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Sa, 12:34 Uhr
07.03.2026
Reaktion auf Kritik der Bürgerliste

Politische Dramatisierung und unpassende Vergleiche

In der Debatte um den „Bauturbo“ fordert Andreas Trump für die CDU mehr Sachlichkeit statt politischer Dramatisierung und reagiert damit auch auf einen Beitrag der Bürgerliste Südharz, den die nnz gestern veröffentlicht hatte…


Unterschiedliche Meinungen gehörten zu einer lebendigen demokratischen Diskussion im Stadtrat, gerade bei Fragen der Stadtentwicklung und des Wohnungsbaus sei es wichtig, unterschiedliche Positionen offen zu diskutieren und sorgfältig abzuwägen, schreibt Trump. Die Darstellung der Bürgerliste Südharz sei jedoch „irritierend“ und habe mit den Ablauf der Beratungen im Stadtrat „nur wenig zu tun“.

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Zum einen seien die „Leitlinien“ zum Bauturbo noch gar nicht beschlossen, die entsprechende Beschlussvorlage war im letzten Stadtrat vom Oberbürgermeister zurückgezogen worden, um sie nochmals zu überarbeiten und erneut zu beraten, so Trump. „Es gibt also aktuell weder einen Beschluss noch eine endgültige Festlegung. Die Leitlinien befinden sich ausdrücklich noch im politischen Diskussionsprozess.“

Grundsätzlich gelte außerdem: Leitlinien könne man sich als Kommune geben – müsse es aber nicht. „Sie dienen lediglich der Orientierung für Entscheidungen im Einzelfall. Nachdem im Stadtrat ein Antrag auf Nichtanwendung des Bauturbos keine Mehrheit gefunden hat, gilt dieses bundesgesetzliche Instrument für Nordhausen uneingeschränkt. Entscheidend bleibt dabei in jedem Fall die Zustimmung der Gemeinde.“, fasst Trump zusammen.

Weiterhin habe der Stadtrat hat nicht die Leitlinien in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt überwiesen, sondern dem fachlich zuständigen Ausschuss die gemeindliche Zustimmung zu Bauvorhaben zu übertragen, wie es im Gesetz vorgesehen sei. „Eine solche Zuständigkeitsübertragung dient vor allem der praktischen Arbeit: Bauvorhaben können fachlich fundiert, transparent und bei Bedarf auch in mehreren Sitzungen beraten werden, ohne jedes Mal den gesamten Stadtrat befassen zu müssen. Gerade bei komplexeren Themen ist das ein normaler und sinnvoller Vorgang in der kommunalen Gremienarbeit.“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der im Artikel erweckte Eindruck, hier solle etwas „im Hinterzimmer“ entschieden werden, halte einer sachlichen Betrachtung nicht stand. „Wer die kommunalen Entscheidungswege kennt, weiß: Ausschüsse sind Teil der demokratischen Entscheidungsstruktur – nicht deren Umgehung.“, sagt Trump und kritisiert in der Folge die gewählte Rhetorik. Der Vergleich mit einer „Treuhand 2.0“ sei nicht nur historisch völlig überzogen, sondern auch sachlich unzutreffend. Die Stadt werde ihre Planungshoheit nicht verlieren man behalte vielmehr die entscheidende Rolle bei der Bewertung und Steuerung von Bauvorhaben.
Der Artikel arbeite mit einer politischen Zuspitzung, die vor allem CDU und AfD pauschal angreift. Ein solches „Bashing“ helfe der kommunalpolitischen Debatte nicht weiter, man arbeite mit den grundlegenden Prinzipien demokratischer Gremienarbeit. Hier werde versucht, politische Mehrheiten durch „überzogene Darstellungen oder persönliche Angriffe“ in Frage zu stellen. Die Position die Entwicklung an den Kiesseen und „Seelano“ kritisch zu begleiten sei legitim, man dürfe dabei aber nicht übersehen, dass das Seelano-Gebiet bereits seit vielen Jahren existiert. „Die Familien, die dort seinerzeit Ferienhäuser errichtet haben, möchten heute vor allem eines: dort dauerhaft wohnen können. Es geht also nicht darum, neuen Wohnraum für „Reiche“ zu schaffen, wie es das politische Schlagwort suggeriert, sondern um Menschen, die dort seit Jahren ihren Lebensmittelpunkt haben und ihre Häuser dauerhaft nutzen möchten. Vor diesem Hintergrund stellt sich durchaus die Frage, was mit dem Begriff „reich“ in diesem Zusammenhang überhaupt gemeint sein soll.“

Die Diskussion über den Bauturbo auf ein einzelnes Gebiet zu verengen greife zu kurz. „Dieses Instrument ist ein bundesgesetzliches Werkzeug, das Kommunen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen soll, Bauvorhaben zu erleichtern und Entwicklungen anzustoßen. Die Frage, ob und wie es eingesetzt wird, betrifft daher die Entwicklung der gesamten Stadt Nordhausen – einschließlich ihrer Ortsteile.

Nordhausen braucht deshalb eine sachliche und verantwortungsvolle Diskussion über Chancen und Grenzen dieses Instruments.“ Wer politische Entscheidungen beeinflussen möchte, sollte dies mit Argumenten tun – nicht mit Dramatisierungen und historischen Vergleichen, die mehr Emotionen als Erkenntnis erzeugten.

„Am Ende geht es nicht um parteipolitische Schlagzeilen, sondern um die Zukunft unserer Stadt. Diese verdient eine ernsthafte Debatte – getragen von Argumenten, Respekt und der Bereitschaft, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.“, schließt Trump.
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
07.03.2026, 17:08 Uhr
Bauturbo für Nordhausen
Danke Herr Trump für die Einschätzung. Von einem Imbiss-Inhaber der von vornherein nur ein Wahlthema hatte, nämlich die Entwicklung am Kiessee zu verhindern, kann man nichts anderes erwarten.
Die Stadt muss nun endlich den Turbo einlegen. Was ist mit dem Wohngebiet beim Friedhof? Hier hat der Stadtrat schon vor Jahren eine Entwicklung beschlossen. Wann kommt diese endlich?
Sternschleuder
07.03.2026, 17:55 Uhr
Wie steht die AfD zu Seelano?
Jetzt hat sich nun die Blockflöte CDU geäußert, aber was sagt die AfD zu Seelano? Ich glaube nicht, das die auch für eine Umwandlung in Wohnhäuser sind, wenn da Stadtmitarbeiter auch Grubdstücke haben.
Caesar
07.03.2026, 18:34 Uhr
Lebensmittelpunkt in Seelano?
Ich verstehe Herrn Trump nicht: Wie kann man denn seinen Lebensmittelpunkt in Seelano haben, wenn es nur Ferienhäuser sind? Dann müssten die Leute jetzt schon dort wohnen, das dürfte aber illegal sein.
Wanderwölfin
07.03.2026, 20:46 Uhr
Kiesschacht
Der Preis bestimmt das Publikum.
ThorsHammer
08.03.2026, 10:46 Uhr
Rossmamn hält wenigstens sein Wort
Ich halte nicht viel von der Buchmann-Partei, aber Rossmann hält sich wenigstens an seine Wahlversprechen. Wer von den etablierten macht das denn?Was hatte denn die CDU versprochen außer Blabla?! Genau wie in dem Beitrag, nur rumeiern.
Realist 2.0
08.03.2026, 13:21 Uhr
Wahlkampfslogans ersetzen keine Stadtentwicklungspolitik
Ein Wahlkampfslogan wie „Kiesteiche nicht nur für Reiche“ eignet sich vielleicht für ein Plakat, ersetzt aber keine vernünftige durchdachte Stadtentwicklungspolitik. Beim Bauturbo geht es nicht nur um Selano, sondern um ein bundesgesetzliches Instrument für die ganze Stadt. Und da der Antrag zur Nichtanwendung im Stadtrat zurückgezogen wurde, gilt er ohnehin – ob man ihn politisch mag oder nicht.
Und zum häufig genannten Begriff „Lebensmittelpunkt“: Das Selano-Gebiet existiert seit vielen Jahren. Viele Familien, die dort ursprünglich Ferienhäuser gebaut haben, verbringen dort längst einen großen Teil ihres Lebens. Diese Realität einfach auszublenden, hilft der Diskussion auch nicht weiter.
Fönix
08.03.2026, 14:26 Uhr
Das hatten wir schon mal:
Nach Recht und Gesetz sind alle gleich, manche sind gleicher!

Wobei, so richtig nachvollziehen kann ich die Aufregung nicht. Selbst wenn das dauerhafte Wohnen dort aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen nachträglich genehmigt werden sollte, ein Privileg ist das an diesem Standort nicht wirklich. So bestialisch, wie es dort bei bestimmten Wetterlagen stinkt, sehe ich es eher als Strafe an ...

Interessanter ist für mich die Tatsache, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen wird. Denn warum sollte das dann eigentlich nicht auch für Gartenhäuser gelten können, wo die Besitzer in den dazugehörigen Gärten oft viel mehr für den Naturhaushalt und die Biodiversität tun als nur gelegentlich einen Kieselstein in das Wasser zu werfen ...
Relly8015
08.03.2026, 16:40 Uhr
AfD in Nordhausen: Volksnah nur im Wahlkampf – beim Bauturbo schweigt sie oder blockt mit CDU
Die AfD gibt sich immer als ‚volksnahe‘ Partei aus, die gegen Hinterzimmerpolitik kämpft. Aber in der Bauturbo-Debatte? Totale Fehlanzeige.
Statt Transparenz und Bürgerbeteiligung zu fordern (wie die BLS beim Sonderstadtrat zu Seelano), verstummt die AfD-Fraktion regelmäßig, wenn es brisant wird. Im Januar/Februar 2026 kritisierte sie die Verwaltung sogar dafür, den Turbo nicht aggressiv genug einzusetzen – ‚investorenfreundlich‘, ‚Positivliste‘, ‚schnell umsetzen‘ lautete die Linie. Das passt perfekt zur CDU-Mehrheit und zu Projekten wie Seelano (hochwertiger Wohnraum statt bezahlbarer für alle).
Wo bleibt die AfD-Stellungnahme zu den Risiken für Naherholung an Kiesseen? Wo der Einsatz gegen Zersiedelung? Stattdessen Schweigen oder Blockbildung mit CDU – genau das, was sie sonst anderen vorwirft.
Bürgernah? Nur, wenn es passt. Beim Schutz unserer Seen und echter Bürgerbeteiligung: Fehlanzeige. Die AfD enttarnt sich selbst
Frauke
08.03.2026, 17:57 Uhr
Warum diskutiert man Seelano nicht im Stadtrat?
Warum berät man solche Sachen wie Seelano nicht im Stadtrat? Das ist ja nun kein Alltagsgeschäft wie Herr Trump meint. Warum werden die Ferienhäuser nicht an Touristen vermietet, wenn es Ferienhäuser sind? Und wenn Angestellte der Stadt dort auch Besitztümer haben, warum fragt man dann nicht mal die Nordhhäuser, wie die das finden. Ich finde das eine Frechheit!
Straßenfeger
08.03.2026, 19:42 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Wir wissen es nicht.
Graue Eminenz
08.03.2026, 19:48 Uhr
Kiesschacht wird verscherbelt
Warum wird alles zugebau und privatiesiert und den Leuten, die auch von auswärts kommen die Bademöglichkeit genommen? Stoppt den Irrsinn mal irgendwer bitte?
Relly8015
08.03.2026, 21:12 Uhr
@Realist 2.0
Slogan hin oder her: Seelano schafft null neuen Wohnraum – nur teure Umwidmung.
Käufer haben Ferienhäuser gekauft – freiwillig. Kein Anspruch auf Turbo-Reparatur.
Bauturbo gilt? Ja – aber nicht für Zersiedelung der Seen. Leitlinien müssen das verhindern. Innenstadt zuerst!
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