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Do, 08:58 Uhr
26.08.2004

„Alte Dame“ aufgepeppt

Nordhausen (nnz). Im Jahre 2005 werden die ersten der von der damaligen Deutschen Reichsbahn 1955 und 1956 beschafften insgesamt 17 Schmalspurlokomotiven mit 1000 mm Spurweite auf eine 50-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Eine Lok wurde jetzt durch die HSB wieder „aufgepeppt“.


„Alte Dame“ aufgepeppt (Foto: nnz) „Alte Dame“ aufgepeppt (Foto: nnz)

Diese einstigen Neubaudampfloks, die heute wegen ihres seit 1992 fast ausschließlich erfolgten bekannten Einsatzes auf den höchsten Berg Norddeutschlands auch als „Brockenlok“ bezeichnet werden, wurden von einer der wenigen damals im Osten Deutschlands noch produktionsfähigen Lokomotivfabriken, dem VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ in Babelsberg, vormals „Orenstein & Koppel“, gebaut.

Nach anfänglichen technischen Problemen und Konstruktionsänderungen am Fahrwerk bewährten sich die 700 PS – starken Lokomotiven im Harz sehr gut. Allerdings traten im Laufe ihrer Dienstzeit an den vollständig geschweißten und nur für eine begrenzte Lebensdauer gebauten Fahrzeugrahmen Schäden auf, die teils durch die starke Belastung im Gütertransport mit Rollwagen bis 1990 und teils auch durch das zunehmende Alter begründet sind.

Als erste Dampflok der HSB ist nunmehr bei der heutigen 99 7232-4 (ex 99 232) im Zuge einer Hauptuntersuchung eine komplette Rahmenerneuerung vorgenommen worden. Aufgrund von Vorschlägen der Fachleute bei der HSB erfolgte in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro im Dampflokwerk Meiningen (Betrieb der Deutschen Bahn AG) diese komplette Erneuerung der alten Rahmenkonstruktion. Hierbei sind jedoch moderne Fertigungsverfahren zum Einsatz gekommen und hochwertigere Werkstoffe mit höherer Festigkeit als beim Originalrahmen verwendet worden. Allerdings wird nur der absolute Dampflokexperte anhand bestimmter Details alt und neu voneinander unterscheiden können. Die Dampflok 99 7232-4 hat aber ihr Äußeres nicht verändert.

Ebenfalls neu gebaut wurden dabei die Dampfzylinder in Schweißkonstruktion, die mit dem Rahmen eine konstruktive Einheit bilden. Sie ersetzen die alten Zylinder aus Stahlguß.

Der alte Rahmen mit Dampfzylindern wurde für eine spätere museale Nutzung nach Wernigerode zurücktransportiert und nicht verschrottet. Die Baugruppe hat – alt wie neu – eine Länge von 11,25 m und eine Masse von etwa 12 Tonnen.

Daß die 99 7232-4 als erste Neubaudampflok im Harz nun auch als erste einer derartigen Erneuerung unterzogen wurde, hängt zufälligerweise mit dem Instandhaltungszyklus bei der HSB zusammen. Der historische Hintergrund, daß diese Lok als erste der Neubaudampfloks im Februar 1955 den Probebetrieb im Harz aufgenommen hat, spielte dabei keine Rolle.

Die HSB setzt auch in der Zukunft auf ihre überaus rüstigen mit Steinkohle befeuerten starken Zugpferde, die Neubaudampfloks. Zur Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Fahrplanangebotes auf dem 132 km langen Streckennetz im gesamten Harz werden mindestens neun betriebsfähige Neubaudampfloks benötigt. Erneuerungsarbeiten, ähnlich wie bei der 99 7232-4, werden in den nächsten Jahren vorgenommen werden müssen. Eine Ausweitung dieser Arbeiten auf sämtliche der insgesamt noch 17 existierenden Dampfloks dieser Baureihe wird jedoch nicht erfolgen.

Die HSB, als Eigentümer und Betreiber eines seit mehr als 30 Jahren ausgewiesenen technischen Denkmals, wird auch in Zukunft langfristig den Reisenden eine attraktive Mischung aus Technikgeschichte und Naturerlebnis vermitteln. Die 99 7232-4 ist ab Samstag wieder im fahrplanmäßigen Einsatz zu beobachten.
Autor: nnz

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