Ein DEFA-Klassiker und seine Gegenwart in der Flohburg
60 Jahre "Nackt unter Wölfen"
Seit dem 22. Februar tourt die von Studierenden der Universität Erfurt kuratierte Ausstellung "60 Jahre Nackt unter Wölfen. Zwischen Mythos, internationaler Filmgeschichte und regionaler Erinnerungskultur" durch Thüringen...
"Nackt unter Wölfen"Ausstellung in der Flohburg (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)
Nach Stationen in Berlin, Weimar und Jena ist die Ausstellung ab 1. September auch in der Flohburg in Nordhausen zu sehen. Anlass der Ausstellung ist das 60. Jubiläum der Premiere des weltbekannten und zum großen Teil im KZ Buchenwald gedrehten DEFA-Films "Nackt unter Wölfen" im April 1963 mit Armin Müller-Stahl in der Hauptrolle. Konzipiert und realisiert wurde die Ausstellung im Wintersemester 2022/23 von Studierenden der Kommunikationswissenschaft unter Leitung von Prof. Dr. Michael Grisko.
Themen der 15 Stationen umfassenden Exposition sind der Erfolg der gleichnamigen Romanvorlage, dessen Autor (Bruno Apitz) und dessen autobiografische Erlebnisse im KZ Buchenwald. Aber auch mit den bislang drei Verfilmungen für Film und Fernsehen, dem Mythos "Buchenwaldkind" und der Frage der Funktion der Konzentrationslager haben sich die Studierenden kritisch auseinandergesetzt. Darüber hinaus werden Plakate und originale Aushangfotos der Produktion sowie zahlreiche Ausgaben des vielfach übersetzten Klassikers gezeigt.
Die Ausstellung verdeutlicht die besondere Rolle des Stoffes auch im Rahmen der deutschen Nachkriegsgeschichte und der Erinnerungskultur des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart.
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Die als Wanderausstellung konzipierte Exposition wird von vertiefenden Materialien via QR-Code (60 Jahre 'Nackt unter Wölfen' - Zwischen Mythos, internationaler Filmgeschichte und regionaler Erinnerungskultur (uni-erfurt.de) und einem Katalog im Leipziger Universitätsverlag (60 Jahre Nackt unter Wölfen | Leipziger Universitätsverlag (univerlag- leipzig.de) begleitet, der auch in der Ausstellung zu erwerben ist. Im Anschluss ist die Ausstellung in Gotha und Erfurt zu sehen.
Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat der Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur, Medien und Europaangelegenheiten Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff. Unterstützt wurde die Realisierung der Ausstellung durch die Thüringer Staatskanzlei, die Sparkasse Mittelthüringen, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie den Erfurter Verein für Medien und Kommunation.
Am 28. September um 19 Uhr wird zu einem ausstellungsbegleitenden Vortrag von Prof. Dr. Michael Grisko eingeladen.
Da sollten mal ALLE hin, wieder, ein wichtiges, großes Thema oder haben ALLE vergessen, dass
Nackt unter Wölfen sozusagen das Gründungsmythos der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) des sogen. 1. Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaats begründeter oder künstlerisch mit abbildete oder sollte?
Jedenfalls ist der Film mit dem geliebten A.M. Stahl der DEFA der beste Film, der sich so nennt!
... Der Film war tatsächlich eine Spitzenleistung. Die DEFA hat eine ganze Menge guter und sehr guter Filme hergestellt. Selten jedoch hat mich ein Film so beeindruckt wie dieser.
Armin Müller Stahl war natürlich ein toller Schauspieler, aber auch seine Mitstreiter waren Weltklasse. Das wurde später oft verkannt und vergessen.
Im Zeitalter von Streaming - Diensten gilt das alles leider nicht mehr sehr viel.
Wir 'Alten' jedoch wissen Qualität sehr wohl zu schätzen.
Die Ausstellung wird nur in Ost-Städten gezeigt, warum nicht auch im Westteil der Republik.
Möchte man uns Ossis damit etwas sagen. Den Film kenne ich zur genüge.
Im Westteil der Republik könnte manch einer was lernen aus der Vergangenheit.
Aber im Osten sind ja alle rechts, da ist eine Umerziehung unbedingt erforderlich.
...bei der Pflichtlektüre von Arkadi Gaidar und Maxim Gorki wirklich geschummelt und im Unterricht nur so getan, als ich hätte ich die Bücher nicht nur überflogen.
Aber "Nackt unter Wölfen", "Wie der Stahl gehärtet wurde" und "Die Abenteuer des Werner Holt" nehme ich auch heute noch gerne mal zur Hand und lese einzelne Kapitel mit nostalgischem Vergnügen.
Und nach Armin Müller-Stahl wurde eine Schule in SDH benannt...Großartige Würdigung einer Lebensleistung.
Seine Rollen im DEFA-Indianerfilm "Tödlicher Irrtum" sowie "Das unsichtbare Visier" kann man übrigens bei Waipu TV streamen ;)