nnz-Leser Karl Hofhans, wohnhaft in der Carl von Ossietzky Straße, übermittelte uns einige Bilder, aufgenommen beim Kinderspielplatz nebenan. Ein Greifvogel hatte Beute geschlagen. Unklar ist, welcher es sein könnte...
Wer war der Killer? (Foto: privat) Nordhausen. Etwa Taubengroß sei der Greifvogel gewesen, schreibt uns Hofhans. Nach den gerupften Federn zu urteilen, handelte es sich um einen größeren Vogel, der Opfer wurde. Eventuell eine kleine Türkentaube.
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Ein Sperbermännchen, kleiner als eine Taube, wird daher als Täter ausgeschlossen. Die Beute wäre für ihn zu groß. Ein Weibchen hingegen – bei den Greifvögeln sind sie größer und kräftiger als die Männchen – könnte die Mörderin sein.
Hofhans ist sich da nicht sicher. Ob der Räuber eventuell die Größe einer Krähe hatte, konnte er, in Ornithologie nicht sonderlich bewandert, nicht sagen. Sollte es so sein, könnte es sich bei dem Killer um einen Habicht-Terzel handeln.
Unter den Lesern unserer Zeitung gibt es bestimmt etliche Vogelkundler. Um welchen Greifvogel könnte es sich da handeln? Wir sind auf Antworten gespannt. Kurt Frank
für einen Habicht. Ein Habicht ist ein "Ansitzjäger". gelernt bei der Prüfung zum Jagdschein. Er späht seine Beute aus und reißt sie dann. Kleinere Tauben dürften kein Problem für ihn sein.
Nach der Befragung des Standardwerks von Makatsch: "Wir bestimmen die Vögel Europas" könnte das hier abgebildete Exemplar von der Struktur des Schwanzes her ein Sperber sein: Er verfügt über vier Querbinden, die laut dortiger Abbildung weiß und relativ breit sind. Allerdings weist auch der Habichtsschwanz, entsprechend der Artbeschreibung vier Querbinden auf: Bei ihm allerdings sind sie laut Abbildung eher schmal, während die schwarzen Schwanzabschnitte breiter als beim Sperber sind.
Nun kann man aus dem nnz-Foto keine schlüssigen Informationen über die Größe des Vogels entnehmen: Fest steht aber laut Makatsch, dass der kleinere Sperber eher kleinere Vögel jagt, der Habicht hingegen deutlich größere. Dies sind überwiegend Angaben aus der Literatur. Und ich bin kein Ornithologe. Würde mich daher nicht festlegen wollen. Nur eines steht fest: Ein Wanderfalke ist es eher nicht: Dieser hat einen auffallend langen Schwanz mit zahlreichen schmalen Bändern - laut Abbildung im Makatsch. Und egal wer der hübsche Geselle ist: Er ist kein Mörder oder Killer, auch nicht in Anführungszeichen. Es gibt kein gut und böse in der Natur, diese Bezeichnungen sind subjektive, rein menschliche Produkte. In der Natur bestehen aber zum Beispiel Räuber-Beute-Beziehungen, Nahrungsketten und Gleichgewichtszustände, die sich jedoch Wertungen wie "Gut" und "böse" entziehen.