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Do, 08:14 Uhr
26.03.2026
Aus dem Nordhäuser Stadtrat

Leibbrandt: Seelano und Bauturbo nicht vermischen

Der Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Pascal Leibbrandt, äußert sich zur Diskussion um den "Bauturbo" und das Seelano-Projekt am Sundhäuser See. Beide Themen müsse man strikt getrennt betrachtet, mahnt das Stadtratsmitglied der Grünen...

Das Bundesgesetz zum Bauturbo ziele darauf ab, in angespannten Wohnungsmärkten Bauprozesse zu beschleunigen. Die Wohnungsbaugesellschaft SWG und die Wohnungsbaugenossenschaft WBG hätten dem Ausschuss in der letzten öffentlichen Sitzung aufgezeigt, dass der Leerstand aktuell in einem vertretbaren Maß sei.

"Das ist ein Indikator dafür, dass es aktuell keinen akuten Druck auf dem Wohnungsmarkt in Nordhausen gibt. Vielmehr müssen wir uns ggf. frühzeitig auf eine mögliche Bevölkerungsentwicklung mit rückläufigen Zahlen einstellen.", so Leibbrandt. Daraus ergaben sich andere strategische Ansätze – insbesondere Nachverdichtung, gezielte Entwicklung im Bestand sowie energetische Modernisierung, um langfristig Kosten zu senken und die Stadt zukunftsfähig aufzustellen. Diese Ausrichtung müsse nun erfolgen, hier den Bauturbo gegebenenfalls anzuwenden sei zu befürworten.

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Zudem müssten Entscheidungen, die im Rahmen des Bauturbos getroffen werden, an klaren Leitlinien ausgerichtet werden, schreibt Leibbrandt weiter: "Diese Leitlinien sind notwendig, um die städtebauliche Entwicklung mit den Zielen der Stadt in Einklang zu bringen und systematisch abzugleichen. Gleichzeitig schaffen sie eine verlässliche und sachliche Entscheidungsgrundlage für die Stadträtinnen und Stadträte, die den einzelnen Bauvorhaben zustimmen müssen."

Seelano und Bauturbo getrennt betrachten
Das Projekt Seelano hingegen sei klar vom "Bauturbo" zu trennen. Hier geht es um die mögliche Umwidmung von Ferienhäusern in Wohnhäuser – mit Konsequenzen. Die Maßnahmen könnten Kosten verursachen, die am Ende von der Allgemeinheit zu tragen sind – also aus der Stadtkasse und damit von allen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern.

"Die Problemlage rund um Seelano kann nicht mit dem Bauturbo gelöst werden. Nach Aussage der zuständigen Verwaltung im Amt für Stadtentwicklung kann der Bauturbo hier keine Anwendung finden. Eine Vermischung beider Themen ist daher fachlich falsch und rechtlich auch nicht haltbar. Die Problemlage um Seelano muss anders gelöst werden.", teilt der Ausschussvorsitzende mit.

Vor diesem Hintergrund sei es besonders kritisch zu sehen, wenn in der politischen Debatte der Eindruck erweckt werde, es gäbe einfache Lösungen. Diese seien durch den gesetzlichen Rahmen so nicht vorgesehen, Änderungen lägen weder in der Zuständigkeit noch in der Einflussmöglichkeit der Stadt.

Der Anspruch müsse daher sein, "verantwortungsvoll, rechtssicher und mit Blick auf die langfristigen finanziellen Auswirkungen" für die Stadt zu handeln – und nicht kurzfristigen populistischen Forderungen nachzugeben.
Autor: red

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Kommentare
KeinKreisverkehr
26.03.2026, 08:44 Uhr
Ferienhäuser =/= Wohnhäuser
das war doch von Anfang an klar.

Das was hier im Artikel steht, klingt doch nach einem äußerst sinnvollen Ansatz. Ich hoffe, dass das so umgesetzt wird.

Nordhäuser Reiche auf einer Privatinsel können wir uns nicht leisten. Man sieht hier Mal wieder schön für wen CDU und AfD Politik macht.

Andererseits brauchen wir modernen, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. Und das kann der Bauturbo auch leisten.
Heiner Lampe
26.03.2026, 09:08 Uhr
Naja….
… gerade diese Worte aus dem Munde eines „grünen Politikers“ zu hören zaubert mir ein Grinsen in‘s Gesicht. Wo doch an jeder Ecke hier, in Thüringen und auch im Bund auf Befehl der „Grünen“ Gelder in solcher Höhe das man sie sich gar nicht vorstellen kann verbrannt und zum Fenster hinausgeworfen werden.

Wenn der Bauturbo für eine Entwicklung in der Stadt beitragen kann sollte man Ihn auch nutzen. Die Stadt selber hätte dieses Areal sicher selber niemals entwickelt oder angefasst. So wie leider viele Dinge hier.

Also sollte der Herr Leibbrandt eventuell wirklich mal im Sinne der Stadt denken und nicht immer nur alle Dinge durch die „grünrosa“-Brille sehen.
nordfreak
26.03.2026, 09:16 Uhr
Wieder mal zuviel gekreiselt
Peng, da hat die sozialistische Keule wieder zugeschlagen. Zitat: "Nordhäuser Reiche auf einer Privatinsel können wir uns nicht leisten." Bleibt doch die Frage: was können wir uns leisten und vor allem wen? Was machen mit den Reichen? Ach ja: eine Partei will sie ja erschießen, alternativ in Arbeitslager einsperren.

Ich finde zwar auch, dass es keine Umwidmung geben sollte. Aber man stelle sich mal vor, was in Nordhausen wäre, wenn es keine "Reichen" gebe? Was wäre dann mit den privaten Investitionen der zurückliegenden drei Jahrzehnte, die Arbeitsplätze oder modernen Wohnraum geschaffen haben?

Übrigens: die meisten "Reichen" haben nach der Wende mit fast "Null", vielen Ideen und finanziellen Risiken begonnen. Hätte jeder im ideologischen Kreisverkehr auch machen können.
ToHa
26.03.2026, 22:50 Uhr
Sechs Jahre Stillstand – wer blockiert hier eigentlich wen?
2020 hat der Stadtrat beschlossen, die Umwidmung des Seelano vom Ferienhausgebiet zum Wohngebiet einzuleiten. Sechs Jahre später diskutiert man im Ausschuss immer noch, ob man anfangen soll.
Die Verwaltung liefert eine lange Liste, warum am Sundhäuser See angeblich niemand wohnen kann: Landesentwicklungsplan, Regionalplan, Immissionsschutz, Schweinemast, Altlasten, Naturschutz. Klingt nach einem Gebiet, in dem man nicht mal ein Zelt aufstellen dürfte. Dumm nur, dass dort längst Menschen in hochwertigen Häusern leben – genehmigt und gebaut auf Grundlage eines Bebauungsplans, den derselbe Stadtrat beschlossen hat.
Keines der Argumente hält ernsthafter Prüfung stand. Der Regionalplan? Lässt sich laut Verwaltung selbst über den Flächennutzungsplan korrigieren – man hat es nur nicht gemacht. Schallschutz? Wälle stehen bereits. Naturschutz? Wäre der ein echtes Hindernis, hätte man dort nie bauen dürfen. Eine Bebauungsplanänderung ist ein Standardverfahren, das Kommunen in ganz Deutschland regelmäßig durchführen. Aufwändig, aber keine Raketenwissenschaft.
SWG und WBG haben nachvollziehbare Sorgen – sie kämpfen mit Sanierungsstau und einer Bevölkerung, die in den nächsten Jahren um 20 Prozent schrumpfen soll. Aber das sind Probleme des Bestands, die man nicht dadurch löst, dass man attraktive Neuangebote blockiert. Im Gegenteil: Wer sich ein Haus am Sundhäuser See leisten kann, zieht nicht in die Platte. Das sind Unternehmer, Fachkräfte, Steuerzahler – Menschen, die Arbeitsplätze schaffen und Gewerbesteuer nach Nordhausen bringen. Und mit ihnen käme ein Campingplatz mit 120 Stellplätzen, ein touristischer Mehrwert.
Stattdessen führt man eine Neiddebatte.
Franz 2018
27.03.2026, 04:46 Uhr
Die "Reichen"
Ich verstehe den Kommentar von KeinKreisverkehr nicht. Welche Kosten sollten denn entstehen? Und was glaubt der Kommentator denn, wo die "Reichen" perspektivisch hinziehen, wenn es in Nordhausen nix gibt, wo man wohnen möchte? Und wieso ist es anrüchig, finanziell gut gestellt zu sein, wenn sich das doch die Meisten mit Arbeit und Mut über Jahre erarbeitet haben? Ich gehöre nicht zu "den Reichen" , habe aber Respekt vor der Leistung und gönne jedem den Erfolg. Und in Nordhausen beispielsweise eine größere moderne ernergieeffiezente barrierearme 3 oder 4 Raumwohnung zu finden, in die man mit Vierbeiner einziehen kann, ist sehr sehr schwierig, wie ich jetzt feststellen muss. In den größeren Städten ringsum ( Quedlinburg, Wernigerode, Bad Harzburg, Sondershausen) ist das kein Problem. In Nordhausen bisher nicht zu finden. Leider können wir nicht weiter weg ziehen. Der Bedarf an barrierefreien oder zumindest barrierearmen Wohnungen ist riesig. Ein weiteres Problem sind hier die Mieten, die dafür fällig werden und viele sich kaum leisten können.... Das liegt aber nicht nur an den Baukosten, sondern auch an den ganzen Auflagen..... Da muss sich auch der grüne Teil der Politik mal ernsthaft Gedanken machen, denn gerade in dem Sektor werden viel mehr Wohnungen gebraucht, damit Menschen mit Behinderungen und im Alter selbstbestimmt leben können und nicht ins Pflegeheim müssen, deren Kosten wir ja auch alle bezahlen, weil kaum jemand das noch aus eigener Tasche bezahlen kann....Schon deshalb hoffe ich, dass die " Reichen" mit ihren Ideen, ihrer Finanzkraft und ihrem Engagement hier bleiben, denn WBG und SWG können den Bedarf nicht alleine decken und wenn man hier wohnt, engagiert man sich eher .......
deralte
27.03.2026, 13:13 Uhr
Reiche und "Reiche"
Hört auf mit diesen ewigen Neiddebatten. Das erscheint einem weitgereisten Ur-Nordhäuser nirgends so ausgeprägt zu sein wie im Städtchen.

Reiche, die ihren Reichtum mit intensiver Arbeit oder herausragenden Ideen verdient haben, muss man fördern und nicht drangsalieren.

Reiche, die durch Spielgewinne reich geworden sind, kann man durch Steuern auf den Gewinn auf den Boden der Realität zurückholen. Das muss nicht die Stadt Nordhausen sondern der Staat machen.

Man sieht keinem Menschen an, wie er zu seinem Vermögen gekommen ist. Deswegen ist das ein schwieriges Diskussionsthema. Wer generell die Reichen für alles Grauen auf dieser Welt verantwortlich macht, macht einen schweren Denkfehler.

Die Chancen, Bildung zu erwerben, müssen immer weiter erhöht werden, denn die Wissensgebiete werden erweitert und vergrößert. Mangelnde Bildung darf nicht mit Armut einhergehen. Mangelnde Bildung kann auch immer eine Folge von Faulheit sein.

In vielen Ländern mit umfangreichen Erholungsgebieten ist es ein normales Verhalten, dass die Besitzer von Ferienhäusern im Alter diese in Wohnhäuser für den Eigenbedarf verwandeln. Dadurch werden Stadtwohnungen für die Jüngeren frei.

Bitte, liebe Diskutierenden, sorgt dafür, dass man nicht an der Herangehensweise an diese Themen Fanatiker erkennt.
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