Fr, 13:47 Uhr
01.05.2020
Das Wollnashorn von Sachswerfen
Wie alt ist Wolli vom Höllental?
Im vergangenen Herbst wurde in Niedersachswerfen von den Arree’s mit dem Traditionsverein ein Infopunkt zum Kohnstein in der Ortschaft aufgestellt. Höhepunkt war, dass Kinder die im Jahre 1923 am Kohnstein aufgefundenen Reste eines großen Urtiers, einem Wollnashorn, einen Namen geben haben. Doch wie alt ist Wolli vom Höllental?
Diese Frage konnte noch nicht beantwortet werden. Damals wurden spontan Knochen übergeben, auch aus einer zweiten Quelle aus Niedersachswerfen konnten ein Hüftknochen und weitere Teile erworben werden. Doch wie alt sind diese Knochenreste? Wann hat Wolli gelebt? Das soll jetzt endlich mit Hilfe von Wissenschaft und Hochtechnologie geklärt werden.
Dazu wird die Wissenschaft bemüht. Es wird mittels der Radiokarbonmethode am Leibnitz- Labor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel datiert. Eine Knochenprobe eines Hüftknochens wurde dazu eingeschickt. Diese Methode kann das Alter sehr genau bestimmen.
Es kommt ja bei tausenden Jahren nicht auf 50 Jahre an, sondern eher auf den wahrscheinlichen Zeitraum. Die Datierung erfolgt nach dem Prinzip, dass anhand der Knochenprobe die Menge an gebundenen radioaktiven 14C-Atomen gemäß dem Zerfall abnimmt. Die 14C Konzentration einer Probe wird durch den Vergleich ihres 14C/12C Verhältnisses mit dem eines internationalen Standards (NIST Oxalsäure-Standard 2 - Ox II), beide gemessen mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS), bestimmt.
Wollnashörner waren in den eiszeitlichen Kältesteppen zwischen Westeuropa und Ostasien während des Mittel- und Jungpleistozäns verbreitet. Man nimmt an, dass diese Tierart vor 12.000 Jahren ausgestorben ist. So ein Wollnashorn konnte bis zu mehreren 1000 Kilogramm wiegen und größer als ein Mensch sein. Der Fundort von Wolli war am ehem. Höllental des Kohnstein. In der Nähe gab es Spuren der Stein- und Eiszeit, mit spannenden Artefakten anthropogener Einflüsse.
Funde eiszeitlicher Säugetiere wie dem Wollnashorn als Urtier von Nordhausen (vgl. Nordhäuser Zeitung 1923) und dem Bronzering einer wohl germanischen Fürstentochter, Speerspitzen und mehr. Gleich mehrere, uralte Wallburgen bestanden bei Niedersachwerfen am Kohnsteinkopf. Als ur- und frühgeschichtliche Befestigung wurde eine Wallburg der Bronze- und frühen Eisenzeit (1200 – 300 v.u.Z.) zugeordnet und könnte somit bald 3000 Jahre alt gewesen sein. Doch wann hat Wolli vom Höllental wirklich gelebt? In kürze wissen wir es genauer.
Tim Schäfer
Autor: redDiese Frage konnte noch nicht beantwortet werden. Damals wurden spontan Knochen übergeben, auch aus einer zweiten Quelle aus Niedersachswerfen konnten ein Hüftknochen und weitere Teile erworben werden. Doch wie alt sind diese Knochenreste? Wann hat Wolli gelebt? Das soll jetzt endlich mit Hilfe von Wissenschaft und Hochtechnologie geklärt werden.
Dazu wird die Wissenschaft bemüht. Es wird mittels der Radiokarbonmethode am Leibnitz- Labor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel datiert. Eine Knochenprobe eines Hüftknochens wurde dazu eingeschickt. Diese Methode kann das Alter sehr genau bestimmen.
Es kommt ja bei tausenden Jahren nicht auf 50 Jahre an, sondern eher auf den wahrscheinlichen Zeitraum. Die Datierung erfolgt nach dem Prinzip, dass anhand der Knochenprobe die Menge an gebundenen radioaktiven 14C-Atomen gemäß dem Zerfall abnimmt. Die 14C Konzentration einer Probe wird durch den Vergleich ihres 14C/12C Verhältnisses mit dem eines internationalen Standards (NIST Oxalsäure-Standard 2 - Ox II), beide gemessen mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS), bestimmt.
Wollnashörner waren in den eiszeitlichen Kältesteppen zwischen Westeuropa und Ostasien während des Mittel- und Jungpleistozäns verbreitet. Man nimmt an, dass diese Tierart vor 12.000 Jahren ausgestorben ist. So ein Wollnashorn konnte bis zu mehreren 1000 Kilogramm wiegen und größer als ein Mensch sein. Der Fundort von Wolli war am ehem. Höllental des Kohnstein. In der Nähe gab es Spuren der Stein- und Eiszeit, mit spannenden Artefakten anthropogener Einflüsse.
Funde eiszeitlicher Säugetiere wie dem Wollnashorn als Urtier von Nordhausen (vgl. Nordhäuser Zeitung 1923) und dem Bronzering einer wohl germanischen Fürstentochter, Speerspitzen und mehr. Gleich mehrere, uralte Wallburgen bestanden bei Niedersachwerfen am Kohnsteinkopf. Als ur- und frühgeschichtliche Befestigung wurde eine Wallburg der Bronze- und frühen Eisenzeit (1200 – 300 v.u.Z.) zugeordnet und könnte somit bald 3000 Jahre alt gewesen sein. Doch wann hat Wolli vom Höllental wirklich gelebt? In kürze wissen wir es genauer.
Tim Schäfer



