenbaus
Nordhausen (nnz). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich der Maschinenbau in Nordhausen zu entwickeln. Als ein Wegbereiter des hiesigen Maschinenbaus gilt Julius Fischer. Die komplette Firmengeschichte ist in einer Schriftenreihe enthalten, die am Wochenende erscheint.
In den ersten Jahren seiner selbstständigen Tätigkeit führte Schlossermeister Julius Fischer kleinere Reparaturen und Bauschlosserarbeiten aus. Der ständige Einsatz in den damaligen Nordhäuser Betrieben wie Färbereien, Tabakfabriken, Branntweinbrennereien, Mälzer- und Brauereien, Mühlen usw. gab Julius Fischer Anregungen für die Herstellung oft gebrauchter Erzeugnisse. Julius Fischer war Erfinder, Konstrukteur und Arbeiter in einer Person. Neben der Herstellung von Schrauben, Transmissionen, Mühleisen, Beschlägen und Ankerbolzen, wagte sich Meister Fischer in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts an den Bau kompletter Maschinen, beispielsweise eines Walzwerkes, einer Drehmaschine, einer schweren Hobelmaschine, einer Feuerspritze für die Stadt sowie Mangeln und Darren für Färbereien.
Wegweisend und für die weitere Entwicklung seines Geschäftes von entscheidender Bedeutung war das Jahr 1863, in dem er erstmals mit der maschinellen Produktion von Papiertapeten in Berührung kam. Zusammen mit dem Tapetenfabrikanten Becker entwarf und baute er in den folgenden Jahren zahlreiche Hilfsmaschinen für die Tapetenfabrikation. 1864 beschäftigte sich Fischer mit der Konstruktion einer vierfarbigen Tapetendruckmaschine, die im Mai 1865 zusammen mit einem Hängetrockner und einer Aufrollmaschine in der Tapetenfabrik zur Aufstellung kam – besser funktionierend als die englischen Vorbilder und im Aufbau und System der Anlage so, wie sie noch heute in der Tapetenherstellung angewendet wird. Fischers Maschinen erlangten schnell Anerkennung weit über die Region hinaus. Es zeigte sich, dass seine Tapetendruckmaschinen, nun auch für den 6- und 8-farbigen Druck gebaut, besser waren als das bis dahin verwendete englische Fabrikat.
Die Firmengeschichte der Maschinenfabrik Julius Fischer hat nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg tiefgründig recherchiert und niedergeschrieben. Nachzulesen ist dieses Stück erfolgreicher Wirtschaftsgeschichte in der 7. Ausgabe der Schriftenreihe Der Heimatbote, herausgegeben von Steffen Iffland und Rainer Hellberg.
Insgesamt acht Geschichten auf 120 Seiten sind in neuen Ausgabe der populärwissenschaftlichen Schriftenreihe enthalten. So geht Jörg-Michael Junker auf humorvolle Art der Geschichte des IFA-Bollerwagen, als ein Konsumgut aus Nordhausen nach, Friedrich Palmé widmet sich der Historie der Parochie Trebra nach, Heinz Eiling berichtet über seine Erlebnisse während der Bombardierung Nordhausens am 3. und 4. April 1945, Andreas Friese schreibt über die Brandkatastrophe vor 170 Jahren in Ellrich und Wolfgang Gerlach lässt den Leser teilhaben an Sagen und Legenden von Ilfeld und Umgebung. Der Heimatbote, ISBN 3-9808937-1-5, ist beim Altstadtfest und im Buchhandel erhältlich.
Autor: nnzIn den ersten Jahren seiner selbstständigen Tätigkeit führte Schlossermeister Julius Fischer kleinere Reparaturen und Bauschlosserarbeiten aus. Der ständige Einsatz in den damaligen Nordhäuser Betrieben wie Färbereien, Tabakfabriken, Branntweinbrennereien, Mälzer- und Brauereien, Mühlen usw. gab Julius Fischer Anregungen für die Herstellung oft gebrauchter Erzeugnisse. Julius Fischer war Erfinder, Konstrukteur und Arbeiter in einer Person. Neben der Herstellung von Schrauben, Transmissionen, Mühleisen, Beschlägen und Ankerbolzen, wagte sich Meister Fischer in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts an den Bau kompletter Maschinen, beispielsweise eines Walzwerkes, einer Drehmaschine, einer schweren Hobelmaschine, einer Feuerspritze für die Stadt sowie Mangeln und Darren für Färbereien.
Wegweisend und für die weitere Entwicklung seines Geschäftes von entscheidender Bedeutung war das Jahr 1863, in dem er erstmals mit der maschinellen Produktion von Papiertapeten in Berührung kam. Zusammen mit dem Tapetenfabrikanten Becker entwarf und baute er in den folgenden Jahren zahlreiche Hilfsmaschinen für die Tapetenfabrikation. 1864 beschäftigte sich Fischer mit der Konstruktion einer vierfarbigen Tapetendruckmaschine, die im Mai 1865 zusammen mit einem Hängetrockner und einer Aufrollmaschine in der Tapetenfabrik zur Aufstellung kam – besser funktionierend als die englischen Vorbilder und im Aufbau und System der Anlage so, wie sie noch heute in der Tapetenherstellung angewendet wird. Fischers Maschinen erlangten schnell Anerkennung weit über die Region hinaus. Es zeigte sich, dass seine Tapetendruckmaschinen, nun auch für den 6- und 8-farbigen Druck gebaut, besser waren als das bis dahin verwendete englische Fabrikat.
Die Firmengeschichte der Maschinenfabrik Julius Fischer hat nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg tiefgründig recherchiert und niedergeschrieben. Nachzulesen ist dieses Stück erfolgreicher Wirtschaftsgeschichte in der 7. Ausgabe der Schriftenreihe Der Heimatbote, herausgegeben von Steffen Iffland und Rainer Hellberg.
Insgesamt acht Geschichten auf 120 Seiten sind in neuen Ausgabe der populärwissenschaftlichen Schriftenreihe enthalten. So geht Jörg-Michael Junker auf humorvolle Art der Geschichte des IFA-Bollerwagen, als ein Konsumgut aus Nordhausen nach, Friedrich Palmé widmet sich der Historie der Parochie Trebra nach, Heinz Eiling berichtet über seine Erlebnisse während der Bombardierung Nordhausens am 3. und 4. April 1945, Andreas Friese schreibt über die Brandkatastrophe vor 170 Jahren in Ellrich und Wolfgang Gerlach lässt den Leser teilhaben an Sagen und Legenden von Ilfeld und Umgebung. Der Heimatbote, ISBN 3-9808937-1-5, ist beim Altstadtfest und im Buchhandel erhältlich.


