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Mi, 14:21 Uhr
16.08.2006

Viel getan, viel zu tun

Nordhausen (nnz). Dreieinhalb Stunden tagten gestern die Aufsichtsräte und Gesellschafter der gemeinnützigen Südharz-Krankenhaus GmbH. Was da besprochen und festgelegt wurde, das hat heute die nnz erfahren.


In der gemeinsamen Sitzung in Vorbereitung durch den Aufsichtsrat die Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss 2005 festgestellt. Die Gesellschafterversammlung hat in gleicher Sitzung dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2005 die Entlastung erteilt. Mit einem Überschuss von 1.211.597,91 Euro erzielte die Südharz-Krankenhaus Nordhausen gGmbH auch im 15. Jahr ihres Bestehens ein gutes Ergebnis. Auch die Medizinische Versorgungszentrum Nordhausen gGmbH und die Hilfswerk Nordhausen gGmbH konnten das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen und erhielten den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers.

Auf Beschluss des Kreistages und des Stadtrates Nordhausen wird die Hilfswerk Nordhausen gGmbH in die Südharz-Krankenhaus gGmbH integriert. „Damit erhoffen wir uns weitere positive Effekte für die Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen. Der Verschmelzungsvertrag wurde in der gestrigen Gesellschafterversammlung notariell beurkundet. Das wichtigste Ziel der Gesellschaft ist die Versorgungsicherheit der Bürger in Stadt und Landkreis Nordhausen auf einem hohem Niveau sicherzustellen“, heißt es in einer Erklärung.

Das Krankenhaus hat sich seit der Wende äußerst positiv entwickelt und konnte das Spektrum erheblich erweitern. Mittlerweile sind im Krankenhaus alle notwendigen Fachabteilungen so aufgebaut worden, das bis auf die Transplantationschirugie und Herzchirurgie alle Fachabteilungen abgedeckt werden. Desweiteren bestehen Kooperationen mit der Uni in Jena (akademisches Lehrkrankenhaus zur Ausbildung von Studenten) sowie mit der Uni in Göttingen (z.B. Stammzellentherapie), wenn das Nordhäuser Krankenhaus fachliche Unterstützung braucht.

Desweiteren bestehen mit den Nachbarkliniken enge Verbindungen. So gibt es eine enge Zusammenarbeit in Rahmen der Thoraxchirugie mit Neustadt, der KMG-Klinik in Sülzhayn und dem Krankenhaus in Sondershausen. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit in der Strahlentherapie und der Versorgung der Frühgeborenen, da das Krankenhaus die Versorgung der Frühgeborenen organisiert und jetzt auch als Perinatalzentrum Level 2 anerkannt wurden. Wie die nnz erfuhr, waren auch weitere mögliche Kooperationen mit Krankenhäusern, zum Beispiel im Eichsfeld, Gegenstand der Gespräche. Klar soll dabei herausgestellt worden sein, dass es derzeit keinerlei Fusionsabsichten geben wird.

Aufgrund der vielen Bemühungen in den letzten Jahren, sich organisatorisch und fachlich weiterzuentwickeln, ist das Südharz-Krankenhaus als einziges Krankenhaus in Nordthüringen als überregionales Versorgungszentrum im Thüringer Krankenhausplan ausgewiesen. Es hat somit die Funktion, über die Kreisgrenze hinaus die Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen sicherzustellen. Die nächsten Krankenhäuser mit dieser Versorgungsstufe befinden sich in Erfurt bzw. Göttingen.

Neben den somatischen Bereichen gehört seit 1995 auch die Psychiatrie für Kinder-Jugendliche und Erwachsene zum Südharz-Krankenhaus. Auch hier reicht das Einzugsgebiet und der Versorgungsauftrag über die Kreisgrenze hinaus. Mit dem Ersatzneubau für die Psychiatrie werden sich die Bedingungen für Patienten und Personal erheblich verbessern und wir hoffen, dass dieser Ersatzneubau im Mai 2007 bezogen werden kann.

Aber nicht nur für die Psychiatrie, sondern auch für die Patienten in den somatischen Bereichen wird sich die Versorgung qualitativ verbessern, da es aufgrund der Altersstruktur immer mehr multimorbide Patienten gibt, die nicht nur somatisch sondern auch psychiatrisch versorgt werden müssen. Durch die räumliche Anbindung bestehen damit sehr gute Arbeitsbedingungen um dieser Aufgabe gerecht zu werden und die Patienten auf einem hohem Niveau zu versorgen. Diese enge Verzahnung zwischen Somatik und Psychiatrie besteht in Nordthüringen ebenfalls nur in Nordhausen.

Einen weiteren Bereich den das Südharz-Krankenhaus Nordhausen seit 1995 übernommen hat, ist die Versorgung von geistig, körperlichen und pflegebedürftigen Menschen. In den Heimen in Ilfeld, Sülzhayn und verschiedenen Standorten in Nordhausen mit über 260 Plätzen kümmern sich motivierte Mitarbeiter um Menschen, die nicht mehr im häuslichen Umfeld versorgt und betreut werden können. Desweiteren bietet das Südharz-Krankenhaus über 80 Wohnungen im Bereich von Seniorenwohnungen an, um ältere Menschen, die nicht in ein Altenwohn- bzw. Pflegeheim wechseln möchten, eine größtmögliche Versorgungssicherheit in ihren eigenen Wänden zu ermöglichen.

Die Versorgungsstruktur der Gesamteinrichtung wird durch den ambulanten Pflegedienst, die Kontakt- und Beratungsstelle, den Blutspendedienst, den Hubschrauber am Standort des Krankenhauses, das Ferienwohnheim in Rothesütte und dem Medizinische Versorgungszentrum abgerundet.

Aber nicht nur um die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen ist das Südharz-Krankenhaus für Nordhausen wichtig, sondern auch als Wirtschaftsfaktor für die ganze Region Stadt und Landkreis Nordhausen. So konnte das Krankenhaus seit 1992 bis 2005 über 50 Millionen Euro Eigenmittel in Anlagegüter wie Gebäude, technische Anlagen und medizinische Ausstattung investieren, um die Versorgungsqualität zu erhöhen.

Der Umsatz mit Firmen aus der Stadt und dem Landkreis Nordhausen mit Waren und Dienstleistungen betrug von 1995 bis heute über 100 Millionen Euro. Die im Zeitraum von 1992 bis 2005 bezahlten Löhne und Gehälter betrugen mehr als 700 Millionen Euro und hatten die Kaufkraft in der Region sowie darüber hinaus maßgeblich positiv beeinflusst. Mit dem Haustarifvertrag ist das Krankenhaus gegen inflationäre Kostensteigerungen im Personalbereich abgesichert und trotzdem attraktiv für seine Mitarbeiter.


Als gGmbH verfolgt es keine Gewinnmaximierung, sondern hat Gewinne ausschließlich wieder für die Versorgung der Patienten und Bewohner zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe hat das Krankenhaus in der Vergangenheit wahrgenommen und wird es auch in Zukunft wahrnehmen.

„Um uns für künftige Risiken zu wappnen, wurde gestern die Einführung eines Kontrollsystems durch den Aufsichtrat beschlossen. Dieses Kennzahlensystem soll durch die Mittelrheinische Treuhand entwickelt werden und den Aufsichtsgremien eine kontinuierliche Übersicht über die Unternehmensentwicklung geben“, so Aufsichtsrat und Gesellschafter. Für die gemeinsame Abstimmung der strategischen Unternehmensentwicklung wurde für Oktober diesen Jahres eine Klausurtagung mit dem Aufsichtrat einberufen.

Sicherlich werden die Aufgaben im Sozial- und Krankenhausbereich in Zukunft immer schwieriger. Das Krankenhaus wird sich den Herausforderungen der Zukunft stellen sowie es das in den vergangenen 15 Jahren bisher auch getan hat.
Autor: nnz

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