Die Landratswahl in Sonneberg hat nicht nur national und international ein großes Interesse "erzeugt", sie hat Auswirkungen auch auf die politische Landschaft im Landkreis Nordhausen...
Andreas Leupold (Foto: nnz-Archiv)
Robert Sesselmann hat heute seine Wahl angenommen und ist de facto amtierender Landrat, auch wenn der Demokratiecheck noch aussteht. Aber: Er verliert automatisch sein Landtagsmandat. Nachrücker wäre dann der Nordhäuser Andreas Leupold. Doch geht der Pädagoge diesen Weg? Wir sprachen mit ihm.
nnz: Herr Leupold, Sie haben eine Woche gebraucht, um zu einer Entscheidung zu kommen?
A. Leupold: Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, dass mir angetragene Landtagsmandat abzulehnen.
nnz: Was waren die Gründe?
Leupold: Die Annahme des Mandates hätte eine Weichenstellung bedeutet, die ich so aktuell noch nicht vornehmen möchte. Ich bin mit Leib und Seele Klassenlehrer, nicht unbeliebt bei Schülern und Kollegen und möchte in meiner Schule auch auf Grund des aktuellen Lehrermangels keine Planungsschwierigkeiten für das kommende Schuljahr verursachen.
nnz: So ein Landtagsmandat ist aber auch lukrativ, unter anderem finanziell...
Leupold: Dass ich damit vorerst auf Geld und politischen Einfluss verzichte, nehme ich in Kauf. Jetzt gilt es, die Konzentration auf einen Wahlsieg von Jörg Prophet im September zu richten, den ich als AfD - Kreisvorsitzender mit allen Mitteln unterstütze.
nnz: Ist das eine Weichenstellung für immer?
Leupold: Nein, das ist meiner jetzigen beruflichen Situation geschuldet. Mittelfristig kann ich mir eine politische Laufbahn auf Landes- oder Bundesebene durchaus vorstellen. Als Kreisvorsitzender lege ich den Schwerpunkt meiner ehrenamtliche Arbeit auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Da ist das Ziel der AfD ganz klar definiert: wir wollen im Stadtrat von Nordhausen und im Kreistag die stärkste Fraktion sein.
nnz: Es sind im kommenden Jahr aber auch Landtagswahlen...
Leupold: Ich werde mögliche Entscheidungen in dieser Richtung sorgsam prüfen und abwägen. Jetzt gilt es erst einmal Jörg Prophet bei seiner Kandidatur zum Oberbürgermeister zu unterstützen.
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Undine
03.07.2023, 19:56 Uhr
Kein Rückgrat?
(Man beachte die Schreibweise!) Solche Entscheidungen treffen Leute, die auch ohne Mandat beruflich mit beiden Beinen im Leben stehen. Können wir uns einen Kandidaten einer anderen Partei vorstellen, der ein Landtagsmandat ausschlägt, weil er lieber noch in seinem Beruf bleiben möchte? Ich nicht! Meine Hochachtunghaben Sie, Herr Leupold. Ich hoffe, wir sehen Sie trotzdem eines Tages in der großen Politik.