So, 19:30 Uhr
16.02.2020
11. Nordhäuser Grafikpreis verliehen
Ruhe, Ordnung und Bewegung
Kunst ganz in Frauenhand: im Kunsthaus Meyenburg wurde heute der 11. Nordhäuser Grafikpreis der Ilstetraut Glock-Grabe Stiftung verliehen. Sowohl der Haupt- wie auch die Nebenpreise gingen an experimentierfreudige, junge Künstlerinnen...
Ein paar Linien auf's Papier gebracht, fertig ist das Kunstwerk? Bei weitem nicht, grafische Kunst ist vielfältig und bedarf neben Talent und Inspiration vor allem auch handwerkliches Geschick. Mal dominiert die klare Linie, das visuelle Experiment, mal Form, Fläche und Farbe, mal Figur und Fotorealismus, mal eine Mischung aus allem. Auf dem Weg dahin wird nicht nur gezeichnet, es wird geritzt, geätzt, gedruckt, gemalt, wieder und wieder. Die Technik ebnet den Weg zum gewünschten Effekt.
Im Kunsthaus Meyenburg kann man dieser Tage ein ganzes Panoptikum grafischer Kunst bewundern. Aus 98 Bewerbungen wurde 17 Finalisten für den 11. Nordhäuser Grafikpreis ausgewählt, der seit 1998 von der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung ausgezeichnet wird. Ende der 90er Jahre hatte der Preis noch als rein mitteldeutscher Wettbewerb stattgefunden, inzwischen bewerben sich Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland um die Auszeichnung, berichtete Bürgermeisterin Jutta Kraut am Nachmittag.
Man habe viele, sehr gute Arbeiten erhalten, entsprechend schwer sei es der dreiköpfigen Jury gefallen die Gewinner zu küren, sagte Susanne Hinsching, Leiterin des Kunsthauses. Die Ausstellung zeige die Vielfalt, der man gegenübergestanden hat.
11. Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung wurde heute an Luise von Rohden verliehen (Foto: Angelo Glashagel)
Mit dem Hauptpreis wurde das Werk der Leipziger Künstlerin Louise von Rohden ausgezeichnet. Die großformatigen Tuschebilder zeigen gleichmäßige, verschachtelte, monochrome Liniensysteme. Der Künsterlin gelinge es "sowohl Ruhe und Ordnung als auch Bewegung und Rhythmus zu erzeugen und die Komplexität des vermeintlich einfachen zu zeigen", führte Hinsching aus. Immer wieder durchziehen einzelne Farbstreifen wie "fluoriszierende Laserstrahlen" das Grau und die Bilder beginnen vor den Augen des Betrachters zu flimmern.
Der Förderpreis der Kreissparkasse ging an Ulrike Zabel (Foto: Angelo Glashagel)
Den Förderpreis der Kreissparkasse erhielt Ulrike Zabel. Auch sie arbeitet abstrakt, schafft aus einzelnen, handgemalten Kreisen komplexe optische Figuren. Ihre Bilder seien "Meditation sowohl für den Schöpfer wie für den Betrachter", lobte Sparkassenchef Wolfgang Asche. Zu dem mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis gehört traditionell auch, dass die Sparkasse den Werken eine eigene Ausstellung widmet und ein Bild ankauft, die Schöpfungen der jungen Künstlerin werden in Nordhausen also noch einmal gesondert zu sehen sein.
Das Publikum der Ausstellung kürte INK Sonntag-Ramirez Ponce für "die Küchenuhr" (Foto: Angelo Glashagel)
Preis Nummer drei wurde durch den Förderverein des Kunsthauses gestiftet, die Wahl des Siegers lag bei den Besuchern. Und das entschied sich nicht für die Abstraktion, sondern für das Plastische, nicht für das visuell-experimentelle, sondern für die Interpretation und die klare Aussage. "Die Küchenuhr" zeigt drei Illustrationen, die sich mit der gleichnamigen Kurzgeschichte Wolfgang Borcherts auseinandersetzen und vor allem durch ihren harten Realismus auffallen. Die Künstlerin INK Sonntag-Ramirez Ponce fügte der kleine Reihe außerdem ihr Werk "entARTet" zu, das Künstlerinnen und Künstler zeigt, deren Arbeiten im dritten Reich von den Nazis verboten wurden.
Angelo Glashagel
Autor: redEin paar Linien auf's Papier gebracht, fertig ist das Kunstwerk? Bei weitem nicht, grafische Kunst ist vielfältig und bedarf neben Talent und Inspiration vor allem auch handwerkliches Geschick. Mal dominiert die klare Linie, das visuelle Experiment, mal Form, Fläche und Farbe, mal Figur und Fotorealismus, mal eine Mischung aus allem. Auf dem Weg dahin wird nicht nur gezeichnet, es wird geritzt, geätzt, gedruckt, gemalt, wieder und wieder. Die Technik ebnet den Weg zum gewünschten Effekt.
Im Kunsthaus Meyenburg kann man dieser Tage ein ganzes Panoptikum grafischer Kunst bewundern. Aus 98 Bewerbungen wurde 17 Finalisten für den 11. Nordhäuser Grafikpreis ausgewählt, der seit 1998 von der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung ausgezeichnet wird. Ende der 90er Jahre hatte der Preis noch als rein mitteldeutscher Wettbewerb stattgefunden, inzwischen bewerben sich Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland um die Auszeichnung, berichtete Bürgermeisterin Jutta Kraut am Nachmittag.
Man habe viele, sehr gute Arbeiten erhalten, entsprechend schwer sei es der dreiköpfigen Jury gefallen die Gewinner zu küren, sagte Susanne Hinsching, Leiterin des Kunsthauses. Die Ausstellung zeige die Vielfalt, der man gegenübergestanden hat.
11. Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung wurde heute an Luise von Rohden verliehen (Foto: Angelo Glashagel)
Mit dem Hauptpreis wurde das Werk der Leipziger Künstlerin Louise von Rohden ausgezeichnet. Die großformatigen Tuschebilder zeigen gleichmäßige, verschachtelte, monochrome Liniensysteme. Der Künsterlin gelinge es "sowohl Ruhe und Ordnung als auch Bewegung und Rhythmus zu erzeugen und die Komplexität des vermeintlich einfachen zu zeigen", führte Hinsching aus. Immer wieder durchziehen einzelne Farbstreifen wie "fluoriszierende Laserstrahlen" das Grau und die Bilder beginnen vor den Augen des Betrachters zu flimmern.
Der Förderpreis der Kreissparkasse ging an Ulrike Zabel (Foto: Angelo Glashagel)
Den Förderpreis der Kreissparkasse erhielt Ulrike Zabel. Auch sie arbeitet abstrakt, schafft aus einzelnen, handgemalten Kreisen komplexe optische Figuren. Ihre Bilder seien "Meditation sowohl für den Schöpfer wie für den Betrachter", lobte Sparkassenchef Wolfgang Asche. Zu dem mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis gehört traditionell auch, dass die Sparkasse den Werken eine eigene Ausstellung widmet und ein Bild ankauft, die Schöpfungen der jungen Künstlerin werden in Nordhausen also noch einmal gesondert zu sehen sein.
Das Publikum der Ausstellung kürte INK Sonntag-Ramirez Ponce für "die Küchenuhr" (Foto: Angelo Glashagel)
Preis Nummer drei wurde durch den Förderverein des Kunsthauses gestiftet, die Wahl des Siegers lag bei den Besuchern. Und das entschied sich nicht für die Abstraktion, sondern für das Plastische, nicht für das visuell-experimentelle, sondern für die Interpretation und die klare Aussage. "Die Küchenuhr" zeigt drei Illustrationen, die sich mit der gleichnamigen Kurzgeschichte Wolfgang Borcherts auseinandersetzen und vor allem durch ihren harten Realismus auffallen. Die Künstlerin INK Sonntag-Ramirez Ponce fügte der kleine Reihe außerdem ihr Werk "entARTet" zu, das Künstlerinnen und Künstler zeigt, deren Arbeiten im dritten Reich von den Nazis verboten wurden.
Angelo Glashagel


